Ein persönlicher Eindruck zur Jahrestagung
Die Jahrestagung des ÖAE ist für mich ein freudiger Termin im Jahr. Schon im März, wenn der Termin näher rückt, macht sich auch die Vorfreude auf das jährliche Treffen breit. Menschen zu treffen, mit denen ich schon jahrelang zum Thema Enneagramm unterwegs bin, ist einfach toll.
Beim Ankommen im Kloster Hünfeld treffe ich die ersten bekannten Gesichter schon auf dem Parkplatz. Spätestens bei der traditionellen Tasse Kaffee, die es zur Begrüßung im Gang vor der Aula gibt, sind altbekannte „Enneagrammatiker: innen“ in Augenschein und in den Arm genommen. Und natürlich steht auch das ein oder andere neu hinzugekommene Vereinsmitglied mit uns in lockerer Runde (die sich dann abends bei Wein und Bier im Keller fortsetzt). Das fühlt sich für mich immer ein wenig wie „Großfamilientreffen“ an.
Beim Thema der diesjährigen Jahrestagung: „Mit Leidenschaft mein Muster leben – Über die Wurzelsünde, Lookalikes und Angekommensein im richtigen Muster“, tuen sich bei mir Hoffnungen auf. Vielleicht bin ich ja doch keine ACHT. (Ich wäre so gern eine SIEBEN. Das Muster finde ich irgendwie sympathischer …). Aber beim Enneagramm geht’s eben nicht ums sympathisch finden eines Musters, und spätestens in der Mustergruppe wird mir (mal wieder) klar, dass sich das mit der ACHT nicht mehr abwenden lässt. (Vielleicht ja im nächsten Leben …). In der Mustergruppe begegne ich dann (wie schon so oft) dem vorgehaltenen Spiegel, was zuweilen recht unangenehm sein kann, mir aber zeigt, dass ich hier wohl richtig bin.
Zu den einzelnen Vorträgen und Workshops der diesjährigen Tagung werden sich andere Teilnehmer:innen ausführlich äußern. Auf drei Angebote möchte ich jedoch kurz eingehen, weil ich sie so herausragend finde:
• Der Vortrag über „Lookalikes“ von Klaus Pünder begeistert mich. Mit seinem trockenen Humor und seinem fundierten Wissen schafft Klaus es, mich vom ersten Wort an in seinen Bann zu ziehen. Die Bilder und seine witzigen Formulierungen regen mich zu vielen Lachern an. Am Ende ist mir das Thema „Lookalikes“ verständlich. Klaus, gern mehr davon!
• Das „Open Dance“ am Samstagabend ist für mich ein „must have“! Mein Lieblingsdiscjockey Jens Seidensticker legt sooo fantastische Musik auf, dass für Tanzpausen einfach keine Zeit bleibt. Und bei der Kuschelrunde mit dem traditionell letzten Lied „Halleluja“ am Ende des Abends kommt nicht nur bei mir „Großfamilienfeeling“ auf.
• Last but not least möchte ich die Predigt von Hartmut Völkner bei der Thomasmesse noch würdigen. Hartmut predigt zum Thema „Die Frau am Jakobsbrunnen“ (Joh 4, 4-42). Ich selber habe zu diesem Thema schon oft gepredigt und auch schon viele Predigten gehört und gelesen. Aber etwas derart Berührendes wie die Auslegung von Hartmut ist mir zuvor noch nicht begegnet. Hartmut versteht es, mit bunten Tüchern und kleinen Zaubertricks die Essenz des Bibeltextes in Wort und spielerischer Darstellung so auszulegen, dass ich am Ende der Predigt tief berührt dasitze und verstehe: „Ach, so ist das mit dem Wasser des Lebens.“
Ja, die JHV des Ökumenischen Arbeitskreises Enneagramm ist für mich ein Termin im Jahr, den ich auf gar keinen Fall missen möchte. Ein großer Dank von mir an den Vorstand: Wunderbar, dass Ihr diese Tagung immer wieder für uns möglich macht!
Ute Fiuza
Veröffentlicht im Enneaforum Nr. 62, 2025


















