Schon 2015 haben wir auf einer Jahrestagung mit sehr großem Erfolg eine Open Space Konferenz veranstaltet, um den Verein neu auszurichten und lebendig zu halten. Und das wollen wir nun wieder tun, diesmal aber online – Herzliche Einladung:

Samstag, 21. Januar 2023 | 13 bis ca. 19 UhrANMELDUNG per E-Mail an Christine Berkenfeld:  info@enneagramm.eu 
Schreib ein formloses Mail an Christine, Du erhältst dann von ihr die ZOOM Zugangsdaten!

Seit der Gründung unseres Vereins vor mehr als 30 Jahren haben sich nicht nur die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen verändert, auch die Altersstruktur und die Bedürfnisse unserer Mitglieder haben sich gewandelt: viele Jüngere sind dazugekommen, insbesondere Absolvent*innen unserer Trainer-Ausbildung. Viele treue Besucher*innen unserer Jahrestagungen fühlen sich inzwischen zu alt um am Vereinsleben teilzunehmen bzw. sind gestorben. Auch unseren Gründungsvater Andreas Ebert mussten wir vor kurzem verabschieden. Der ÖAE befindet sich ganz offensichtlich in einer wichtigen Entwicklungsphase: Das Anliegen, das Enneagramm in einer christlichen Lesart zu verbreiten und auch dessen konstruktive Anwendung in Kirche und Gesellschaft zu fördern, bleibt dasselbe. Aber wenn wir als Verein lebendig bleiben wollen, müssen wir mit den Menschen, die unseren Verein bilden, entsprechend den heutigen Umständen und Gegebenheiten unseren Vereinszweck neu lebendig machen. Daher diskutieren wir im Vereinsvorstand immer wieder Themen, die für die Zukunft des ÖAE wichtig sein könnten, wie zumBeispiel:

– Was müsste der ÖAE tun, damit auch 25jährige scharenweise in den ÖAE eintreten möchten?
– Haben unsere eigenen Kinder „Feuer“ gefangen und falls nicht, warum nicht?
– Wie müsste der ÖAE aussehen, damit er für christliche „Interessierte“ bis hin zu überzeugten Christen attraktiv ist / bleibt?
– Welche Rolle spielt es für den ÖAE, dass die Kirche gesamtgesellschaftlich immer mehr an Bedeutung verliert?
– Braucht der ÖAE auch eine inhaltliche neue Ausrichtung? Falls ja, welche?
– Was macht für Dich den ÖAE aus? Was sollte auf jeden Fall Grundbestandteil bleiben? Was wäre entbehrlich?
– Welche Schwerpunkte wären für Dich in den nächsten Jahren vorrangig? (Mehr Wissensvermittlung? Mehr Methodik? Mehr Hilfe fürs eigene Leben? Mehr Unterstützung im Beruf?, …)
– …

Ich freue mich auf die Antworten, die wir beim Open Space miteinander finden werden. Noch mehr freue ich mich auf die Themen, Aspekte und Ideen, die von Euch zusätzlich eingebracht werden. Was für eine schöne und spannende Aufgabe, gemeinsam Anfworten auf die Frage „ÖAE – wohin, wofür und wie?“ zu finden! Und das funktioniert ganz wunderbar in einer Open Space Konferenz.

Die Open Space Methode wurde in den 1980ern von Harrison Owen in den USA entwickelt.

Ausgangspunkt war seine Erfahrung, dass er auf Konferenzen und Fachtagungen die wich­tigsten Erkenntnisse nicht während der Fachvorträge und den produktivsten Austausch nicht in den organisierten Workshop-Gruppen, sondern bei den informellen Gesprächen mit den anderen Teilnehmenden während der Kaffeepausen hatte. So kam er auf die Idee, eine Kon­ferenz so zu gestalten, dass es nur mehr solche produktiven informellen Kaffeepausen gibt – und entwickelte die Open-Space-Methode. Diese hat sich inzwischen als kreatives, produktives und effizientes Tagungsformat weltweit etabliert.

Wie funktioniert eine Open Space Konferenz?

Zu Beginn stimmt der Moderator (Open-Space-Begleiter) die im Kreis sitzenden Teilnehmer*innen – das können 5 bis 1000 Personen sein – kurz auf das Rahmenthema ein. Er macht sie mit dem Charakter der Konferenzmethode vertraut und schildert die wenigen Regeln: Jede Person, die ein Anliegen hat, das dem Motto der Konferenz entspricht und ihr so sehr unter den Nägeln brennt, dass sie es mit anderen bearbeiten möchte, beruft einen Workshop ein. Wer will, kann mitarbeiten, wer sich nicht interessiert, bringt sich in einen anderen Workshop ein.

Die Themen, Zeiten und Orte der Workshops hängen an einem Schwarzen Brett, so dass jeder jederzeit informiert ist. In den Kleingruppen werden Lösungsvorschläge und Ideen für die jeweiligen Themenstellungen erarbeitet und Protokolle erstellt. Wer merkt, dass er sich für das diskutierte Thema nicht (mehr) interessiert, und nichts beitragen kann, wechselt den Workshop oder gönnt sich eine Pause. Mit anderen Worten: Er wendet das Gesetz der zwei Füße an – das oberste Prinzip von Open Space.

Um ein produktives und kreatives Miteinander zu ermöglichen gibt es bei einer Open Space Konferenz ein paar „Spielregeln“:

Wer auch immer kommt – es sind die richtigen Leute. Es spielt keine Rolle, wie viele Personen in einen Workshop kommen und welchen Status sie haben. Was zählt, ist die gemeinsame Leidenschaft für das Thema. Die Leidenschaft ist wesentlich für das Gespräch.

Was auch immer geschieht – es ist das einzige, was geschehen kann. Es verläuft nicht immer alles so, wie man es erwartet. Meist sind die ungeplanten Dinge die kreativsten. Gerade das Unkonventionelle erzeugt echte Lernerfahrungen. Also heißt es, für Überraschungsmomente offen zu sein.

Es fängt an, wenn die Zeit reif ist. Geistige Energie richtet sich nicht nach der Uhr, deshalb lasse ich mich auf den Rhythmus der Gruppe ein.

Vorbei ist vorbei / Nicht vorbei ist nicht vorbei. Es ist sehr unproduktiv und eine Vergeudung von Ressourcen, noch im Gruppenverband zusammen zu sitzen, obwohl das Thema inhaltlich bereits erschöpfend behandelt wurde, nur, weil die angesetzte Zeit noch nicht verstrichen ist. Hier ist es sinnvoller, die Gruppenmitglieder suchen sich je nach Interesse eine andere Gruppe und unterstützen diese in der verbleibenden Zeit. Umgekehrt gilt: wenn das Thema noch nicht hinreichend in der Gruppe diskutiert wurde, sollte auch der Ablauf der angesetzten Zeit die Gruppe nicht daran hindern, fortzusetzen.

Die Erfahrung zeigt, dass es zwei spezielle Rollen gibt, die für das Gelingen einer Open Space Konferenz wichtig sind:

Hummeln: Diese Personen „fliegen“ von Gruppenarbeit zu Gruppenarbeit wie Hummeln von Blüte zu Blüte. Sie bringen dort neue Ideen ein, stauben neue ab und tragen diese in die nächste Gruppe ein. Sie verweilen nicht lange, ihr Interesse ist geleitet von dem Nutzen, den sie den verschiedenen Gruppen geben können. Wird es langweilig, fliegen sie weiter.

Schmetterlinge: Der Schmetterling verbringt die meiste Zeit am Buffet oder in stillen Ecken. Dadurch verbreitet er Ruhe und Entspannung. Durch seine ruhige, gelassene Ausstrahlung zieht er andere Teilnehmer*innen an und es ergeben sich oft sehr fruchtbare Gespräche. Also gewinnt die Veranstaltung durch diese Teilnehmer nicht nur an Atmosphäre, sondern wird auch durch ganz unerwartete, inhaltliche Erträge bereichert.

Quelle: www.uni-koeln.de/ew-fak/konstrukt/didaktik/openspace/open_darstellung.html

Es ist bei weitem nicht so kompliziert, wie es Dir beim Durchlesen vielleicht vorgekommen ist. Es macht total viel Spaß und es kommt immer viel raus – oft verblüffende aber sehr brauchbare Ergebnisse.
Ich weiß das, ich habe schon an vielen OS-Konferenzen (von 15 bis 300 Personen) teilgenommen und auch schon einige moderieren dürfen. 😉

Ich freue mich auf Dein Mitmachen!

Melde Dich bitte per E-Mail bei Christine an: info@enneagramm.eu

Liebe Grüße Peter Maurer
Vorsitzender ÖAE e.V.

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