EnneaForum 37, S. 16 (Mai 2010)

Margit Lambach

Rotkäppchen - Regula Pavelka

„Enneagramm und Wissenschaft“ – es war beeindruckend, wie Regula Pavelka dieses Thema am Samstagabend umsetzte. Nach dem intensiven Lehren und Lernen, der informativen Stadtführung und der zügig und straff durchorganisierten Jahreshauptversammlung ein Abend zum Entspannen und herzhaften Lachen.
Zunächst kommt Regula als Frau, die ihren Mann sucht, mit einem Rollköfferchen in den Saal und vermittelt uns – ausgehend vom Lernen und Wissen in der Chemie – welche Enneagramm-Typen mit den unterschiedlichsten chemischen Elementen gut beschrieben sind: Einfach köstlich – und nachdenkenswert! Aber dann gibt’s ihr Paradestück: Rotkäppchen, in Fortsetzungen erzählt, von 9 Typen:

Zuerst erscheint Regula als gestrenge Lehrerin und begrüßt ihren Volkshochschulkurs mit der Ansage: „Aus Märchen kann man lernen, wie man Welt und Gesellschaft perfekt verbessern kann.“ Wir werden versuchen, diesem Phänomen in dreiundzwanzig Seminar-Einheiten auf die Spur zu kommen.“
Als Anteil nehmende Zwei lächelt sie gewinnend in den Saal und verteilt erstmal großzügig Husten-Bonbons, weil ja sicher viele bei der winterlichen Witterung unter Halsschmerzen, Husten und Heiserkeit leiden – und sorgt sich, dass die beiden Groß-Beutel auch wirklich für alle reichen. Dann erzählt sie mit Nachdruck, dass Rotkäppchen und ihre Eltern mit ganzer Hingabe der Großmutter dienen wollten.
Die effizient in Business-Kleidung auftretende Drei schult kurz und knapp zukünftige Werbe-Manager: „Ich sage nur: Wald – Himmel – Rot: Daraus machen Sie was, meine Damen und Herren!“
In ganz besonderer esoterischer Ver-Kleidung trägt sie meditierend ein Tablett mit Räucherstäbchen vor sich her, sagt einige wenige theatralische Worte über das Leiden von Rotkäppchen, streckt sich zum Himmel, verneigt sich zum Boden – und verschwindet wieder.
Als Fünf erklärt sie emotionslos Begriffe aus dem Märchen mit dem Bedeutungs-Wörterbuch, zum Beispiel „Wald: Ansammlung von Bäumen ….“
Dann kommt sie, sich immer wieder ängstlich umschauend und zurückzuckend, auf die Bühne. Sie versteckt sich hinter ihrem Buch und sagt dann leise: „Angst – das ist das beherrschende Thema in diesem Märchen! Pflichtbewusstsein hilft gegen Angst.“
Mit Roller-Blades fährt sie auf die Bühne und strahlt alle, genüsslich Kaugummi kauend, an. „Ja, das Rotkäppchen, das ist so eine Geschichte, nicht wahr?“ – Science-Fiction-Version: Großmutter – entmaterialisiert; Rotkäppchen – entmaterialisiert! Kurz und schmerzlos … und muss gleich weiter, weil sie noch die Option auf drei weitere Veranstaltungen hat …
Acht: Es spitzt sich alles auf einen hehren Machtkampf zu: Dann: Wolf – Bauch auf – Steine rein – Gerechtigkeit siegt!
Im Schlafanzug, laut gähnend, schlurft sie als Neun herein: Setzt sich, lächelt nett in die Runde – und fragt leise und nachdenklich, ob dieser ganze Aufwand mit dem Rotkäppchen denn nun wirklich nötig war.

Was haben wir gelacht! Ein herzliches Dankeschön an Regula Pavelka für diese wunderbare Aufführung!

Aus EnneaForum 37 (Mai 2010), S. 16 © Ökumenischer Arbeitskreis Enneagramm e.V., Celle. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Ökumenischen Arbeitskreises Enneagramm.

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