EnneaForum 37, S. 12 (Mai 2010)

Wolfram Göpfert

Enneagramm und Wissenschaft

Wiederholt haben Autoren im EnneaForum die Beziehung des Enneagramms zur Wissenschaft angesprochen (vgl. z.B. Heck, Perspektiven der Enneagramm-Arbeit, EnneaForum Nr. 25, S. 11 f).
Soweit wir das Enneagramm mit naturwissenschaftlichen Maßstäben messen wollen, sto?en wir alsbald an die Grenzen des Vertretbaren. Indes: Die Naturwissenschaftler haben den Wissenschaftsbegriff keineswegs „gepachtet“! Und in ihrem eigenen Lager gibt es Vertreter, die auch ganz anders als auf herkömmliche naturwissenschaftliche Weise zu denken vermögen. Dies belegt eindrucksvoll das nachstehende Zitat des Physikers Fritjof Capra, Wendezeit, S. 422, 423 (dtv-Ausgabe 1991):
„Alles Wissen muss auf systematischer Beobachtung beruhen, und es muss durch folgerichtige, jedoch begrenzte und annäherende Modelle ausgedrückt werden. (…) Eine wahre Wissenschaft vom Bewusstsein wird sich mehr mit Qualitäten als mit Quantitäten beschäftigen und mehr auf gemeinsamen Erfahrungen als auf verifizierbaren Messungen beruhen. Die Erfahrungsstrukturen, welche die Daten einer solchen Wissenschaft liefern, können nicht als fundamentale Elemente qualifiziert oder analysiert werden und müssen stets in unterschiedlichem Maße subjektiv sein. Andererseits müssen die mit diesen Daten verbundenen Begriffsmodelle logisch stimmig sein, wie alle wissenschaftlichen Modelle, und können sogar quantitative Elemente enthalten. (…) Landkarten des Bewusstseins sind ausgezeichnete Beispiele für diese neue Art eines wissenschaftlichen Ansatzes. Sie sind für eine neue Psychologie charakteristisch, für eine Wissenschaft, die ihre Feststellungen immer dann quantifizieren wird, wenn dies angemessen erscheint, die jedoch auch mit auf menschlicher Erfahrung beruhenden Qualitäten und Wertvorstellungen umgehen kann.“
Nach meiner Einschätzung füllt das Enneagramm diese Umrisse für Wissenschaftlichkeit locker aus.

Aus EnneaForum 37 (Mai 2010), S. 12 © Ökumenischer Arbeitskreis Enneagramm e.V., Celle. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Ökumenischen Arbeitskreises Enneagramm.

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