EnneaForum 23, S. 29-31 (Mai 2003)

Ignatius von Loyola

die graue Eminenz hinter dem Enneagramm

von Helmut und Helene Mang

„Wer will, dem ist nichts schwer.“ Dies war einer der Leitsprüche des Ignatius von Loyola. Darin zeigt er sich uns als ein Mann, der Dinge anpackt und auch gegen Widerstände durchzieht, ein dynamischer, tatkräftiger Mensch. Gleichzeitig war er von tiefer Mystik erfüllt. In seinem Leben gehörte beides zusammen?: tiefe mystische Erfahrungen und tatkräftiges Handeln.

Einführung?:

Das Enneagramm als Typenlehre wurde wesentlich mitgeprägt von Jesuiten, welche die Erkenntnisse des Enneagramms in ihren Exerzitien nutzten und weitergaben, lange bevor das erste Buch auf dem Markt war. Im Buch „Das wahre Selbst entdecken“ von Beesing/Nogosek/O’Leary heißt es?: „Im Jahre 1971 hielt Bob Ochs SJ (ein Jesuit) an der Loyola-Universität in Chikago eine Vorlesung über „Religiöse Erfahrungen“. Im Rahmen dieser Vorlesungen wurde Pat O’Leary, ebenfalls Jesuit, in das Konzept des Enneagramms eingeführt. Im darauffolgenden Semester nahm O’Leary mit einigen anderen Jesuiten an einem Seminar teil, das sich zum Ziel gesetzt hatte, das Enneagramm im Licht eigener Erfahrungen auszuwerten und seine Relevanz auf dem Hintergrund der Ignatianischen Spiritualität zu erproben … Aufgrund reicher Erfahrungen in Lehr- und Leitungspositionen, als Berater und geistliche Begleiter entwickelten M. Beesing (eine Dominikanerin, die als Exerzitienleiterin tätig ist) und P.O’Leary eine Reihe von Kursen zur Vermittlung und Anwendung des Enneagramms im Exerzitienhaus der Jesuiten in Cleveland/Ohio und an anderen Orten.“ (O’Leary ist Leiter eines Exerzitienhauses der Jesuiten in Cleveland.) Auch Don Richard Riso, dessen Buch „Die neun Typen der Persönlichkeit und das Enneagramm“ 1987 erschien, war 13 Jahre lang Jesuit. Auf diesem Hintergrund ist es interessant, dem nachzugehen, was für ein Mensch Ignatius von Loyola, der Gründer des Jesuitenordens, gewesen ist und wie seine Ideen über „Seelenführung“ unsere heutige Arbeit mit dem Enneagramm beeinflusst haben.

Biographie?: Wer nun war dieser Ignatius von Loyola??

1491, ein Jahr bevor Christoph Columbus Amerika entdeckt, wird er als 13. und letztes Kind einer alten baskischen Adelsfamilie geboren. Es ist eine Zeit des Wandels auf vielen Gebieten?: für Spanien beginnt die Eroberung Mittel- und Südamerikas, im Süden Spaniens werden die Mauren endgültig besiegt, im Osten droht die Türkengefahr und die Kirche steht vor der Spaltung durch die Reformation. Seine Mutter stirbt früh und sein Vater bestimmt ihn für den geistlichen Stand, wie es damals für nachgeborene Söhne üblich war. Aber die Pläne des Ignatius gehen schon bald in eine andere Richtung. Er konnte den Studien gar nichts abgewinnen und dachte bald an nichts anderes mehr, als sich auszuzeichnen in soldatischem Ruhm. Mit 15 Jahren kommt er als Page in die fürstliche Hofhaltung und wird dort im höfischen Geist seiner Zeit erzogen. Er entwickelt sich zum begeisterten Reiter und Fechter und es erfasst ihn das Fieber der Ritterromane mit ihrer Traumwelt von Rittertum und Liebe. Doch schon bald wird aus dem fröhlichen Spiel der Turniere der blutige Ernst des Krieges. Im Kampf zwischen Spanien und Frankreich wird Pamplona angegriffen und er wird zur Seele des Widerstands in diesem Kampf. Aber eine Kugel zerschmettert ihm das eine Bein und verwundet auch das andere. Dies geschah 1521, er ist nun 30 Jahre alt. Der siegreiche Eroberer lässt den schwer Verwundeten auf das väterliche Schloss bringen, aber die Knochen sind schlecht eingerichtet und auch zwei weitere Operationen können nicht verhindern, dass ein Bein verunstaltet bleibt und er ein Leben lang hinken wird. Der Traum vom eleganten Ritter ist ausgeträumt. Die langen Wochen im Streckbett, in denen er dem Tode nahe ist, leiten einen Prozess ein, den man seine Bekehrung nennt. Es war aber nicht eine Heimkehr aus dem Unglauben, sondern eine Umkehr seines Verhaltens. Polanco, sein späterer Sekretär, schreibt darüber?: „Obwohl er dem Glauben treu ergeben war, lebte er nicht nach den Geboten des Glaubens und hütete sich nicht vor Sünden?; besonders mutwillig war er im Glücksspiel und mit Frauen­geschichten, ebenso stürmisch in Waffenhändeln.“ Gerne hätte er in dieser Zeit wieder Ritterromane gelesen, aber es gab im Schloss nur zwei Bücher, die „Legenda aurea“, Heiligenlegenden, und die vierbändige „Vita Jesu Christi“ des Kartäusers Ludolf von Sachsen. Beim Lesen und Nachdenken entsteht der Entschluss, nicht mehr weltlichen Herren als Soldat zu dienen, sondern ein Soldat Christi zu werden und ihm zu dienen. In diesen Wochen macht er auch die ersten Erfahrungen in der „Unterscheidung der Geister“, die ein wesentlicher Bestandteil seiner Exerzitien werden soll. In Selbstbeobachtungen erfährt er, dass er nach der Betrachtung weltlicher Dinge Leere und Mißtrost verspürt, während er nach der Betrachtung geistlicher Dinge Freude und Trost empfindet. Diese Erfahrungen schreibt er nieder und sie sind von entscheidender Bedeutung für seine spätere Tätigkeit als „Seelenführer“ bzw. Exerzitienmeister. Halbwegs genesen fasst er den Entschluss, ins Heilige Land zu pilgern. Im Frühjahr 1522 bricht er auf und die erste Station auf diesem Pilgerweg ist das Benediktinerkloster auf dem Monserrat, wo er sich drei Tage lang auf die Generalbeichte vorbereitet. Dort vertauscht er auch sein vornehmes Gewand, das er verschenkt, mit dem Bettlergewand. Die Umwandlung vom weltlichen Ritter zum Ritter Christi führt zunächst zu einem Extrem. Er wird ein wunderlicher Büßer, der sich Kasteiungen zumutet, die seinen Körper dauerhaft schädigen. Auf dem weiteren Weg plant er, ein paar Tage in Manresa zu bleiben, aber aus diesen Tagen werden Monate, da in Barcelona die Pest ausgebrochen ist und deshalb die Häfen geschlossen bleiben. In diesen Monaten lebt er in einem Spital, pflegt Kranke und führt harte Kämpfe mit sich selbst. Wie viele Menschen, die zur Umkehr entschlossen sind, übertreibt er?: er lässt das Haupthaar verwildern, den Bart wuchern, die Nägel wild wachsen und gönnt sich nicht einmal Schlaf. Er ringt mit Gott um die Aufgabe, die er ihm als Soldat Christi zugedacht hat, um so endlich Frieden zu finden und als er keine Antwort erhält, versucht er Gott zu erpressen. Ludwig Marcuse schreibt über diese Zeit?:
„Er beschließt seinen himmlischen Souverän durch einen Hungerstreik gefügig zu machen… Er weigert sich Speise und Trank zu sich zu nehmen, bis sein Herr ihm den ersehnten Frieden gewähren wird. Ohne seine Bußübungen zu unterbrechen, bleibt er von einem Samstag zum anderen ohne Nahrung … Der Himmel, den er treffen will, bleibt in unnahbarer Weite ausgespannt über der armen Kreatur, die sich furchtbar abquält. Sein Beichtvater hilft ihm aus dem Prometheuspanzer wieder heraus. Er droht ihm, die Absolution zu verweigern, wenn er den unziemlichen Kampf nicht aufgibt und er gehorcht… Jetzt hat er sich wieder schlimm verirrt?; es ist doch nicht so leicht, ein Heiliger zu werden. Aber nun erinnert er sich wieder an den Leitstern, den er gefunden hatte?: was mich traurig stimmt und mir die Seele austrocknet, ist des Teufels und muss verjagt werden. Die aufdringlichen Gewissensskrupel machen ihn traurig, trocknen seine Seele aus. Wie einer Krankheit, sagt er sich, muss man Vorstellungen begegnen, die Unruhe stiften. Und er stellt mit starkem Willen die beängstigenden Gesichte ab. Der Rückfall ist überwunden. Er erzwingt den Frieden, indem er rücksichtslos wegräumt, was den Frieden gefährdet.“
Es folgen Tage voll wunderbarer Visionen, die er zu beschreiben versucht, um auch hier zur Unterscheidung der Geister beizutragen. Marcuse schreibt weiter?: „Er ist gerettet?; nun kann er anderen den Weg zur Rettung zeigen. Seine Erfahrungen, die er auf der Irrfahrt durch das Labyrinth der Verzweiflungen, der tausend Umwege zur Eintracht mit sich gemacht hat, legt er nieder in Aufzeichnungen, die den erschöpfenden Titel erhalten?: „Geist­liche Übungen, damit der Mensch sich überwinde, um sein Leben zu ordnen, ohne sich dabei durch eine ungeordnete Neigung leiten zu lassen.“
Im Jahr 1523 macht er sich dann in totaler Armut auf zur Pilgerfahrt ins Heilige Land, wo er bleiben möchte, was ihm aber verweigert wird. Heimgekehrt reift nun ein neuer Entschluss in ihm, nämlich studieren und Priester werden, um den Seelen besser helfen zu können. Das ist für ihn kein leichter Entschluss, zum einen ist er schon ziemlich alt, um die Schulbank zu drücken, zum anderen ist er viel mehr ein Mann der Tat als ein Mann des Studierens. Josef Stierli schreibt über diese Zeit?:
„Es beginnen die harten Jahre der Studien in Barcelona und dann auf den Hohen Schulen zu Alcala und Salamanca. Dort sucht er – wieder ein neues Element auf dem Weg zu einem noch unbekannten Ziel – Freunde für sein Lebensideal … Die ersten apostolischen Versuche und die auffallende Gruppenbildung bringen ihn in Konflikt mit der Inquisition. (Insgesamt stand er neun Mal vor dem Inquisitionsgericht?!) Vor dem Verbot seines apostolischen Wirkens weicht er nach Paris aus, bringt dort seine philosophischen Studien zu einem erfolgreichen Abschluss und beginnt mit dem Studium der Theologie.“
Dort bildet sich nun auch ein Kreis um ihn, mit dem er seine geistlichen Übungen fortsetzen kann und diese Freunde begleiten ihn auf seinem weiteren Weg bis nach Rom. Am 15. August 1534, er ist jetzt schon 43 Jahre alt, geloben er und seine Freunde gemeinsam auf dem Montmartre in Paris Armut und die Wallfahrt ins Heilige Land, um, wenn es möglich ist, dort ihr Leben im missionarischen Dienst einzusetzen. Dieser Plan scheitert, da zu diesem Zeitpunkt wegen der Türkenkriege keine Pilgerfahrten mehr ins Heilige Land durchgeführt werden können. Nach weiteren Zwischenstationen, die er stets nutzt um „den Seelen zu helfen“ und dabei viel Zulauf hat, geht er zu weiteren Theologiestudien nach Venedig und wird dort 1537 zum Priester geweiht. Da die Heilig-Land-Pläne aufgegeben werden müssen, entschließen sich die Gefährten, ihre Dienste dem Papst anzubieten, „damit er sie dorthin sende, wo nach seinem Urteil dem Reich Gottes besser gedient wäre.“ Papst Paul III., ein sehr weltlicher Fürst, macht von dem Angebot Gebrauch und gibt in der Folge Aufträge, die mehrere der Freunde nach auswärts führen?: Siena und Parma, aber es gibt auch Gesuche um Missionare für Indien. Bevor die Gruppe, der sich inzwischen weitere Mitglieder angeschlossen haben, auseinanderfällt, kommt die Idee auf, einen Orden zu gründen. So entsteht nach etlichen Schwierigkeiten schließlich im Jahre 1540 die Gesellschaft Jesu, Societas Jesu mit der Abkürzung SJ, deren erster Oberer er 1541 wird. Stierli schreibt?: „Fünfzehn Jahre lang leitet er die rasch wachsende Gemeinschaft, müht sich um die organisatorischen Strukturen, sorgt sich um das geistige Leben der ihm anvertrauten Jüngerschar und lenkt die immer weiter ausgreifenden apostolischen Unternehmen.“ Ein chronisches Gallenleiden verfolgt ihn mit Intervallen seit Manresa, dem er schließlich im Jahre 1556 erliegt.
Vergleich der Zeitgenossen Ignatius von Loyola – Martin Luther?:
Manchmal wurde Ignatius von Loyola als Anti-Luther bezeichnet. Das ist geschichtlich nicht richtig. Man muss davon ausgehen, dass sie sich nicht kannten und sich nicht gegenseitig beeinflusst haben. Andererseits wurde Ignatius auch als verkappter Lutheraner bezeichnet, weil auch er ein Reformer war. Aber es gibt große Unterschiede?: Für Luther war das geschriebene Wort der Bibel das Entscheidende?: Glaube entsteht vom Hören bzw. Lesen des Wortes. Für Ignatius war die Gestalt Jesu wichtiger als das Wort der Bibel, die er später während seines Studiums natürlich auch kennengelernt hat. Sein Glaube kamen vom Betrachten des Lebens Jesu und durch Visionen, er war ein Mystiker. Folgerichtig wollte er seine Gesellschaft Jesu auch so aufbauen und leben, wie Jesus mit seinen Jüngern durch das Land zog und die Frohe Botschaft verkündete. Er wollte kein eigenes Ordensgewand, keine Klausur, die Mitglieder sollten zu den Menschen gehen, kein gemeinsames Chorgebet usw. Der Unterschied dieser beiden Reformer kommt aber nicht nur von der unterschiedlichen Umgebung, in der beide wirken, sondern auch aus ihrem unterschiedlichen Charakter. Martin Luther konnte nicht einem Herrn untertan sein, der selbst kein christliches Leben führte, wie es beim damaligen Papst und in weiten Bereichen der Kirche der Fall war. Er sah, was nicht in Ordnung war und was er bekämpfen musste, notfalls bis zu seinem Ausschluss. Ganz anders die Veranlagung bei Ignatius von Loyola, er verfolgte ein Ziel, das er nicht aus den Augen ließ und suchte sich mit den Gegebenheiten zu arrangieren, um des Zieles willen. Für sich selbst war er radikal und überzeugte auch seine Mitarbeiter, diese Radikalität zu leben, aber er wollte nicht das System verändern sondern einzelne Menschen für seine Ideen gewinnen, man hat ihm sogar individualistischen Mystizismus vorgeworfen. Er bekannte sich zur realen, historischen und befleckten Kirche, zur streitenden Kirche. Beide sahen die Verkommenheit der Kirche und haben sie auf so unterschiedliche Weise bekämpfen wollen.
Aktualität und Bedeutung für das Enneagramm?:
Ziel der Beschäftigung mit dem Enneagramm ist, das wahre Selbst zu entdecken, aufmerksam zu werden für das, was Gott mit uns vor hat, welche Aufgabe er uns im Leben zugedacht hat. Dazu gehört, dass wir uns unserer Fähigkeiten, aber auch unserer Schwierigkeiten bewusst werden. Dabei ist das Enneagramm ein Hilfsmittel, „ein spirituelles Modell zur Selbsterkenntnis, zur inneren Heilung und des seelischen Wachstums“, wie Schwester Anneliese Heine in ihrem Vorwort zum Buch von Beesing, Nogosek und O’Leary schreibt. Sie schildert, wie sie selbst zum Ennagramm kam und fährt dann fort?: „In diesen Jahren wuchs der Wunsch, das, was mir selbst in tiefgreifender Weise auf dem Weg zu mir selbst, zu anderen und zu Gott weitergeholfen hat, auch an andere Menschen weiterzugeben …“ Sie drückt in moderner Sprache aus, was Ignatius meinte, wenn er sagt, dass er nach seinen Erfahrungen im Krankenbett und Manresa den dringenden Wunsch verspürt, „den Seelen zu helfen“, das weiterzugeben, was ihm in so wunderbarer Weise widerfahren war. Einer seiner Leitsätze wird sein?: Die „Gleichförmigkeit mit dem Willen Gottes“ zu suchen, d.h. den Auftrag zu erfüllen, den Gott ihm im Leben zugedacht hat. Dazu gehört, dass er bei allen Entscheidungen Zwiesprache pflegt mit Gott und mit ihm ringt, um sich von ihm bestätigen zu lassen. Diese Verbundenheit mit Gott geht so weit, dass er sagen kann?: „Zu jedem Mal und zu jeder Stunde, da ich Gott finden will, finde ich ihn.“ Ein andere Leitspruch lautet?: „Gott finden in allen Dingen.“ In seinen Anweisungen zu den geistlichen Übungen macht er sehr konkrete Vorschläge, wie man sich selbst beobachten und nach und nach von Fixierungen lösen kann. Liest man die Texte, so muss man sie wohl in die heutige Sprache übersetzen, damit sie für uns akzeptabel sind. So schreibt er z.B. in seinen Vorbemerkungen?: „Denn gleichwie Umherwandeln, Auf-ein-Ziel-Zugehen und Laufen körperliche Übungen sind, so nennt man geistliche Übungen jede Art, die Seele vorzubereiten und instand zu setzen, damit sie alle ungeordneten Neigungen von sich entferne und nach deren Entfernung den göttlichen Willen suche und finde in der Regelung des eigenen Lebens zum Heil der Seele.“ Versuchen wir diesen Text in die heutige Terminologie zu übersetzen, würde es vielleicht so klingen?: „Wie sportliche Betätigung körperliche Übungen sind, so spricht man von geistlichen Übungen, wenn wir uns darauf vorbereiten, uns selbst besser kennenzulernen mit all unserem Fehlverhalten und wenn wir durch Loslösung von unseren Fixierungen befähigt werden, der Mensch zu werden, als den Gott uns gedacht hat, und dadurch zur Ganzheit zu gelangen.“ Es wäre interessant, weitere Textstellen zu zitieren und die Sprache zu aktualisieren, um die Nähe zur Arbeit mit dem Enneagramm aufzuzeigen, aber das würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen. Auf der anderen Seite sind viele Begriffe aus den Exerzitien in das Vokabular des Enneagramms übernommen worden?: Trost und Mißtrost, Früchte des Geistes, geistliches Feuer, innere Dunkelheit usw. Dabei darf nicht vergessen werden, dass die Selbsterkenntnis nur der erste Schritt auf dem Weg zum wahren Selbst ist. Teresa von Avila, eine spanische Zeitgenossin von Ignatius, die ebenfalls Anleitungen für geistliche Übungen für die Schwestern des Karmelitenordens aufgeschrieben hat, spricht von den sieben Wohnungen der Seele, die durchwandert werden müssen und die erste davon ist diejenige der Selbsterkenntnis. Nach ihrer Ansicht ist dieser erste Schritt allerdings der schwierigste, das Durchwandern der weiteren Wohnungen ergibt sich dann als notwendige Folgerung und wenn wir schließlich die siebte Wohnung erreichen, begegnen wir Christus in uns selbst. Die beiden spanischen Mystiker, Ignatius von Loyola und Teresa von Avila, wurden im Jahre 1622 heilig gesprochen.

Verwendete Literatur?:

Josef Stierli, Ignatius von Loyola
Ludwig Marcuse, Ignatius von Loyola
Alain Guillermou, Ignatius von Loyola

Aus EnneaForum 23 (Mai 2003), S. 29-31 © Ökumenischer Arbeitskreis Enneagramm e.V., Celle. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Ökumenischen Arbeitskreises Enneagramm.

Kommentare

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Scmitt seit den 15,5,2010 · 22.06.2010 18:22 → Kommentarlink 001392

Ich danke Ihnen von ganzem Herzen Mich ein stueck naeher zu dem gebracht haben was mein Freund und Pasteur versucht hatte mir zu verstehen zugeben,aber in Franzoesichersprache,nochmals vielen Dank!!!!

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