EnneaForum 23, S. 22 (Mai 2003)

Claudia Montanus

Interview mit Suzanne Zuercher

bei der Jahrestagung 2003 des ÖAE
Interview und Übersetzung?: Christa Schneider-Körber.
Fragen?: Claudia Montanus

Als du das Enneagramm kennengelernt hast …
das war 1968 als mich Bob Ochs, ein Jesuitenpater, der das Enneagramm bei Claudio Naranjo studiert hatte, einlud, an einem Seminar teilzunehmen. Sein Hinweis, das ganze sei geheim zu halten, hat mich jedoch davon abgehalten.
Sieben Jahre später holte mich Paul Robb, ebenfalls ein Jesuitenpater, an sein „Institut for Spiritual Leadership“. Dort arbeitete man mit dem Ennnea­gramm und so lernte ich es kennen und erfuhr später, dass er mich dorthin geholt hatte, weil mein Enneagrammtyp im Team noch fehlte. Das Enneagramm hat mich sofort gefesselt und ich hatte keine Mühe meinen Typ zu finden.

Wobei hat dir das Enneagramm geholfen??
Es hat mir meine Lebensthemen gezeigt und die Wege, wie ich damit umgegangen bin, im Guten wie im Schlechten. Meine Lebensgeschichte wurde mir klar. Ein Beispiel?: Als Kind hatte ich rheumatisches Fieber. Mein Mutter hat es immer nur „romantisches“ oder „dramatisches“ Fieber genannt und als ich ihr sagte ich wollte Schauspiel studieren, sagte sie nur?: „Das musst du nicht studieren, das kannst du schon“.
Das Enneagramm ist eine Quelle, die ständig neue Dinge aus mir heraussprudeln lässt, für mein eigenes Leben, meine Lehrtätigkeit und meine Arbeit.

Was schätzt du an dir selbst als Vier??
Ich weiß nicht genau was ich darauf antworten soll. Ich glaube, es ist für mich zu wissen, wer ich bin, authentisch zu sein.
Ich male gerne Bilder mit Worten.

Was magst du an anderen Leuten??
Wenn sie direkt, herzlich und bescheiden sind.

Was fällt dir an deinem Beruf leicht/schwer
Ich habe jetzt eine Leitungsfunktion und es freut mich, Gemeinschaft entstehen zu lassen. Das Einwerben von Spendengelder gehört zu den Aufgaben, die ich gerne mache. Es macht mir Freude, wenn es mir gelingt, die Ziele, für die wir arbeiten, so vermitteln zu können, dass andere Leute sich dafür einsetzen und Geld spenden. Für mich ist das fast eine sportliche Herausforderung. Das ist wohl mein Dreier-Flügel, mein Verkaufstalent.
Die reine Verwaltungsarbeit ist mir eher lästig ebenso die unvermeidliche hierarchische Struktur.

Womit verbringst du gerne deine freie Zeit??
Davon habe ich wenig. Ich entspanne mich dann, indem ich Unterhaltungssendungen im Fernsehen anschaue oder zu zweit ein gutes Essen in netter Umgebung genieße und natürlich freue ich mich immer, wenn ich Zeit habe, mit meinem Kater zu spielen.

Welche Zeit ist für dich vergeudete Zeit??
Zeit, die man damit verbringt sich zu sorgen, was geschehen könnte. Das ist für mich vergeudete Energie.

Wie sieht deine Beziehung zum Vertrauen aus?? Oder?: Vertrauen – was assoziierst du damit??
Das ist für mich, sich in das, was im Moment geschieht, vertrauensvoll hineinzubegeben. Im Hier und Jetzt völlig präsent zu sein, ist das einzige was wir tun können.

Wir sind von Gott geschaffen, um zu …
Gott hat uns geschaffen, damit das Göttliche in uns wirksam werden kann. Damit wir so frei von uns selbst werden, dass er uns für die Erfüllung seines Planes nutzen kann. Unser Ego muss zurücktreten, denn es sagt?: Es ist mein Plan, der zählt.

Aus EnneaForum 23 (Mai 2003), S. 22 © Ökumenischer Arbeitskreis Enneagramm e.V., Celle. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Ökumenischen Arbeitskreises Enneagramm.

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