EnneaForum 23, S. 11 (Mai 2003)

Peter

Vertrauen Sechs

„Wie geht es mir mit dem Vertrauen …“ Gedanken einer Sechs

als Ruheständler?? – als Mittsechziger?? – als Ehemann und Vater?? – als Großvater?? – als Bürger oder Privatmann?? – als Enneagramm-Fan?? – als Christ ? – in Erwartung von Schmerzen, Krankheit und Tod – Heute ?

Das Thema „Vertrauen“ ist bei mir heutzutage eingebettet in die täglich neu erfahrene Herausforderung, Christ zu sein. Loslassen der Bedenken, es könne (mir) etwas passieren, was ich vorausbedenken müsste, worauf ich mich besser schon jetzt einstellte. Da ich mittlerweile nur noch vorausplane, wenn ich dringend muss, lebe ich wesentlich gelassener.

Ich betrachte mein tägliches Abarbeiten der „dringendsten“ Aktivitäten humorvoller?; über Stapel voller unerledigter Dinge kann ich zulassend hinweg sehen. Offen wende ich mich den täglich neuen, unerwarteten Dingen zu und versuche – als nicht mehr beruflich Bedrängter – auch etwas Besonderes in dieses Geschenk „Zeit“ hineinzulegen.
So höre ich auch mehr auf meine innere Stimme oder folge einer Eingebung.
Das kann der Anruf bei einem Freund sein, der Gang zum Markt, mir ein Geschenk für meine Frau einfallen zu lassen, oder die disziplinierte Erledigung meiner ehrenamtlichen Aufgabe.

Daneben ist die Herausforderung an mein Vertrauen an einen glücklichen Ausgang des Vorhabens aber stets präsent.
Ein Beispiel für das, was mir Herausforderung und Chance zugleich ist?:
Ein mir wichtiger lieber Mensch soll mit einer Feier überrascht werden. Ich gehe mit der Aufgabe schwanger, ihm eine ehrende Rede zu halten. Am PC schreibe ich nieder, was mir dazu in den Sinn kommt. Klar ist mir?: Ich will kein schlechtes Gefühl haben. Klar ist mir auch?: Ich tue mich nicht leicht, etwas Gescheites zu formulieren. Wieder einmal geschieht es?: Ich lasse etliche Ablenkungsmanöver zu, die mich abhalten, mit dem Eigentlichen zu beginnen. Meine innere Stimme sagt?: „Du könntest dich – zumindest vor dir selbst – unsterblich blamieren.“ Und?: „Eigentlich magst du dich doch gar nicht so öffentlich präsentieren.“ Doch zum Glück kommt eine andere hinzu?: „Du weißt doch?: Wenn du dran bleibst und nicht fliehst, wenn du dir Zeit nimmst, andere um ein Feedback fragst, so wird es gut werden?!“ Und dann schleicht sich Vertrauen ein?: „Ich werde gute, ins Herz fallende Gedanken und Formulierungen finden, ich werde eine Antwort finden auf die drängende Frage?: Wie kann ich angemessen das ausdrücken, was mir auf der Seele liegt. Und ein schönes Geschenk finde ich auch, habe schon eine Idee …“ Und?: Falls ich es nicht schaffe, so muss ich wieder einmal lernen loszulassen. Es wird so oder so eine schöne Begegnung werden.
Das ist mein Vertrauen, das habe ich gelernt.

Aus EnneaForum 23 (Mai 2003), S. 11 © Ökumenischer Arbeitskreis Enneagramm e.V., Celle. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Ökumenischen Arbeitskreises Enneagramm.

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