EnneaForum 23, S. 10 (Mai 2003)

Joachim Lange

Vertrauen Fünf/Sechs

Gedanken einer 5/6 zu „Vertrauen“

vorab?: Zur Jahreshauptversammlung fuhr ich noch in der Gewissheit, eine 5 zu sein, und habe dort zugesagt, darüber nachzudenken und zu schreiben, was ich als 5-er über „Vertrauen“ „denke“. In Magdeburg angekommen, füllte ich den Fragekatalog von A. Ebert aus, um mich zu vergewissern, und stellte an Hand des Katalogs fest?: Ich bin eine Sechs. Nun gehören die 5 und 6 beide zum Kopfzentrum.
In Wörterbüchern suchte ich zum Wort „Vertrauen“ und fand für mich zutreffend?: „Vertrauen“?: „sich verlassen auf, bauen auf, seine Hoffnung setzen auf“.
Dies alles fällt mir schwer, genau so wie Vertrauen zu schenken. Die Gegenwörter sind mir vertrauter?: „Argwohn, Skepsis, Zweifel“. Der Vertraulichkeit setze ich Distanz und Steifheit entgegen.
Ich kann nur echtem, unverfälschtem, abstrakten Wissen vertrauen, ich verlasse mich auf mein Denken, Berechnen, Entscheiden. An eine neue, mir fremde Situation gehe ich zurückhaltend, reflektierend und überlegt handelnd heran.
Die Regeln will ich kennen, in Prinzipien, Systemen (Ennea­gramm), Methoden finde ich Halt, das schützt mich vor menschlichen Verwicklungen.
Diese Sichtweise hat zu meiner Beziehungslosigkeit beigetragen?; mitunter ist sie mir schmerzlich bewusst. So brauche ich mich nicht auf die vage Welt der Gefühle, Emotionen sowie instinktiven Reaktionen einzulassen. Dabei ist der Wunsch nach Akzeptiert-Werden stark, die ständige Bestätigung wird mit ausgelöst durch ein niedriges Selbstwertgefühl. Auch das mangelnde Urvertrauen hat damit zu tun, auch weil es mir meine Eltern nicht mitgeben konnten.
Der Mangel an Selbstwertgefühl, an Selbstvertrauen brachte und bringt es mit sich, dass ich andere geeignete Autoritäten suche, die mir Sicherheit bieten.
Mein Abwehrmechanismus ist die Projektion, ich projiziere in andere, die meine eigenen negativen Gedanken hinein. Mein eigenes Misstrauen übertrage ich in andere Personen.
Welche kleinen Schritte kann ich gehen, heraus aus dem Misstrauen hin zu mehr Vertrauen??
Ich will vertrauen lernen in meine größten Stärken zu vertrauen?: dem Denken und Entscheiden.
In welchen Gruppen kann ich Sicherheit finden??
Wie kann ich es lernen, mit mir und den anderen in Frieden zu leben??
– Indem ich die Zeit des Alleinseins nutze, meine Gedanken und Ansichten kennen zu lernen (wie z.B. in diesen Zeilen).
– Ich werde weiter durch das Üben mit Yoga und Autogenem Training mich niederzulassen, auszuruhen, durch Meditation nach innen zu schauen. Dort kann ich evt. das Geheimnis entdecken = die Vielfalt, Respekt und Einheit, die aus dem gleichen Holz geschnitzt sind.
Durch dieses neue Verständnis erkenne ich Harmonie, Liebe und Dienen als eine neue Möglichkeit meines Lebens. Wenn ich in meine Schatzkammer hineingehe, so finde ich dort das Selbstvertrauen und die Liebenswürdigkeit und den inneren Frieden.
Joachim Lange, Magdeburg

Du bist bei mir, warum sollte ich mich fürchten?? Wenn keiner meinen Hunger stillt,
du nährst mir Geist und Herz.
Wenn alles in mir zerrinnt
wie Sand in meinen Fingern,
so hältst du mich, gibst Wasser, das den Durst mir löscht, den Durst nach Leben.
Du führst mich sicher,
zeigst mir den Weg. Du führst mich, wenn die Lichter verlöschen, wenn das Dunkel kommt, wenn ich einsam bin, wenn ich lieblos gegen Menschen und vor dir, du bleibst bei mir.

(Joachim Lange nach Psalm 23)

[aus: EnneaForum 23, Mai 2003, S. 10

Aus EnneaForum 23 (Mai 2003), S. 10 © Ökumenischer Arbeitskreis Enneagramm e.V., Celle. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Ökumenischen Arbeitskreises Enneagramm.

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