EnneaForum 23, S. 03-04 (Mai 2003)

ÖAE-Jahreshauptversammlung 2003 Nachlese

Das berichten Teilnehmer über die Tagung in Oberwesel?:

„Suzanne und Lily“ – Ein sehr subjektiver Rückblick?

Ich lasse die Jahreshauptversammlungen der vergangenen Jahre Revue passieren und stelle fest, sie waren alle sehr unterschiedlich, nur eines hatten sie gemeinsam?: sie waren und sind für mich eine Bereicherung, sie gaben mir Mut, Trost, Entspannung, Anregung.
Die diesjährige JHV empfand ich als ganz besonders harmonisch und wohltuend. Es passte einfach alles?: die Organisation, die Räumlichkeiten, das hinreißende Abendprogramm mit Regula und natürlich das Zusammensein mit Suzanne Zuercher. Ich konnte mich fallen lassen und mich auf eine spirituelle Reise geleiten lassen. Ein unvergessliches Erlebnis?! Suzanne hat nicht nur ein großes Herz für Menschen, sondern auch für Tiere. Ich fühle mich mit ihr verbunden und verstanden und konnte eine gemeinsame Wellenlänge richtig spüren.
Das entscheidende Erlebnis dieser Tage steht für mich im Zusammenhang mit meiner Katze Lily?: In Beantwortung einer Frage, die Suzanne an uns Zuhörer richtete, erzählte ich die Geschichte von Lily, die 6 Tage lang verschwunden war und mich in Trauer und Verzweiflung stürzte und dann plötzlich wieder auftauchte, wie von Gottes Hand geleitet. In der folgenden Pause kam Suzanne auf mich zu und fragte?: „What is the name of your cat??“ („Wie heißt deine Katze??“) Es mag für viele nicht nachvollziehbar sein, aber für mich öffnete sich mit dieser Frage der Himmel. Ich fühlte mich von Suzanne verstanden, umarmt, transformiert in einen Zustand, nach dem ich mich sehne.
Dieses Hochgefühl kann natürlich nicht anhalten, aber ich trage die Erinnerung in meinem Herzen und in der Stille, im Gebet öffnet sich der Himmel wieder einen Spalt breit?!
Heide Förster

Die Jahreshauptversammlung

des öae in Oberwesel habe ich in diesem Jahr als besonders gelungen erlebt. Die Leitung von Rainer Fincke im Zusammenspiel mit Heidi vonWedemeyer war gestrafft und verbindend zugleich. Das Treffen insgesamt war natürlich durch die Ausführungen von Suzanne Zuercher etwas ganz Besonderes und ich bedauerte es zutiefst, dass ich am anschließenden Seminar mit ihr nicht teilnehmen konnte.
Auch das Miteinander der TeilnehmerInnen habe ich als vertraut erlebt. Am Samstagabend, gab es einen köstlichen, die Lachmuskeln erheblich beanspruchenden „ enneagrammatischen Märchenabend „ der Humoristin Regula Pavelka, die uns unsere Muster ganz treffend und humorvoll-provokant darstellte – beim Märchenlesen ?! Etwas steif ging es, mir unverständlich, danach zu?; wo blieb unser „mitspielen“??
Ein besonderer Beifall von mir gilt dem Ort, der Jugendherberge auf der Burg Oberwesel, die Tagungsräume waren wunderschön und das Essen hervorragend, der Blick auf den Rhein ein Erlebnis.
Und die Thomasmesse ?!? Wie tief habe ich sie erlebt – wie liebevoll war sie wieder gestaltet. Danke ?! Dem ganzen Team sei Dank für das große, spürbare Engagement.
Marianne Mehl

Die diesjährige jhv

wird bei mir in sehr positiver Erinnerung bleiben. Nicht nur weil (als langjährige Bonnerin) Heimatgefühle beim Anblick des Rheins aufkamen … sondern weil ich die Tagung sowohl inhaltlich als auch „rahmenmäßig“ als sehr erfüllend empfunden habe.
Inhaltlich wurde ich stark herausgefordert durch Suzanne Zürchers neue Ausführungen über die „Holy Ideas“. Bei den theoretischen Darlegungen hatte ich zeitweise Mühe zu folgen und merkte, dass meine Gedanken abschweiften ( ich tröstete mich damit, dass ich alles nachlesen werde ?!).
Meine Aufmerksamkeit war sofort wieder da, wenn Suzanne Bilder benutze, um etwas zu verdeutlichen und kleine Geschichten erzählte.
Suzannes Ernsthaftigkeit, gepaart mit Humor und ihrem herzhaft-ansteckendem Lachen haben mir sehr imponiert. Ihr Motto zu den neuen Gedanken basierend auf Herrn A.H.Almaas Theorien schien zu sein?: „Prüfet alles – und das Gute behaltet ?!“ Und diese Einstellung begrüße ich sehr.
Spannend fand ich die Podien mit den „Experten“ eines jeden Typus.
Durch das „Professional Training“ bei H.Palmer habe ich diese Art der Arbeit sehr schätzen gelernt und hoffe, dass wir im öae diese Methode noch öfters oder stärker berücksichtigen.
Der Rahmen der Tagung war so vielseitig und interessant, dass die Zeit fast zu kurz war … Da gab es interessante Gespräche mit jhv-Neulingen, einen gut sortierten Büchertisch, die öae-Ausbildung wurde verschiedentlich diskutiert, es wurde getanzt und gesungen … eben eine Tagung für Körper, Geist und Seele.
Eine Anregung für weitere jhvs?:
Ich wünsche mir Gelegenheit für eine Austauschrunde mit anderen dreiern, also eine Zeit, wo man sich in Typ-Gruppen trifft (nicht als ein „Muss“, sondern als Angebot) , reflektieren kann, wie das letzte Jahr verlaufen ist, welche Erfahrungen ich mit meinem Muster gemacht habe, was mir geholfen hat, etc. Ich denke, dadurch könnten wir noch mehr voneinander profitieren.
Ulla Peffermann-Fincke

Was ich als „8“ erlebt habe.

Die spirituellen Seiten des Enneagramms enthielten den Aspekt des Getrenntseins. Das habe ich mir näher angeschaut als mögliche Ursache meines durchaus vorhandenen Gefühls, bei größeren Menschenansammlungen mich gelegentlich als Fremdkörper zu fühlen, der sich schwertut, sich in die gesellschaftlichen Formen des small talk einzustimmen und einzubringen. Was ist da los?? Ich habe bei den Tischrunden meine Neigung realisiert, nach einer gewissen Beobachtungsphase in mehr oder weniger provokativer Weise einen Einstieg in das allgemeine Palaver zu versuchen. Die vielleicht verwunderte Reaktion darauf löste in mir den Reflex aus, meinen Vorstoß zu untermauern, was regelmäßig ganz zügig eine kontroverse Diskussion nach sich zog, die ich mehr oder wenig auffällig auf Gleise lenkte, auf denen ich mich sicher fühlte. Aufmerksame Gesprächspartner merkten das natürlich, andere ließen sich eher verhalten auf meine Manipulation ein, ich hatte danach oft eher das mulmige Gefühl, mich da etwas deplaziert breit gemacht zu haben. Dieses „danach“ konnte mehrere Stunden betragen und auch jetzt kommt diese Betrachtung nicht spontan, sondern erst nach Wochen. Eigentlich erst, nach dem ich im Verlauf der Tagung mit Suzanne Zuercher und erst recht dem Enneagramm II mit Peter und Heidi v. Wedemeyer in Craheim in eine Veränderung meiner Kommunikationsformen gelangt war.
Was ich aber noch in Oberwesel fertigbrachte, war, solchermaßen verfahrene Gesprächsrunden über die Haut statt über die Stimme zu harmonisieren. Ich konnte die Hand oder die Schulter meines Gegenübers anfassen und dabei einen anderen Ton anschlagen und die Spitzen aus meiner Argumentation nehmen, um den gemeinsamen Aspekt zu betonen, vielleicht zu lachen und eher die Komik zu sehen.
Danach vermied ich nicht mehr so stark, meine small talk-Störungen zu ignorieren, sondern konnte gelegentlich sogar dieselben einfädeln, womit der Bann gebrochen war und ich die Szene „unter Kontrolle“ hatte. Irgendwie fühlte ich mich danach eher als member of the club.
Reinhart Förster

»Für manche war es ein weiter Weg,

der noch durch Schnee und Verkehrsstaus behindert wurde – aber er lohnte sich. Mehr als 100 Teilnehmer waren zur Jahreshauptversammlung gekommen.
Zugegeben, es waren noch nie nur die Formalien der Mitgliederversammlung selbst, die so viele Enneagramm-Fans jährlich angezogen haben, und auch diesmal dürfte es wieder die bewährte Mischung gewesen sein?: die Freude, Freunde zu treffen oder hier kennenzulernen (es kamen auch viele „Neue“), inhaltlich Neues zu erfahren zum Erleben des Enneagramms, und nicht zuletzt?: wichtige Angelegenheiten des Vereins zu bereden (Ausbildungskonzept).
Wie immer klappte die Organisation bestens?: die Namensschildchen lagen schon bereit, jede/r bekam sehr schnell seinen Zimmerschlüssel, die Veranstaltungen fingen pünktlich an und endeten auch pünktlich – so selbstverständlich wie es klingt, ist das keineswegs. Und die Beschlüsse der Mitgliederversammlung wurden schnell gefasst?; bei allem, was anstand, gab es viele Freiwillige, die mithelfen wollten und kreative Ideen beitrugen.
Diese jhv wirkte spielerisch, leicht, als ob alles sich von alleine regelte, inklusive laufende Übersetzungen und Kopien der Ausarbeitungen von Suzanne Zuercher – und wie viel Arbeit geleistet werden muss, bis solch ein Eindruck entstehen kann, das weiß jeder, der selbst einmal ein Seminar o.ä. geleitet hat?!
Hauptattraktion war Suzanne Zuercher, die ja nicht zum erstenmal bei uns auf der jhv als Gast war. Suzanne zeigte uns die Dimension des Enneagramms, die in die Tiefe führt. Wir wurden erinnert an unser ursprüngliches Gehaltensein – und dass wir auf den Verlust des Vertrauens mit speziellen neun verschiedenen Antworten reagieren. Ihr Rat war immer wieder?: „relax“. Entspann dich, lass es geschehen, es ist alles immer schon vollkommen und gleichzeitig ändert es sich in jedem Augenblick. Nur – leider können wir das nicht so einfach verwirklichen, schließlich stecken wir in unseren Mustern – aber wir können ein wenig näher dran sein, und wir können die ursprüngliche Einheit in kleinen Augenblicken erleben. Suzannes Predigt zum großen Fischzug am Sonntag machte es deutlich?: Wenn wir auf Jesu Wort vertrauen, das Netz noch einmal auswerfen, obwohl wir doch schon so müde sind, dann können wir all die schönen und stinkigen Fische (Eigenschaften) herausholen, anschauen und aushalten. Bis jetzt haben wir nachts gefischt, jetzt im Licht der Gottesliebe, bei Tage, wie Petrus. Das Erkennen all des Heraufgeholten wird heilsam, dann können wir uns als Teil des Göttlichen spüren und es in die Welt tragen – zu Menschenfischern werden. Wie wir das machen sollen?? Mit welcher zusätzlichen Anstrengung das verbunden ist?? – Relax?!
Am Sonnabend genossen wir Enneatainment vom Feinsten – Regula Pawelka brachte uns Rotkäppchen nahe, erzählt von 9 völlig verschiedenen Typen, und die Anwesenden fanden sich in ihrem Stil erschreckend genau wiedergegeben. Danach wieder Gespräche beim Rotwein oder anderem Trinkbaren, im großen Saal auch Tanz, es waren schöne und anregende Tage, danke an alle, die sich eingesetzt haben. Regina Viereck, Februar 2003

Aus EnneaForum 23 (Mai 2003), S. 03-04 © Ökumenischer Arbeitskreis Enneagramm e.V., Celle. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Ökumenischen Arbeitskreises Enneagramm.

Kommentare




Hier können Sie einen Beitrag dazu verfassen:

  Textile-Hilfe

Impressum: Ökumenischer Arbeitskreis Enneagramm e.V. | Vereinsregister-Nr. 100528 Amtsgericht Lüneburg
Geschäftsstelle: Eveline Schmidt | Wehlstr. 23 | 29221 Celle | Tel. (05141) 42234 | info@enneagramm.eu
Web-CMS Textpattern || 2010 eingerichtet von Michael Schlierbach | Marktplatz 32a | 83115 Neubeuern | Tel. 08035 - 875930