Marc Aurels „Selbstbetrachtungen“ und das Enneagramm

Marc Aurel (121 – 180 n. Chr.), der Philosoph auf dem römischen Kaiserthron, wird oft als der letzte große Stoiker bezeichnet. Bei diesem Begriff denkt man schnell einmal an einen Menschen, der alles, was ihm widerfährt, ohne Wimpernzucken hinnimmt, einen Menschen, der auch beim schlimmsten Schicksalsschlag gefühllos bleibt und selbst dem Tod mit der sprichwörtlichen „stoischen Gelassenheit“ entgegengeht. Dieses Bild des stoischen Menschen hat seine Richtigkeit und greift dennoch zu kurz. Das wird deutlich, wenn wir einen Blick in Marc Aurels berühmte „Selbstbetrachtungen“, die er im Alter von etwa fünfzig Jahren verfasst hat. Tatsächlich beschwört er darin das Ideal eines Menschen herauf, der „von Herzensgrunde alles bejahen heißt, was ihm widerfährt und zuteil wird“ (III, 4). Immer wieder begegnen wir in seinem Werk einer solchen akzeptierenden Grundhaltung. Sie soll beim Menschen auf der Überzeugung basieren, „dass sein Schicksal, so wie es ist, gut ist“, und dass das Einzelschicksal „unlösbar mit dem Gesamtgeschehen verbunden und im Aufbau der Welt unverloren“ (III, 4) ist…

Hans Peter Niederhäuser

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