Das Enneagramm-Interview

Im Rahmen eines Workshops mit dem Titel „Typisierung“ wurde Interviewtechnik demonstriert.
Ich hatte zwar schon einmal einen schriftlichen Test aus dem Rohr/Ebert-Buch gemacht, war mir aber über meine eigene Diagnose nicht sicher. Da für den Workshop eine Testperson benötigt wurde, stellte ich mich deshalb – nach kurzem Zögern – gerne zur Verfügung. Die freundliche und kompetente Erscheinung von Gerd Heck, den ich noch nicht kannte, und die angenehme kleine Gruppe machten mir die Entscheidung nicht allzu schwer.
Zunächst musste ich einen langen Fragebogen (Reifarth 1997) durcharbeiten, dann kam endlich das Interview. Durch die freundliche Art, wie Gerd seine Fragen stellte, und sein geduldiges Warten auf meine Antworten, entstand sehr rasch eine Atmosphäre, die mich meine Zuschauer im Rücken ganz vergessen ließ. Da ich mir reichlich Mühe gab, alle Fragen möglichst zutreffend zu beantworten, ging es nur sehr langsam vorwärts. Besonders bei komplexeren Fragen wie: „Welche Worte würden Ihre Freunde und Kollegen gebrauchen, um Sie zu beschreiben?“ musste ich mir öfters mehr Zeit zum Nachdenken nehmen. Und obwohl ich meine Zuschauer bereits gut ausgeblendet hatte, wurde ich etwas unruhig, als mir zu Bewusstsein kam, das Interview könnte vielleicht deshalb langweilig für die anderen Workshopteilnehmer werden. Gerd jedoch ließ sich von derartigen Gedanken offensichtlich nicht aus der Ruhe bringen. Beharrlich arbeitete er sich Frage für Frage voran, und ich bin ihm dankbar dafür, dass er mich als Klient nach Ablauf der Zeit nicht mit einem halbfertigen Interview im Regen stehen ließ. Das Auswertungsgespräch fand dann am Abend ohne die anderen Workshopteilnehmer statt und hat wohl nochmals eine knappe Stunde in Anspruch genommen.
Sehr angenehm empfand ich dabei seine Herangehensweise. Eigentlich hatte ich Enneagramm-Neuling ein bisschen befürchtet, dass mir jetzt ein Typ mit allen seinen Konsequenzen über den Kopf gestülpt wird. Aber es sollte ganz anders kommen. Nachdem er mir erläutert hatte, welche Typen er bei mir mit ziemlicher Sicherheit ausschließen würde, erfolgte noch einmal eine Feinabstimmung im Gespräch, in dem ich nicht nur in seine Überlegungen zu meinem Typ einbezogen wurde, sondern auch noch mit ein paar ganz brauchbaren Tipps für mein weiteres Leben beschenkt wurde. Reinhard Wetzel

Aus EnneaForum 29 (), S. © Ökumenischer Arbeitskreis Enneagramm e.V., Celle. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Ökumenischen Arbeitskreises Enneagramm.

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