Erfahrungsberichte von der JHV 2006

JHV – meine erste Begegnung mit dem ÖAE

„Geh unter der Gnade, geh mit Gottes Segen, geh in seinem Frieden, was auch immer du tust“. So tönt es in meinem Inneren während der Autofahrt in Richtung Heimat. Meine erste Begegnung mit „Enneagramm-Menschen“ liegt nun hinter mir. Es hat lange gedauert, bis ich sie gefunden habe. Vor ca. 12 Jahren habe ich das Rohr/Ebert-Buch gelesen und war voll begeistert. Doch wo gab es Gleichgesinnte oder einen Gesprächskreis? Erst letztes Jahr wurde ich auf den ÖAE aufmerksam gemacht. Was, einen richtigen Verein gibt es da?! Nun ging alles ganz schnell. Anfang Januar bin ich dem ÖAE beigetreten, und postwendend wurde ich zur JHV eingeladen.
Neben dem äußeren Programm interessierten mich vor allem die Menschen. Am Esstisch, im Foyer, im Workshop gab es gute Gespräche mit Teilnehmern unterschiedlichen Alters und Herkunft. Im Plenum konnte jeder offen sagen, was er dachte. Doch geschah dies in gegenseitigem Respekt und in Achtsamkeit. Ob das am auffallend hohen Bildungsgrad der Teilnehmer lag? Oder waren da doch die positiven Auswirkungen der Enneagramm-Arbeit zu spüren? Vereint in der Thomas-Messe empfingen wir Mut und Zuversicht für den Alltag.
So fahre ich gestärkt und mit frohem Herzen die Passstraße hoch zu meinem kleinen verschneiten Heimatdorf auf der Schwäbischen Alb. Morgen werde ich meinen Freunden und Bekannten berichten, und nächstes Jahr will ich wieder dabei sein. Vielleicht mit meinen Freunden und Bekannten?! Gerhard Eppler

Schön war’s

Es sind erst eineinhalb Jahre, dass mich das Enneagramm hilfreich begleitet, und in dieser Zeit las ich etliche Bücher dazu und besuchte drei Seminare. An dieser Stelle auch ein herzliches Dankeschön an meine „Enneagramm-Eltern“ Heidi und Peter v. Wedemeyer!
Ich war sehr gespannt auf die Jahrestagung, auf die Menschen dort, die Gespräche, die Anregungen. Es wurde mir sehr leicht gemacht, mich wohl zu fühlen, mit vielen gleich ins Gespräch zu kommen.
So sein zu dürfen wie ich bin, das hat mir gut getan. Für Vierer ist ja die Akzeptanz (oft wirklich ein Tanz der Gefühle) immer ein wichtiges Thema und diese Annahme habe ich vielfach erfahren. Ich will jetzt nicht die einzelnen Programmpunkte durchgehen mit einer persönlichen Bewertung von hilfreich, interessant, eher unbedeutend … Am spannendsten fand ich eh die persönlichen Begegnungen.
Es war auch nicht alles nur eitel Sonnenschein, was ich zu hören bekam. Was eine Vier alles falsch machen kann, wenn sie eine Acht umwirbt, das ist mir leider alles im vergangenen Jahr erfolgreich gelungen … all diese Erkenntnisse hätte ich schon früher haben sollen. Aber gerade da ist es für mich dann auch wichtig – wie Heidi es zum Glück oft tat – auf Gott verwiesen zu werden. Dass ich mich nach Gott hin ausstrecken soll – wie wir das ja bei dieser Körperübung am Morgen so eindrucksvoll gemacht haben – weg von der „blauen Blume“, weg von meinen Sehnsüchten.
Die Mischung von viel Selbstreflexion, Selbsterkenntnissen und die Hinwendung zu Gott – wie im Gottesdienst – und zu anderen Menschen (es war gut, dass Marie-Joseé für ihre Arbeit auf Haiti gesprochen hat), das gibt mir Elan und Richtung fürs Leben. Michaela Clausen

Kritische Anmerkung

Ich hätte mir, anstatt der Workshops, lieber, wie auch in den Vorjahren so praktiziert, einen Referenten oder eine Referentin gewünscht, die neue Impulse und Anregungen, bezogen auf das Enneagramm, vermittelt. Ich finde es für eine Jahreshauptversammlung, auf die viele Mitglieder von weit her anreisen und auch Geld investieren, zu wenig attraktiv, als Hauptprogrammpunkt Wissen nur aus den ureigensten Quellen zu schöpfen. Ich denke, meine Einschätzung lässt sich schon dadurch belegen, dass die Zahl der Mitglieder in diesem Jahr bei der Jahreshauptversammlung geringer war als in den Vorjahren. Und auch gerade für die neuen Mitglieder sollte ein spannendes Programm Grund dafür sein, im nächsten Jahr wieder zu kommen.
Das Abendprogramm mit Ludwig Zink fand ich allerdings sehr gelungen!
Entschuldigt bitte die direkte Sprache, aber als Mensch des Typ 1 bevorzuge ich, Klartext zu sprechen.
Wilfried Schmaler

Vertrauenssache – eine „Sechser“-Geschichte

Als ich anfing, mich mit dem Enneagramm zu beschäftigen, war mir sehr schnell klar, dass ich eine „Sechs“ sein musste. In meinem Verhaltensmuster habe ich sehr viel mit meinen Ängsten zu kämpfen; alles, was neu und unbekannt ist, erscheint mir erst einmal bedrohlich. In einem Enneagramm-Kurs habe ich Unterlagen erhalten, in denen mir für meinen Typ empfohlen wurde, stets das Bild eines Engels bei mir zu tragen. In der Bibel ist 365 Mal von Engeln die Rede, einmal für jeden Tag des Jahres. Durch den Ausspruch der Engel „Fürchte Dich nicht“ sollte ich mich gestärkt fühlen.
Im Herbst 2006 beginne ich die Ausbildung zur Enneagramm-Trainerin und habe deshalb beschlossen, am 10. Februar 2006 zur Jahreshauptversammlung des ÖAE nach Wiesbaden zu fahren. Dort wollte ich meine Ausbilder und zertifizierte Trainer kennen lernen. Ganz allein mit dem Zug in eine fremde Stadt zu fahren, das war eine völlig neue Erfahrung für mich. Ich bin auf dem Land aufgewachsen und fahre all meine Wege mit dem PKW. Daher habe ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln wie S-Bahnen kaum Erfahrung. Dem entsprechend löste der Gedanke an die Hinreise ein mulmiges Gefühl bei mir aus. Einen Tag vor meiner Reise rief mich noch eine gute Freundin an und machte mir Mut: „Wenn Du mit den Verkehrsmitteln nicht klarkommst, vertraue darauf, irgendwer hilft Dir schon.“ Und das sollte sich bewahrheiten.
Als ich in Frankfurt mit Verspätung am Bahnhof ankam, war mein Anschlusszug nach Wiesbaden, den ich ursprünglich nutzen wollte, bereits abgefahren. Einsam und verlassen stand ich am Bahnsteig und suchte auf der Anzeigetafel etwas hilflos nach weiteren Fahrmöglichkeiten. Plötzlich stand eine Frau hinter mir und fragte mich: „Kann ich Ihnen weiterhelfen?“ Als ich ihr erklärte, dass ich nach Wiesbaden-Naurod fahren möchte, sagte sie mir, ihre Schwester halte dort am Wochenende einen Vortrag beim ÖAE. Sie ging mit mir anschließend zur S-Bahn-Station, zeigte mir genau, wann und wo ich einsteigen musste und wies mich darauf hin, dass ich mit meiner Zugkarte die S-Bahn ohne weitere Kosten nutzen konnte. Diese Frau war wie ein Engel für mich.
Die Begegnung hat mir gezeigt, dass die Welt mir positiver gesonnen ist, als ich dachte, und dass ich ruhig auf das Gute vertrauen darf.
Mein Selbstvertrauen hat durch die Reise nach Wiesbaden einen Schub bekommen.
Die Eindrücke und die Informationen von der Jahreshauptversammlung des ÖAE haben meine Entscheidung für die Ausbildung zur Enneagramm-Trainerin bestärkt.
Regina Friedl

Dagmars Atelier: Die bunte Vielfalt – Workshop Enneagramm und Kabarett

„Greift nur hinein ins volle Menschenleben, und wo ihrs packt, da ist es interessant“, heißt es in Goethes Faust. Das war vermutlich auch das Leitmotiv von Dagmars Workshop, um die Teilnehmer und Teilnehmerinnen in das Reich der neun Typen mit ihren unterschiedlichen Tischmanieren, Tischdekorationen, Menükarten und Speisegerichten zu führen und sie mit einer Überfülle von anschaulichen, liebenswerten und phantasievollen Materialien zu konfrontieren. Dagmar präsentierte sich als Gastgeberin, als Lebenskünstlerin, als gestrenge Tischvermesserin, als ambitionierte Aufsteigerin im gesellschaftlichen Leben, stets souverän und kreativ. Rollentausch macht`s möglich. Es war beinahe zuviel des Guten, doch was hier in kurzer Zeit präsentiert wurde, ist eigentlich bei anderen Tagesseminaren, wie Dagmar erzählte, der anschauliche Einstieg in die Erklärung des einzelnen Typs. Gewiss brauchbar und nachahmenswert, wenn der Leiter oder die Leiterin ein Stück weit heitere, theatralische Qualitäten ausstrahlen kann. Nicht jedermanns oder jederfraus Sache, bei Dagmar ist es jedoch stimmig, anregend und belustigend. Ludwig Zink

Aus EnneaForum 29 (), S. © Ökumenischer Arbeitskreis Enneagramm e.V., Celle. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Ökumenischen Arbeitskreises Enneagramm.

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