Editorial - EnneaForum 29 (Mai 2006)

Liebe Leserinnen und Leser!

Wenn ich aus dem Fenster meines Arbeitszimmers schaue, dann fasziniert mich in diesem Frühjahr besonders die Farbenvielfalt draußen in den Gärten. Das kräftige Rot der Tulpen, das Blau der Hyazinthen, der intensive Gelbton der Ranunkelsträucher, das Violett der Fliederbüsche und das satte Maigrün der Bäume und Hecken. Lange ist es in diesem Jahr kalt gewesen, der Frühling hat auf sich warten lassen. Aber die Entwicklungen der vergangenen Wochen haben uns reichlich dafür entschädigt.

Entwicklungen, das war auch der Titel der diesjährigen JHV, und ich habe ihn für dieses Heft übernommen. Dabei wurde mir bewusst, dass das Wort Entwicklung zunächst erst einmal weder gut noch schlecht ist. Man weiß noch nicht, wo es hin führt. Das Wachstum im Frühjahr, die Blüte einer Pflanze, das Heranreifen eines Kindes – das alles sind Entwicklungen, die uns Freude machen. Andere Entwicklungen, sowohl im persönlichen als auch im gesellschaftlichen Bereich, können uns mit Sorge erfüllen. Wo wird das alles noch enden?
Manchmal, so scheint es, sind es ja gerade die schmerzhaften und unangenehmen Entwicklungen, die notwendig sind, damit Wachstum und Leben wieder möglich werden. Wenn Erstarrtes aufgebrochen wird, wenn neue Wege gesucht werden müssen, dann macht das vor allem Angst. Man weiß nicht, wohin es nun gehen soll. Man möchte sich am liebsten drücken und alles beim Alten lassen. Aber das ist nicht möglich. Oft lässt sich erst vom Ende her verstehen, warum diese Entwicklungen nötig waren.
Das Ostergeschehen zeigt uns, dass Gott durch alle Entwicklungen hindurch bei uns ist und uns trägt, auch in dunklen Zeiten. Seine Verheißung lautet: ich bin da. Gerade auch dann, wenn wir es am wenigsten spüren, am wenigsten glauben können. Und wir können darauf hoffen, dass am Ende alles richtig wird.

Aber dann gibt es ja auch noch die anderen, die guten und erfreulichen Entwicklungen, die uns manchmal ganz unverhofft zuteil werden, für die wir manchmal aber auch hart gearbeitet haben, und an deren Ergebnissen wir uns nun freuen können.
Im ÖAE hat es in diesem Jahr einige gute und interessante Entwicklungen gegeben. Dieses Heft wird davon berichten.
So sind die neuen TrainerInnen, die im vergangenen Jahr die Ausbildung abgeschlossen haben, an den Start gegangen und haben ihre ersten Erfahrungen in Volkshochschulen, kirchlichen Bildungshäusern und Gemeinden gemacht. Einige von ihnen konnten wir zur JHV mit eigenen Workshops erleben, die auf durchgängig gute Resonanz bei den Teilnehmern gestoßen sind.
Auch wurde durch den unermüdlichen Einsatz von Ludger Temme und Michael Schlierbach die Homepage unseres Vereins komplett überarbeitet und lädt nun u. a. mit einem Diskussionsforum zum Austausch ein.
In diesem Jahr ist das Buch „Enneagramm, Spiritualität und Theologie der Zukunft“ von Michael Schulz erschienen. Ein Buch, das das Enneagramm gerade auch für Theologie und kirchliche Erwachsenenbildung erschließt und die Akzeptanz des Enneagramms in Pastoren- und Theologenkreisen hoffentlich erhöhen wird. In einem Interview erzählt uns der Autor von der Entstehung und den Intentionen seines Buches.
Diesmal hatte ich Mühe, die vielen eingehenden Artikel alle im Heft unterzubringen. Die Bereitschaft der Mitglieder, über persönliche Erfahrungen, Seminare und andere für uns interessante Themen zu schreiben, ist eine sehr erfreuliche Entwicklung für unser EnneaForum, für die ich mich noch einmal herzlich bedanken möchte.

So wünsche ich uns sowohl auf unseren gemeinsamen als auch auf den persönlichen Wegen weiterhin gute und hilfreiche Entwicklungen!

Aus EnneaForum 29 (), S. © Ökumenischer Arbeitskreis Enneagramm e.V., Celle. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Ökumenischen Arbeitskreises Enneagramm.

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