Editorial - EnneaForum 28 (November 2005)

Liebe Leserinnen und Leser!

Für mich ist der Weg schon immer ein spannendes und herausforderndes Symbol gewesen. Nicht nur, weil ich gern unterwegs bin, in den Bergen wandere oder mit dem Rad das Flachland um Leipzig herum erkunde. Nicht nur, weil ich mich immer wieder gern auf den Weg zu anderen Menschen mache, mit ihnen rede oder auch ein Stück gemeinsam mit ihnen gehe. Wege haben für mich etwas Faszinierendes. Vielleicht, weil es gar nicht so einfach ist, unter den vielen Möglichkeiten tatsächlich den eigenen Weg zu finden und ihn auch zu gehen. Und das nicht nur in den Bergen oder auf der Straße.
Wir sind viel unterwegs, jeden Tag. Durch die Stadt, zur Arbeit, nach Hause, zu Freunden, zu weiteren Aufgaben, manchmal, wenn auch seltener, auch einfach nur so, zum Spaß. Inmitten der täglichen Anforderungen ist es nicht immer leicht, zu unterscheiden, ob es mein eigener Weg ist, den ich gehen will, oder ob es mich in ganz andere Richtungen zieht, wo ich eigentlich gar nicht sein will. Ob es mein eigener Weg ist, oder ob ich eigentlich von anderen gegangen werde. Und was ist überhaupt das Ziel – weiß ich wirklich noch, wo ich hin will? In manchen Zeiten scheint es so klar vor Augen zu stehen, und ich kann geradlinig darauf zu marschieren. Zu anderen Zeiten bleibt es im Dunkel verborgen, es kommen Kurven und Weggabelungen, und die Entscheidung fällt schwer.
Im Frühjahr diesen Jahres, als ich das erste Mal bewusst ein Labyrinth abgegangen bin, kam mir der verblüffende und tröstliche Gedanke: es gibt hier keine Irrwege. Jede Kurve, jede Biegung, jeder scheinbare Umweg führt dich weiter hin zum Ziel, hinein in die Mitte, zu dem, der auf dich wartet und lange schon da ist. Du kannst dich nicht verlaufen. Alle Wege führen dich dort hin. Dieser Gedanke begleitet mich jetzt manchmal auf meinen alltäglichen Wegen, auch dann, wenn ich mich mal wieder ganz weit draußen und weit entfernt vom Ziel fühle. Und der Weg ist dann für mich ein hilfreiches und inspirierendes Bild.

In diesem Heft wird es um ganz unterschiedliche Wege gehen. Seit der letzten Jahreshauptversammlung ist einiges im ÖAE geschehen. Da war die Deutschland-Tournee mit Richard Rohr mit ihren Höhepunkten Walberberg und Craheim. Da war der mühsame, aber lohnende Weg zum Ev. Kirchentag in Hannover, auf dem der ÖAE das erste Mal mit einem Stand vertreten war. Auch der neue Vorstand hat sich miteinander auf den Weg gemacht. Um euch daran teilhaben zu lassen, wurde ein Fragebogen diesem Heft beigelegt, der zum Mitdenken und Mitteilen anregen soll. Und auch ganz persönliche Geschichten von Wegen und Wegstücken sollen erzählt werden.
Für dieses Heft, das ja gleichzeitig mein erstes als neue Redakteurin ist, habe ich sehr viel Mitarbeit und Unterstützung erfahren. Es war erstaunlich einfach für mich, die Seiten zu füllen. Dafür danke ich allen Autoren, für ihre Mühe und die Bereitschaft zu schreiben. Und natürlich hoffe ich, dass das so bleibt. Vielleicht hat der eine oder andere von Euch oder Ihnen Lust, auf einzelne Beiträge zu reagieren oder eigene Erfahrungen dazu zu erzählen. Bisher hatten wir die Rubrik „Leserbriefe“ noch nicht – aber wäre das nicht der Anfang eines weiteren gemeinsamen Weges? Ich freue mich über jede Email und jeden Brief, am besten direkt an die Redaktion.

Herzliche Grüße
Heike Heinze

[aus: EnneaForum 28, November 2005, S. 2

Aus EnneaForum 28 (), S. © Ökumenischer Arbeitskreis Enneagramm e.V., Celle. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Ökumenischen Arbeitskreises Enneagramm.

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