Enneagramm und Logotherapie

oder: wie sich Selbsterkenntnis mit Sinn verbindet

Gerald Weidner

Zur nächsten Jahreshauptversammlung des ÖAE ist Professor Dr. Uwe Böschmeyer als Referent zum Thema Logotherapie und Enneagramm eingeladen. Er ist bei uns bekannt als Autor von Enneagrammbüchern, weniger als Existenzanalytiker und Logotherapeut. Ich möchte hier die Logotherapie darstellen, die in Deutschland – anders als in den USA und Lateinamerika – immer noch zu wenig bekannt ist. Auch versuche ich Brücken zum Enneagramm zu skizzieren.
Das Ennegramm kann fruchtbare Verbindungen eingehen mit bestehenden therapeutischen Ansätzen und Denkschulen. Der Einbezug von Transaktionsanalyse, Focusing und Bibliodrama hat schon längere Tradition. Die Logotherapie stellt hier jedoch eine Besonderheit dar: ihre Ausbildungsinstitute in Deutschland beziehen das Enneagramm schon systematisch mit ein. Vor allem Uwe Böschemeyer lehrt das Enneagramm in Ausbildung, Therapie und Beratung.
Zur Einführung erfolgt eine kurze systematische Darstellung. Ich zeige dann die Verwandtschaft der Denkvoraussetzungen zwischen Logotherapie und Enneagramm auf und gehe abschließend auf die Früchte der Verbindung beider Ansätze ein.

1.Woher kommt die Logotherapie?

Der Begründer der Logotherapie (übersetzt: Sinntherapie) ist Viktor E. Frankl (1905-1997), ein Wiener Psychiater, Neurologe und Professor an verschiedenen Universitäten, vor allem in Wien und San Diego in Kalifornien. Frankl erreichte mit der Logotherapie Weltruhm, seine Bücher sind in alle wichtigen Sprachen übersetzt. Die Logotherapie wird als dritte Wiener Schule der Psychotherapie bezeichnet (neben der Psychoanalyse Siegmund Freuds und der Individualpsychologie Alfred Adlers).

Frankl selbst unterschied die drei Schulen mit folgender Faustregel: Freud beschäftigte sich mit dem Willen zur Lust (Zentralproblem: Bedürfnisfrustration), Adler mit dem Willen zur Macht (Zentralproblem: Minderwertigkeitsgefühl) und Frankl mit dem Willen zum Sinn (Zentralproblem: existentielle Frustration, Sinnverlust).
Frankl entwickelte die Logotherapie als Ergänzung zu anderen Therapieformen, mit dem Focus auf die Sinndimension des Menschen. Die Logotherapie ist eine sinnzentrierte Psychotherapie. Frankl kritisierte schon in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts den Positivismus der naturwissenschaftlich orientierten Psychologie als Reduktionismus, der das Wesen des Menschen in seiner Freiheit und Verantwortung systematisch verfehlen würde. Die Logotherapie entstand auch als Reaktion auf den Psychologismus der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts (Lukas 2002).

2. Anschlussstellen für das Enneagramm.

Die Logotherapie sieht den Menschen in seiner Freiheit und seiner Verantwortlichkeit als Selbstgestalter eines wertorientierten und sinnvollen Daseins. Sie fokussiert zuerst die Ressourcen und die Ziele, erst an zweiter Stelle die Probleme und Behinderungen eines Menschen.

„Nicht die Dunkelheit, sondern das Licht, nicht das Problematische, sondern die Werte sind die Kraftquellen des Lebens. Wer die Problemorientierung wichtiger nimmt als die Zielorientierung, gleicht dem Wanderer, der auf seinem Weg die Beseitigung des Hindernisses wichtiger nimmt als den Wunsch, anzukommen.“(Böschemeyer 2003, S.47)

Das Welt- und Menschenbild der Logotherapie ruht auf drei Voraussetzungen:
a)Freiheit des Willens: Der Mensch ist immer als freier Mensch anzusprechen, auch wenn seine Freiheit manchmal durch Armut, soziale Unterdrückung, Krankheit, Unreife, Senilität oder durch rückständige Persönlichkeitsentwicklung noch so eingeschränkt sein mag.
b)Wille zum Sinn: Der Mensch ist ein sinnsuchendes Wesen. Er findet Sinn durch wertorientiertes Streben und Sehnen im erkannten und wahrgenommenen Sinnangebot in den Situationen seines Lebens.
c)Sinn des Lebens: Das Leben überhaupt und jedes einzelne menschliche Leben hat einen unbedingten Sinn in sich selbst. Es verliert diesen unter keinen Umständen, auch wenn sich dieser Sinn in der subjektiven Sicht manchmal verdunkelt, nicht mehr wahrgenommen wird.

Ausgehend von seinen klinischen Erfahrungen als Psychiater und Neurologe suchte Frankl den Anschluss an die Existenzphilosophie ( Karl Jaspers, Martin Buber und Martin Heidegger) und an die Philosophische Anthropologie ( Max Scheler und Nicolai Hartmann). Er begründete die Logotherapie nicht nur empirisch-wissenschaftlich sondern auch und besonders durch die Philosophische Anthropologie. So wurde sie anschlussfähig für die religiöse Dimension, die von der Logotherapie ausdrücklich als dem menschlichen Wesen immanent bejaht wird. Auch hier stellt die Logotherapie eine Besonderheit dar.
Die Logotherapie will eine Brücke zwischen Religion, Philosophie und empirischer Psychologie bilden. Es geht ihr auch um die Erziehung des erwachsenen Menschen zur Verantwortung, um eine Schule des Lebens. Klar hatte Frankl erkannt: der Funktionsverlust der Religion war nicht aufzufangen mit einer bloss empirischen Psychologie. Wer als Arzt, Psychologe oder Pädagoge auch Lebenslehrer sein wollte, musste die geistige Dimension beibehalten, auch wenn diese sich wesensgemäß dem naturwissenschaftlichen Blick entzieht. So ist die Logotherapie mit ihrem Menschenbild sehr gut anschlussfähig für Theologen und Philosophen.

Charakter und Persönlichkeit sieht die Logotherapie dialektisch:
„Nicht nur Erbe und Umwelt machen den Menschen aus, sondern der Mensch macht auch etwas aus sich – … aus dem Charakter. So dass sich im Anschluss an die Formel von Allers: „Der Mensch ‚hat‘ einen Charakter; aber er ‚ist‘ eine Person“ ergänzend sagen ließe: und ‚wird eine Persönlichkeit‘. Indem sich die Person, die einer ‚ist‘ mit dem Charakter, den einer ‚hat‘ auseinandersetzt, indem sie zu ihm Stellung nimmt, gestaltet sie ihn und sich immer wieder um und ‚wird‘ zur Persönlichkeit.“ (Frankl 1996, S.204)
Diese Aussage ist eine Anschlussstelle für das Enneagramm. Der Charakter ist zunächst stark durch Anlage und Umwelt bestimmt. Doch erst durch geistige Stellungnahme in seinen Entscheidungen entsteht die Einmaligkeit jedes Menschen.
Frankl erlebte das Konzentrationslager und er studierte es auch als ein unfreiwillig brutales Experiment: Das Überleben des Grauens hing dort nicht nur und nicht einmal primär von der körperlichen Konstitution ab, sondern letztlich entscheidend von der Fähigkeit, dem Leiden einen Sinn im Blick auf einen Wert in der Zukunft abzugewinnen. Wer um ein Warum, um einen Sinn weiß, erträgt fast jedes Leid.
Es wird hier deutlich: Die Logotherapie konzentriert sich auf die Freiheitsmöglichkeiten des einzelnen Menschen. Es geht um seine wirklichen, nicht immer von diesem selbst wahrgenommenen Freiräume und die sinnhafte und verantwortliche Gestaltung derselben nicht nur in der Außenwelt, sondern auch in seiner Innenwelt. Dem gegenüber tritt zurück die Neigung der Menschen (aber auch vieler Schulen der Psychologie) das Denken und Handeln als primär determiniert von Anlage und Umwelt zu sehen und so in einen Verantwortungsrelativismus oder auch Psychotechnizismus zu verfallen.
Entscheidend für das Dasein und den Weg des einzelnen Menschen sind letztlich nicht seine Veranlagung und seine Umwelteinflüsse, sondern wie er in seiner auch noch so begrenzten Freiheit Stellung zu diesen Vorgegebenheiten nimmt. Entscheidend ist, wie er sich mit sich auseinandersetzt und sich so selbst erzieht und bildet. Es kommt nicht auf unser „geschaffenes Sein“ an, sondern auf unser schaffendes Sein, als „Kocreatoren Gottes“.
Die Annahme seiner Selbst als Geschenk Gottes ist die erste Aufgabe. Den dadurch erkennbaren Freiheitsraum verantwortlich zu gestalten, die zweite große Aufgabe unseres Lebens.
Soweit zu einigen philosophisch-anthropologischen Prämissen der Logotherapie. Wer dem Menschen Freiheit und Verantwortung zuspricht, verleiht ihm Würde. Übertragen auf das Enneagramm: Wenn wir unser Charaktermuster als Teil unserer Person kennen und anerkennen, hören wir auf, uns allzu schnell zu entlasten und für das eigene „Schlechte“ durch Projektion auf andere Menschen blind zu bleiben.

„Freiheit ist die jedem gegebene Möglichkeit sich zu sich und anderem Leben verhalten zu können. Doch Freiheit ist kein Trieb. Sie stellt sich nicht von selbst ein. Die Kraft, sie Wirklichkeit werden zu lassen, wächst in dem Maße, in dem ein Mensch sie an seine Verantwortung bindet.“ (Böschemeyer 2003, S64).

3. Methoden der Logotherapie.

In der Auseinandersetzung mit dem eigenen Charaktermuster spielen in der Logotherapie die Begriffe Selbstdistanzierung und Selbsttranszendenz eine zentrale Rolle. Frankl hält ausdrücklich fest, dass der Grad der Freiheit entscheidend abhängt von der Freiheit vom Charakter. Das aber ist ein Kerngedanke des Enneagramms.
Ohne Selbstdistanzierung ist Selbsterkenntnis nicht möglich. Wer einfach ganz bei sich ist, sieht sich nicht, wer einfach ganz außer sich ist, aber auch nicht. Dazwischen ist eine Haltung, die man mit dem Wort Achtsamkeit beschreiben kann: wir konzentrierten die Aufmerksamkeit auf unsere Wertungen, Gefühle und unser Verhalten, nicht absichtsvoll, sondern durch Übung geschult beobachten wir absichtslos und in freischwebender Aufmerksamkeit unser Tun. Methodisch interessant für ein logotherapeutisches Verständnis der Selbstdistanzierung ist hier eine Formulierung von Elisabeth Lukas:
„Bei der Ableitung der menschlichen Fähigkeit zur Selbstdistanzierung ….ist das Wort vom „Umgang mit sich selbst“ gefallen. Dieses Wort umschreibt ein hohes pädagogisch-therapeutisches Ziel der Logotherapie. Ein Ziel, das höher veranschlagt wird als das Ziel der Selbsterkenntnis. Denn eine ausreichende Kenntnis seiner selbst kann nie Endzweck bleiben, sondern ist vielmehr ein Durchgangsstadium auf einem Weg, der über uns selbst hinausführen soll. Eine solche “Über-Selbst-Zielrichtung“ verlangend gerät Logotherapie zur Lebensschule, die den engeren psychotherapeutischen Raum sprengt und in eine Erziehung zur Verantwortung einmündet.“(Lukas 2002, S.61)
Ich habe meinen Typ erkannt und was nun? An dieser Frage arbeiten wir als ÖAE auch methodisch weiter im Rahmen unseres Ausbildungsangebots. Die Logotherapie bleibt auch hier in ihrer Antwort klassisch:
„In der Logotherapie spürt der Therapeut die Selbstheilkräfte des Patienten wie Mut, Trotzkraft, Humor oder Dankbarkeit auf und stärkt sie gezielt. Er verbündet sich mit dessen intakten geistigen Fähigkeiten und benützt sie zur Bekämpfung von dessen psychischen Schwächen.“(Lukas 2002, S.63)
Die Logotherapie ist sparsam in der Erfindung neuer Methoden. Die wuchernde, durch kurzatmigen Hedonismus angetriebene Hybris unübersehbarer Methodenvielfalt und Heilsversprechen, die dem Machbarkeitsglauben der modernen Medizin verfallen waren, übersahen, dass die Logik des Geistes eine ganz andere ist. Frankl war von Anfang an skeptisch gegenüber den naturwissenschaftlichen Reduktionen Freuds.

Frankl war bekennender Sokratiker: er suchte durch Fragen den Menschen auf seinen eigenen Weg zu bringen. Der individuelle Weg soll sich orientieren an drei Wertbereichen: den schöpferischen Werten, den Erlebniswerten und den Einstellungswerten als „objektivem Werthorizont“.
Böschemeyer hat eine wichtige Ergänzung mit seiner Methode der Wertorientierten Persönlichkeitsbildung entwickelt. Er versucht, die im unbewussten Geist, in der „Dimension der Tiefe“ vorhandene Wertfülle fruchtbar zu machen durch:

  • „das wertorientierte („dichte“) Gespräch,
  • die wertorientierte Interpretation des Enneagramms,
  • die Wertimagination.“ (Böschemeyer 2003, S. 32,33)

Böschemeyer fügt das Enneagramm nicht explizit in das theoretische Denkgebäude der Logotherapie ein, sondern braucht es als wertaufsuchende Methode anschließend an Selbstdistanzierung und Selbsttranszendenz.
Frankl verstand die Selbsttranszendenz zunächst einmal weltimmanent so: der Mensch findet sich nicht im direkten „sich finden wollen“, in der narzistisch-hypochontrischen Selbstzuwendung.
Es kommt darauf an, nicht am Ego, am Charakter und an innerer Zuständlichkeit ängstlich festzukleben. Diese Enge ist zu überwinden durch Selbsttranszendenz in Orientierung an den genannten Wertbereichen. Sinn ist also nicht mit noch so trickreichen psychologischen Methoden herzustellen oder sophistisch herbeizureden. Er ist über das Einlassen auf ein werteverwirklichendes Leben zu finden, wobei äußere „objektive Werte“ und inneren, „subjektive Werte“ in Einklang gebracht werden müssen. Frankl nannte diesen Vorgang die Konfrontation des eigenen Lebenskonzeptes mit dem Logos und warnte vor einem einfachen Konstruktivismus. Als inneren Kompaß nennt er das Gewissen (Frankl 1980, S. 56).
Der Mensch hüte sich an einem einzigen Wert, etwa der Arbeit, als „homo faber“ kleben zu bleiben. Wer seinen Lebenssinn nur an die Arbeit hängt, wird in ein Sinnvakuum fallen, wenn er diese verliert. Frankl forderte zusätzlich die Erschließung der Erlebnisdimension auch eine Kultivierung der Leidensfähigkeit, der Fähigkeit, den Lebenssinn auch noch im Leiden und gerade in diesem annehmen zu können.

Die Antwort der Logotherapie auf die Frage: „Was mache ich nach der Erkenntnis meines Typs?“ könnte lauten:
Sage Ja zu ihm als Teil von dir. Überschreite diese Charakterfixierung, indem du durch sie hindurch, mit ihrer gezähmten Kraft zur ehrlichen Sinn- und Werteverwirklichung in die Welt gehst durch Arbeit, Erlebnis und die rechte Einstellung zum Schicksalhaften. Komme immer wieder zu dir zurück und transzendiere dich auch nach innen geleitet durch dein inneres Wertempfinden.
Vom inneren Ort der Ruhe aus, den du in der Kontemplation oder Meditation oder im Gebet findest, wirst du erleben, dass sich dein Ego auf seine echte Größe zurückzieht, indem es von der Liebe der göttlichen Dimension in dir aufgenommen wird und der Wahn eigener Grösse in sich zusammenfällt – so kann man im Anschluss an die Logotherapie und im Sinne der Religion formulieren.

4.Logotherapie heute

Bekannte logotherapeutische Methoden sind:

  • der sokratischen Dialog,
  • die Paradoxe Intention (zielt auf Selbstdistanzierung),
  • die Dereflexion (zielt auf Selbst-Transzendenz),
  • die Einstellungsmodulation (zielt auf Annahme des Schicksalhaften),
  • die Sinnzentierte Familientherapie,
  • die Geführte Autobiographie nach E. Lukas, .
  • die wertorientierte Imagination nach Böschemeyer.

Die Logotherapie ist als sinn- und wertorientierte Therapieform kein Ersatz für Religion. Sie kann aber den um sich greifenden Sinn- und Werteverlust durch eine Psychotherapie, die auch existentielle und ethische Fragen professionell einbezieht oft besser bearbeiten, als eher problemzentrierte Methoden.
Wer die Renaissance der Praktischen Philosophie unter den Begriffen Lebenskunst und Weisheit in den psychologischen Zeitschriften und auch den Philosophischen Praxen beobachtet, dem ist um die Logotherapie nicht bange, der kann sie sogar als „Geheimtipp“ bezeichnen .

5.Verbindungen zum Enneagramm

„Besonders einleuchtend und hilfreich erscheint mir die Typenlehre des Enneagramms, die durch die wertorientierte Imagination eindrucksvoll bestätigt wird. Sie ist ein Glücksfall für die Psychologie, weil sie in erstaunlicher Klarheit zeigt, dass und wie Menschen unterschiedlicher „Typen“ unterschiedlich denken, empfinden, fühlen und handeln … In erstaunlicher Klarheit zeigt sich, dass mit jedem Typus eine bestimmte Sinnproblematik und – als Gegenpol – ein bestimmtes Potential, eine besondere Wertmöglichkeit, verbunden ist. In allem, was ist, ist keimhaft das Gegenteil enthalten. Je deutlicher die Sinnproblematik erkannt und erfühlt wird, desto leichter gelingt die Verwirklichung der mit dem jeweiligen Typus verbundene Wertmöglichkeit … und … . Wer den einen, zu seinem Typus gehörenden Wert zu leben beginnt, wird die Erfahrung machen, dass sich ihm auch die „Türen“ zu anderen Werten öffnen.“ (Böschemeyer 2003, S. 57ff.)
Hier wird der Wert- und Sinnbegriff der Logotherapie mit dem Enneagramm zusammengebracht: Böschemeyer geht davon aus, dass die Typfixierung des Menschen früher oder später zu einer Sinnproblematik wird. Sinn wird verdunkelt durch Haltungen wie Aggressivität, Stolz oder Ehrgeiz. Er scheint auf über maßvolle und den Sinn der Situation berücksichtigende Werte oder Tugenden wie Geduld oder Wahrhaftigkeit. Leidenschaftliche Haltungen, die in einer tiefen Angst des Menschen wurzeln, führen zu Un-Sinn, da sie zwanghaft oder gierig nur das Ergebnis von sinnvollem Handeln für das Ego anstreben. Sie wollen die Mühe des Weges überspringen. Sie wollen ein bloß gutes Gefühl, Macht, Besitz. Dies sind aber Sekundärwerte, die allein nicht Sinn produzieren. Das Enneagramm und die Logotherapie teilen diese ethische Position, die alle großen Religionen teilen. Hinter jeder Leidenschaft aber liegt ein wahrer Wert, der auf Sinnverwirklichung wartet. Hier setzt Böschemeyer mit der Logotherapie und dem Enneagramm an und wir setzen mit ihm unsere Reise zu neuen Erkenntnissen auf der nächsten Jahrestagung fort.

Zitierte oder erwähnte Literatur: Böschemeyer, Uwe: Wertorientierte Imagination. Theorie und Praxis. Hamburg 2000?/?Böschemeyer, Uwe: Worauf es ankommt. Werte als Wegweiser. Piper V. München 2003?/?Buber, Martin: Der Weg des Menschen. 14.Aufl., Gütersloh 2001?/?Frankl, Viktor E.: Ärztliche Seelsorge. 8. Aufl. Kindler Verlag 1980?/?Frankl, Viktor E.: Der leidende Mensch. Huber Verlag, 2. Aufl., Bern 1996?/?Lukas, Elisabeth: Lehrbuch der Logotherapie. Zweite Aufl. 2002, Profil Verlag?/?Kriz, Jürgen: Grundkonzepte der Psychotherapie. 5. Aufl. Belz 2001
Zur Einführung in die Logotherapie: Gut lesbar, systematisch und übersichtlich: Riemeyer, Jörg: Die Logotherapie Viktor Frankls. Eine Einführung in die sinnorientierte Psychotherapie. 2. Aufl. 2002. Quell Verlag.
Anspruchsvolle Vertiefung: Wolfram Kurz/ Franz Sedlak (Hg.): Kompendium der Logotherapie und Existenzanalyse. Tübingen, Verlag Lebenskunst 1995?/?Riedel, Christoph, Deckert, Renate, Noyon, Alexander: Existenzanalyse und Logo- therapie. Ein Handbuch für Studium und Praxis. Primus Verlag 2002.
Für das Quellenstudium: Frankl, Viktor E.: Ärztliche Seelsorge. 8. Aufl. Kindler Verlag 1980

Zum Autor: Dipl.-Päd. Gerald Weidner ist Leiter eines Jugendhilfezentrums und arbeitet im Pilot-Kurs der ÖAE mit zu den Themen Menschenbild, Ethik und Werte.

[aus: EnneaForum 26, November 2004, S. 6-9

Aus EnneaForum 26 (), S. © Ökumenischer Arbeitskreis Enneagramm e.V., Celle. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Ökumenischen Arbeitskreises Enneagramm.

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Aus EnneaForum 26 (), S. © Ökumenischer Arbeitskreis Enneagramm e.V., Celle. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Ökumenischen Arbeitskreises Enneagramm.

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