Phantasiereise „Räume finden“

von Sr. Sabina Breidung

Sabina Breidung lädt dazu ein, sich auf eine Reise ins Ich zu begeben – mit folgender Fantasieübung, die zur persönlichen Meditation geeignet ist?:

Ich versuche, mit meiner Aufmerksamkeit nach innen zu gehen. Eine Hilfe ist die Konzentration auf den Atem. Ich nehme wahr, wie er kommt und geht, wie er durch die Nase einströmt, durch den Rachen und die Luftröhre weiterfließt, sich wendet und wieder ausströmt. Dann konzentriere ich mich eine Weile auf das Fühlen. Ich nehme wahr, wie meine Kleidung meine Haut berührt, und versuche ein Gespür zu bekommen für die Unterschiede. Wie fühlt es sich an, dort, wo sie ganz dicht am Körper liegt, wie spüre ich die „Zwischenräume“?? Alle Gedanken, die sich einstellen, nehme ich wahr und lasse sie weiterziehen wie Wolken am Himmel.
Nun stelle ich mir vor meinem inneren Auge vor, dass ich diesen Raum verlasse, durch das Haus gehe auf die Straße und einen Weg wähle, der mich über ein freies Feld hinein in einen Wald führt. Ich spüre die Luft auf meinem Gesicht, höre die Geräusche um mich herum und fühle mich verbunden mit der Erde. Nach einer Weile entdecke ich ein Haus auf einer Lichtung. Langsam gehe ich darauf zu und öffne neugierig die leicht knarrende Tür. Ich stehe in einer Diele, von der aus vier Türen abgehen, die mich in ganz unterschiedliche Räume meines Lebens führen. Ich öffne eine der Türen und stehe in einem Heimkino. Ich nehme auf einem der Stühle Platz und schaue auf die Leinwand. Es läuft der Film meines Lebens. Ich nehme mir Zeit ihn in Ruhe anzuschauen – Ich verlasse diesen Raum und trete wieder in die wohlig gewärmte Diele zurück. Dann betrete ich den nächsten Raum. Hier empfängt mich Musik und eine Menge Reiseführer in einem Regal. Bald entdecke ich Bilder von Landschaften, die mir gut tun. Ich nehme mir Zeit alles in Ruhe anzuschauen. – Ich verlasse den Raum nachdem ich die Reiseführer wieder ins Regal gestellt habe und trete wieder in die Diele zurück. Ich trete in den nächsten Raum ein. Er ist erfüllt von einem angenehmen Weihrauchduft. Es ist ein sakraler Raum. Ich spüre wie die Ruhe mich zum Beten anregt und nehme mir Zeit zum Verweilen. – Ich verlasse diesen Raum wieder und trete wieder in die wohlig gewärmte Diele zurück. Dann betrete ich den nächsten Raum. Dort begegne ich einem/r guten Freund/Freundin. Wir erzählen uns gegenseitig von unserer momentanen Lebenssituation, von dem, was unser Leben im Moment prägt. – Langsam geht das Gespräch zuende. Ich verabschiede mich und trete in die Diele hinaus. Dort sehe ich eine alte Truhe. Ich öffne sie und entdeckte ein Symbol, dass für mich mit „Raum finden“ zu tun hat. Ich nehme es an mich und gehe durch die Haustür wieder ins Freie und trete langsam den Rückweg durch den Wald an. Recken – strecken – tief ausatmen – malen – schreiben – verweilen.

[aus: EnneaForum 25, Mai 2004, S. 25

Aus EnneaForum 25 (), S. © Ökumenischer Arbeitskreis Enneagramm e.V., Celle. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Ökumenischen Arbeitskreises Enneagramm.

]

Aus EnneaForum 25 (), S. © Ökumenischer Arbeitskreis Enneagramm e.V., Celle. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Ökumenischen Arbeitskreises Enneagramm.

Kommentare




Hier können Sie einen Beitrag dazu verfassen:

  Textile-Hilfe

Impressum: Ökumenischer Arbeitskreis Enneagramm e.V. | Vereinsregister-Nr. 100528 Amtsgericht Lüneburg
Geschäftsstelle: Eveline Schmidt | Wehlstr. 23 | 29221 Celle | Tel. (05141) 42234 | info@enneagramm.eu
Web-CMS Textpattern || 2010 eingerichtet von Michael Schlierbach | Marktplatz 32a | 83115 Neubeuern | Tel. 08035 - 875930