Buchbesprechung - 52 Wochen ein ganzer Mann

Markus Roentgen
52 Wochen ein ganzer Mann
Münster 2001 (Aschendorff Verlag)
ISBN 3-402-05421-3 216 Seiten

Markus Roentgen bringt mit seinem Buch Männer auf Trab – im übertragenen Sinne. Und er weckt Freude, ja geistigen Hunger darauf, in den Trab einzufallen und eine Vielzahl von Erfahrungsbereichen männlichen Erlebens zu durchlaufen, manchmal erstmals, mitunter wiederholt, gelegentlich mit Stichen in alte Wunden, aber auch mit freudigem Herzklopfen. 52 Runden kann der Leser oder die mann-interessierte Leserin drehen, nach der Empfehlung des Autors je eine pro Woche, stets mit dem Blick zur eigenen Mitte und dem Hören auf das Knacken an den Bruchstellen des persönlichen Lebenslaufes. Der Leser scheint gut beraten, dieser Anregung zu folgen und das Buch in Abschnitten aufzunehmen, um sich selbst zwischendurch Atempausen zu gönnen. Denn Markus Roentgen lädt nicht zu bequemen Spaziergängen auf ebener Bahn ein, vielmehr führt er den Leser in mitunter wild gestaltete Gefilde vergangenen Erlebens, gegenwärtiger Gegebenheiten oder zukünftiger Erwartungen – mit Meilensteinen, Wegweisern und Hindernissen ganz unterschiedlicher Aufschriften und Ausgestaltungen. Beziehungen, Familie und Kinder, Arbeitswelt, Freizeit und glückliche Stunden, Gesundheit, Sterben und religiöses Sehnen – letztlich jeden wichtigen Abschnitt im Männerleben berührt der Autor als Teil der Lebensstrecke. Und Schonung gewährt er dabei nicht, sehr wohl jedoch den Trost, den ein Mann empfinden kann, wenn er sich als Lebensläufer unter vielen wahrnimmt, die so wie er selbst sich anstrengen, schnaufen, immer wieder Atem holen, gelegentlich fallen und doch wieder die Kraft zum Weiterlaufen finden. Markus Roentgen gelingt es, seine Anstöße sprachlich vielseitig an den Mann zu bringen. Er schreibt lebensnah, beispielbezogen, gelegentlich in Dialogform, zwischendurch streut er auflockernd anregende Poesie ein, er kann aber auch derb werden, direkt und laut, männerhaft halt. Sein Gegenüber, das er erreichen will, ist der ganze Mann. Ihn will er in der Fülle seiner männlichen Seiten innerlich aufmischen, in Bewegung bringen, ein Stück begleiten, ihn heil – eben ganz – seine Männlichkeit erfahren lassen. Erschöpfung tritt nach dem Durchlauf der 52 Streckenabschnitte des Buches bestimmt nicht ein, eher ein wohliges Empfinden wie nach gelungener Anstrengung hin auf ein lohnenswertes Ziel. Und es mag sich Lust einstellen – männliche Lust auf einen neuen Anlauf im Leben. Der Weg zur männliche Lebensmitte führt mit Markus Roentgen nicht zu einer Ruhebank, sondern zu einer Kraftquelle, die zu entdecken, freizulegen, auszuschöpfen sein Buch einlädt. Mit ihr bleibt ein Mann ein Mann – hoffentlich mit vielen weiteren Fragen.

Wolfram Göpfert

[aus: EnneaForum 25, Mai 2004, S. 16

Aus EnneaForum 25 (), S. © Ökumenischer Arbeitskreis Enneagramm e.V., Celle. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Ökumenischen Arbeitskreises Enneagramm.

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