Impressionen zur JHV 2004 in Mainz (2)

Erfahrungen Panel JHV

Hell und freundlich ist er, mein innerer Raum, in den Hans Neidhardt mich mit sanfter wohltuender Stimme und einladender, sensibler Sprache geführt hat. Dieser erleuchtete Raum füllt meinen gesamten Bauchraum aus. Hier in meinem Inneren zu verweilen mit Achtsamkeit und Aufmerksamkeit und mein bewusstes Ich zu spüren als Mittelpunkt desselben, tut gut. …
Es macht Spaß … von diesem inneren, erleuchteten Raum aus in meiner Vorstellung Kontakt nach außen aufzunehmen, über die Körpergrenzen hinweg, ohne mich ganz zu „veräußern“, also in mir sein und gleichzeitig außer mir, in einem möglichst ausgewogenen Verhältnis. Der Einatem hilft mir, wieder ganz nach innen zu gehen, … um von dort Anteile meines Musters in meinen inneren Raum einzuladen und freundlich zu begrüßen.
Von meinem Dreiermuster kommt sofort der spontane, direkte, selbstsichere, fröhliche, aber profilierungssüchtige Anteil auf die Bühne meines inneres Raumes. Aber etwas in mir wehrt sich, diesem Anteil schon wieder den ersten Platz zu überlassen und schenkt ihm keine besondere Aufmerksamkeit. Von daher hat vom linken (=Herzseite) Rand her einer meiner weniger ausgeprägten Anteile die Möglichkeit, sich auf die Bildfläche zu wagen, nämlich der unsichere, schwache, ängstliche. Diesen Teil meines Musters kenne ich auch, wenn ich ihn auch selten nach außen zeige. Er gehört zu meinem Seelenkind, das ja Sechser-Anteile besitzt. Ich weiß schon seit längerem, Dass diese unsichere und sensible Charakterfacette auch zu mir gehört und sich bislang immer hinter der strahlenden, selbstsicheren Dreier-Fassade verborgen hat. Ich sehe meine beiden Ich-Anteile als Personen. Im Vergleich ist die zweite Person sehr klein und zierlich und drückt sich am Rand meines inneren Raums herum. Es ist gut, nicht nur theoretisch um diesen Teil meiner selbst zu wissen, sondern ihn bildlich wahrzunehmen, zu spüren und mit ihm in Kommunikation zu treten. Der Eindruck dieser Übung ist stark und nachhaltig.
Er wird ergänzt und bereichert durch die folgenden Übungen, in denen Trost- und Stresspunkt zusätzlich auf die innere Bühne gerufen werden und eine interessanten Interaktion zwischen meinem bewussten Ich und diesen Enneagramm-Anteilen geschieht.
Monika Ueberberg

Durch die behutsame, kompetente Anleitung

unseres Referenten war es für mich leicht, mich auf die Focusing-Übungen einzulassen. Die Einbettung der Übungen in den theoretischen Rahmen des systemischen Ansatzes fand ich überaus hilfreich, um auch rational zu verstehen, was mit Focusing gemeint ist. Focusing war mir bis dato neu, aber ich habe es dank Hans Neidhardt an diesem Wochenende entdeckt als geniale Methode, meine Selbstaufmerksamkeit zu schulen und noch achtsamer auf die inneren Bewegungen und Entwicklungsprozesse zu werden… Danke an Hans und alle Organisatoren dieser JHV?!
(Monika Ueberberg)

Die hinführenden Erläuterungen

von Hans Neidhardt zur Identifikation und Desidentifikation der Person und ihrer inneren Anteile am Freitagabend waren sehr hilfreich und die Bedeutung der bewussten, wachen Aufmerksamkeit konnten wir in den von ihm geführten Wahrnehmungsübungen dann selbst erleben. Für mich waren diese Übungen sehr intensiv und konnten einige Zusammenhänge in der Dynamik meines Musters aufdecken. Vielen Dank an Hans?!
Im Pausengespräch mit anderen Teilnehmern kam mir allerdings die Frage, ob diese sensible Methode mit so großer Teilnehmerzahl und auf so engem Raum der Sache und dem Anliegen wohl entsprechend und günstig ist.
Auch war die Zeit für das Panel mit den drei Energiezentren zu kurz, um typenspezifische Erfahrungen zu erspüren und herauszuarbeiten. Das war schade, zumal auch der Austausch der Gruppen mit Vertretern gleicher Energiemuster diesmal zu kurz kam. Dieser Austausch wird allgemein sehr geschätzt und gewünscht, da er ausgesprochen hilfreich ist im Prozess der Selbsterkenntnis und für die Begegnung mit Vertretern anderer Muster. Dazu hätte sich eine Zeit am Samstagnachmittag angeboten.“
(Elisabeth Maulhardt)

Ein besonderes Erlebnis

war der „Oldi-Schwof“ am Samstagabend. Schon lange habe ich nicht mehr so viele der unterschiedlichsten „Typen“ so fröhlich und entspannt auf der Tanzfläche gesehen. Und als dann eine Riesenpolonaise, angeführt von einer Teilnehmerin im Rollstuhl, durch Saal und Vorräume tobte, hatte ich für einen Augenblick eine Ahnung von dem, was „Himmel“ ist, hier und jetzt.“ (Elisabeth Maulhardt)

Nachdem unsere Teilnahme

trotz verspäteter Anmeldung dank Eveline Schmidt`s engagiertem Einsatz nun doch noch möglich war, begann für mich die Vorfreude, besonders, weil mein Mann auch in diesem Jahr wieder mit teilnehmen wollte. „ENNEAGRAMM und FOCUSING“ und angeleitet durch Hans Neidhardt – da konnte man gespannt sein. Jedes Jahr freue ich mich, vertraute Gesichter und „alte Enneagrammhasen“ wiederzusehen. Aber auch, dass der Arbeitskreis wächst und neue Begegnungen ermöglicht, ist sehr schön. Die neuen Mitglieder und Teilnehmer wurden herzlich begrüßt.“
(E. Maulhardt)

Höhepunkt der Tagung

war jedoch auch in diesem Jahr die Thomasmesse am Sonntag. Es fasziniert mich immer wieder, wie am Samstag nach dem Abendessen sich spontan eine Gruppe zusammenfindet, mit Ideen für die Gestaltung des Gottesdienstes. Da sitzen nun Vertreter aller denkbaren christlichen Konfessionen und nach etwa einer Stunde liegt das Konzept vor. Lediglich die liturgischen Texte sind, dem Thema der Tagung angepasst, bekannt, und alles andere ordnet sich darum zu einem stimmigen Ganzen, ob Instrumente, Gesang, Tanz, Texte, Meditationsangebote, die Möglichkeit der persönlichen Segnung oder der Wunsch nach fürbittendem Gebet. Sehr beeindruckend war die Übung, sich in den Elia und seine Gefühle unter dem Ginsterstrauch oder am Fuße des Berges Horeb hineinzuversetzen. Wie aktuell werden da die Geschichten der Bibel im eigenen Leben. Auch die Predigt von Pfarrer Rainer Fincke traf voll die Problematik der Licht- und Schattendynamik unserer menschlichen Existenz und die Einladung zur Umkehr an den Stresspunkten unseres Lebens.
Die Selbstverständlichkeit, mit der alle (etwa 120 Teilnehmer) dann gemeinsam um einen Tisch saßen, erinnert an den Abendmahlssaal in Jerusalem. Jesus hat auch keinen seiner Jünger, ob Frau oder Mann, nach seiner Konfession gefragt. „Wo die Güte und die Liebe, da ist Gott“. „
(E. Maulhardt)

Mit neuem Mut

und der Hoffnung, etwas von dieser Erfahrung mit nach Hause zu nehmen und weiterzugeben, sind wir nach einem fröhlichen Mittagessen und Abschied aufgebrochen. Auf Wiedersehen im nächsten Jahr in Wiesbaden-Naurod?!“
(E. Maulhardt)

„Over In The Glory Land …“

Diese Überschrift soll ich verwenden, schlug mir meine Frau vor?! Und die finde ich richtig prima?!
Denn als „rasender Reporter“ über die Super-Oldie-Night der diesjährigen Jahreshauptversammlung des ÖAE zu sinnieren, würde mir nicht mal ein mitleidi-ges Schulterklopfen einbringen, wenn ich als Volontär der schreibenden Zunft dabei gewesen wäre. Habe ich mir doch überhaupt keine Notizen gemacht, geschweige denn die Titel gemerkt, die man vom „Oldie-Night-Komitee“ den jeweiligen Enneagrammtypen als so typisch zugedacht hatte.
Ob es wohl an meiner angeborenen Skepsis lag, dass diese so „typ-ische“ Liedauswahl allzu willkürlich erschien, weshalb ich auch beim Aufruf meiner Typ-GenossInnen stur auf dem Allerwertesten sitzen blieb und inkognito erst mal das weitere Geschehen abwartete. Nun, wie dem auch sei. Es spielt überhaupt keine Rolle, ob die bauchigen EINSer nur einem bestimmten Oldie frönen und die verkopften FÜNFer allesamt einem ganz anderen. Da wir aus Sicht eines Teenies eh alle Oldies waren, die wir uns als ÖAE’ler im Saal des Erbacher Hofes versammelt hatten, verschob sich diese Betrachtung für mich gänzlich in den Hintergrund. Endlich wurde einmal wieder Musik aufgelegt, die die Erinnerungen an die Jugendzeit, an Parties wachrief, da diese Musik „in“ und nicht „old“ und das Mädel nur irgendwie für den nächsten Tanz auf dem Parkett gewonnen werden musste. An Zeiten, wo man(n) wieder zu lange gezögert hatte, die Frau seiner Wahl entschlossen genug aufzufordern, oder der Blues zu blu(e)sig war, als dass man zum Auffordern vielleicht den Mut gefunden hätte. An Zeiten glorreicher Eroberungen und peinlicher Niederlagen, an Feten voller Rauch und Nebel – allerdings ohne eine Maschine die den nur künstlich herein blies. An Parties, die selbst organisiert in irgendeinem Keller irgendeines Freundes stattfanden und Feiern, auf denen zeitweise mehr diskutiert als getanzt wurde.
Oder sind dir, liebe Leserin, lieber Leser, solche Erinnerungen vollkommen fremd?? Für mich geriet dieser wunderbare Abend so recht zu einem schweißtreibenden Ereignis, weil ein mitreißender Rhythmus dem nächsten folgte. Denn der DJ verstand sein Handwerk. Er wusste, was die Menge an Oldies hören wollte und welche Klänge sie zu verzaubern in der Lage waren. Gut aufgelegt war und hat der Diskjockey-Pfarrer aus Ahlen eine kleine, aber feine Auswahl seiner 2000 CDs, die er auf dem Podium ausgebreitet hatte. Mit wilder Mähne und geschützt hinter einer Unzahl verschiedener Regler und Knöpfe waltete er seines zeremoniellen Amtes. Für einen Abend lang war er Zelebrant und Organist in einer Person. Und Gott allein weiß, wie viel Freude er den anwesenden „Typen“ bereitet hat.
Nachdem das Parkett gut poliert und die Beine der Tänzerinnen und Tänzer müde geworden waren, zeigte die Uhr bereits nach Mitternacht. Und der „wilde Mann“ aus Ahlen schwang sich auf sein Stahlross und entschwand durch die Nacht. Denn ein neuer Sonntag wartete auf ihn in einer ähnlich begeisternden Rolle auf einem Podium, dass wir Christen Altarraum nennen. Ob er da auch so gut aufgelegt hat …?? Ich für meinen Teil und für alle, mit denen ich am Tisch gesessen und auf dem Parkett das Tanzbein geschwungen habe, kann ihm und allen „Vorständlern“ des ÖAE nur herzlich danken für diesen gOLDIEgen Abend unserer JHV in Mainz. DANKE ?!
Ludger Temme

Ich versuche mir Freiraum zu schaffen,

mein „Ich“ zu spüren. Mein Muster Sieben ist dicht bei mir, hält mich an der linken Hand. Der Trostpunkt ist in einiger Entfernung rechts vor mir. Er zieht mich an wie ein Versprechen auf etwas Gutes. Der Stresspunkt legt sich auf meine Schultern wie eine schwere Hand. Nach dem Ende der Übung spüre ich noch lange den Druck.
(Isolde Haid)

Nervenkekse

35 g Muskatnusspulver
30 g Zimtpulver
10 g Gewürznelkenpulver
1000 g Dinkelmehl
500 g Butter
300 g Rohrzucker
4 Eier

Einen geschmeidigen Teig kneten und bei 190 °C backen. „Iß diese oft und alle Bitternis deines Herzens und Denkens weiten sich. Dein Denken wird froh, deine Sinne rein, alle schadhaften Säfte in dir minderer. Es gibt guten Saft deinem Blut und macht dich stark.“ Hildegard von Bingen

Energiekugeln

250 g Weizen oder Dinkel
150 g Gerste
100 g Hafer
eine Hand voll gehackte Cashewnüsse
150 g Butter
150 g Rohrzucker
etwas Zimt, Kardamon und Rosenwasser

Das Mehl fein mahlen und mit den Cashewnüssen in einem Topf rösten, bis es gut duftet. Butter hineingeben und weiterrühren. Zuletzt den Zucker hineinschütten und von dem Herd nehmen. Noch warm Kugeln formen, wenn nötig etwas Wasser dazu geben. Ravi Roy

[aus: EnneaForum 25, Mai 2004, S. 8-10

Aus EnneaForum 25 (), S. © Ökumenischer Arbeitskreis Enneagramm e.V., Celle. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Ökumenischen Arbeitskreises Enneagramm.

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