Impressionen zur JHV 2004 in Mainz (1)

In der Meditation

mit bewussten Atemübungen konnte ich mir inneren Freiraum schaffen und gleichzeitig nach außen gerichtete Aufmerksamkeit bewahren.
Ich war einfach da, als sich bei mir das Körpergefühl „verstrickt“ meldete. Als ich kurz meine Augen öffnete, sah ich, dass ich auch im Außen, um mich herum, völlig von anderen Personen eingekeilt war. Körpergefühl und äußeres Umfeld stimmten überein. Aus dem „Bewussten Ich“ machte ich dann einen Schritt zur Seite in mein „Muster 8). Sofort spürte ich eine Erleichterung, ja sogar eine innere Befreiung. Ich war aus der Enge herausgetreten und stand nun auch äußerlich frei da. Gleichzeitig meldete sich bei mir ein großes Verantwortungsgefühl. Ich fühlte mich frei, spürte aber, dass ich mit der gewonnenen Freiheit verantwortungsvoll umzugehen haben.
In der nächsten Übung machte ich aus dem „Bewussten Ich“ einen Schritt nach vorn zu meinem „Trostpunkt 2“ im Enneagramm. Hier fühlte ich mich willkommen und liebevoll angenommen. Ich wurde schon erwartet, und es ging mir gut dabei.
Bei der dritten Übung ging ich zu meinem „Stresspunkt 5“. Hier wurde ich auch erwartet und sofort vereinnahmt. Es schnürte mir die Kehle zu. Ich merkte?: Hier musst du schnell wieder weg – und ging zurück in mein „Bewusstes Ich“.
An meinem Stresspunkt zu arbeiten, könnte sich wohl lohnen. Ebenso kann ich mir eine Arbeit mit meinen Nachbarn 9 und 7 gut vorstellen, da ich diese Methode auch bei mir selbst anwenden kann.
(Margret Wiegard)

Erstaunlich war

für mich, dass mein Eindruck (Übung II), ich sei mit meiner bewussten Person in gutem Kontakt zu meinem Muster, während der folgenden Übung revidiert wurde.
Als ich den Trostpunkt lokalisieren wollte, fand sich dieser sehr nah bei der Position meiner bewussten Person, war fast damit identisch.
Ich merkte, dass es meinem Muster zunehmend schlechter ging, weil es deutlich weiter von meinem Zentrum weg war als mein Trostpunkt.
Sollte es etwa neidisch sein?? Was brauchte es?? War es Nähe?? War es Trost??
Der Trostpunkt wollte dem wankenden Muster spontan zu Hilfe eilen, besann sich dann aber und erinnerte es daran, dass es gut allein stehen könne.
Es blieb aber noch etwas offen zwischen den beiden.
Mit meinem bewussten ICH ließ ich den Trostpunkt etwas auf Abstand gehen und erinnerte ihn an seine Aufgabe. Er versprach meinem Muster?:
„Ich will dich trösten, wie einen seine Mutter tröstet.“ Damit war es gut für alle.
(Johanna Jesse-Goebel)

Als wir aufgefordert wurden

unseren Trostpunkt wahrzunehmen und danach auch dorthin zu gehen war das für mich kein weiter Weg, denn mein Trostpunkt befand sich nahe bei mir. Auf diesem Platz habe ich mich sehr wohl gefühlt und ich hatte das Gefühl mit meinem Trostpunkt ein guten „Team“ zu sein. Ich selbst, (Typ 5 – Kopftyp) fühlte mich durch meinen Trostpunkt (Typ 8 -Bauchtyp) sehr erdverbunden und stabil. Ich hörte meinen Trostpunkt sagen?: „Wir beiden sind doch ein gutes Team.“
In der darauffolgenden Übung sollten wir uns den Stresspunkt vorstellen und uns dann an seien Platz stellen. Mein Stresspunkt befand sich hinter einer Mauer. Ich musste, um an seinen Paltz zu gelangen, den Raum verlassen und an einer anderen Tür wieder herein kommen.
Der Stresspunkt war mir irgendwie fremd. Ich hörte ihn sagen?:“ Seit du deinen Trostpunkt entdeckt hast hast du mich wohl ganz vergessen. Früher war ich immer für dich da als es dir schlecht ging und du warst zufrieden mit mir. Jetzt wendest du dich immer dem Trostpunkt zu.“
In Zukunft werde ich auch meinem Stresspunkt wieder mehr Beachtung schenken.
(Irmgard Knobloch)

Bericht einer Neun

Der Workshop mit Hans Neidhardt auf der Jahreshauptversammlung 2004 des ÖAE war für mich eine gute und große Erfahrung. Bei der angeleiteten Achtsamkeitsübung sollte zuerst jeder, als bewusstes Ich, als Person einen Platz im Raum einnehmen mit einem Freiraum um sich und sich dort seines inneren Zentrums durch achtsames Einatmen und Ausatmen bewusst werden. Dann sollte Jede und Jeder dem Muster, das er hat, einen Platz außerhalb dieses Zentrums geben und erspüren, wo dieser Platz im Verhältnis zu dem Ich-Zentrum ist.
Da erschien die Neun sofort links neben mir, an der Herzseite, ganz nahe, und ich hatte den Arm um sie gelegt. Als ich dann auf den Platz der Neun treten sollte, spürte ich?: „Als Neun, die auf sich allein gestellt ist, bin ich verloren.“ Aber ich sah und spürte den um die Neun gelegten Arm, der mich hielt. Und konnte auf dem Platz der Neun sagen?: „Ich bin sicher und fürchte mich nicht,.“ weil das Regie führende Ich bei mir war. Als wir uns auf dem Platz unseres Musters uns vorstellen sollten, was das Muster zu dem Regie führenden Ich sagt, waren es die Worte?: „Verlass mich nicht, bleib immer bei mir.“ Und das bewusste Ich antwortete?: „Du kannst dich auf mich verlassen, ich werde dich immer schützen.“
In der Zweiten Achtsamkeitsübung sollten wir zunächst einmal spüren, wo die „Teilpersönlichkeit“ des Musters jetzt steht im Verhältnis zum Ich-Zentrum. Da stand das Muster vor mir, ich hielt es mit beiden Armen und wir sahen uns liebevoll an. Und als wir dann erspüren sollten, wo unser Trostpunkt seinen Platz hat, sah ich ihn über uns beiden?: Dort breitete er seine Flügel über uns. Von zweien geschützt und beschützt zu sein, war für das Muster Neun sehr schön. Für das Ich-Zentrum war es auch wunderbar, weil entlastend, denn jetzt musste es nicht mehr die ganze Verantwortung allein tragen?: Über den beiden am Boden gab es jemand Helfenden, der seine Fittiche über uns breitete.
In der dritten Achtsamkeitsübung sollte zu diesen drei Teilpersönlichkeiten noch als vierte der Stresspunkt hinzu kommen. Den spürte ich sofort hinter dem bewussten Ich, das das Muster Neun mit beiden Armen hielt. Das Stresspunkt-Muster wollte uns beide von unseren beiden Plätzen wegziehen, nach hinten – dorthin, wo wir nicht mehr unter den Flügeln des Trostpunkt-Musters gewesen wären. Da drehte sich das bewusste Ich zu dem Stresspunkt-Muster um und sah ihm freundlich in die Augen. Daraufhin streckte das Stresspunkt-Muster seine beiden Arme nach rechts und nach links aus und sagte?: „Das ist jetzt die Mauer, die alles, was dir und dem Muster Neun seinen Platz wegnehmen will, das euch wegziehen oder wegstoßen will, abhält von euch.“ Ich spürte, dass diese Mauer fest und sicher ist und hält, was sie verspricht. Da konnte ich mich beruhigt und zuversichtlich wieder umdrehen und meine Arme erneut um mein Muster legen. Mich erfüllte ein großes Gefühl von Dankbarkeit. Hinter mir die feste Mauer, über mir die behütenden, segnenden Flügel?: Da wusste mein bewusstes Ich?: „ Es wird mir gelingen, die Neun immer zu schützen.“
(Ingrid Oberreich)

[aus: EnneaForum 25, Mai 2004, S. 6-7

Aus EnneaForum 25 (), S. © Ökumenischer Arbeitskreis Enneagramm e.V., Celle. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Ökumenischen Arbeitskreises Enneagramm.

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