Editorial - EnneaForum 25 (Mai 2004)

Ortswechsel

Wohin so schwungvoll?? Welcher andere Ort lockt?? – Kein Zweifel?: Die Person wird den Raum verlassen, in dem sie sich aufhielt, die Schwelle überschreiten, den Ort wechseln.
Ortswechsel – Unzählige Male am Tag wechseln wir die Räume unserer Wohnung, unserer Arbeitsstätte. Das hängt meist mit wechselnden Tätigkeiten zusammen, ist häufig mit wechselnden Begegnungen verbunden. Und jedes Mal sind wir, wie ich meine, auch ein klein bisschen jemand anders?: Ob ich im Kinderzimmer die Hausaufgaben der Kinder nachschaue, mit den kirchlichen Mitarbeiterinnen eine Schulung durchführe, mit der Freundin bei Latte Macciato lache und klöne, versunken in mein Buch im fernen Australien abenteure oder in der Kantorei meine Stimme in den wunderbaren Vielklang einreihe – das alles bin ich, in vielfältigen Facetten.
Ortswechsel – viele Orte gehören zu meinem Leben, viele Räume hält das Leben für mich bereit. Sie laden mich ein, sie zu betreten, zu erleben, zu gestalten. Viele Räume habe ich durchschritten, viele Orte meiner Lebensgeschichte durchwandert, viele hinter mir gelassen. Ich schloss Türen hinter mir, drückte Türklinken zu neuen Räumen?; viele von damals neuen Räume sind mittlerweile längst vertraut. Welche werden mich morgen erwarten??
Ortswechsel sind unvermeidlich. Ortswechsel gibt es nicht umsonst. Ortswechsel lohnen sich. Davon weiß Hermann Hesse (in?: Stufen) ein weises Lied zu singen?: „Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten, an keinem wie an einer Heimat hängen …“
Nun, Heimat in dieser unsteten, oft ungastlichen Welt haben wir wohl bitter nötig, doch als Sofasitzer sind wir wohl nicht geboren. Eher dazu erwählt, die Räume der uns geschenkten Welt zu bebauen und zu bewahren, unseren Platz einzunehmen, unterwegs zu sein zu den Orten und Räumen, in die Gott uns lockt. „Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen, er will uns Stuf’ um Stufe heben, weiten.“ Auf diesem Weg werden wir mit Sicherheit von uns selbst weggeführt werden – um uns von dort aus, so weiß das Enneagramm, ganz neu zu erkennen. „Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise, mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.“
Viele Mitglieder des ÖAE haben dies auf der letzten JHV in Mainz eingeübt – mit dem Einnehmen eines anderen Stand-Ortes und dem Entdecken neuer Räume, um sich selbst neu zu entdecken und zu gewinnen. Gute Aussichten also, denn?: „Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden …“
… ob es uns persönlich betrifft
… oder uns als ÖAE, wo es darum geht, neue Räume zu erobern und zu gestalten, uns an Orten zu zeigen, an denen man uns bisher (noch) nicht vermutete, vor allem aber beweglich zu bleiben im Hinblick auf das wunderbar wechselhafte und unverwechselbare (Vereins)leben.
Herzlich grüßt euch

Claudia Montanus

[aus: EnneaForum 25, Mai 2004, S. 2

Aus EnneaForum 25 (), S. © Ökumenischer Arbeitskreis Enneagramm e.V., Celle. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Ökumenischen Arbeitskreises Enneagramm.

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