Buchbesprechung - Miteinander reden

Friedemann Schulz von Thun
Miteinander reden 2
Stile, Werte und Persönlichkeitsentwicklung

Reinbeck bei Hamburg 1990
Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH
ISBN 3 499 18496 6
252 Seiten

Seit geraumer Zeit finden wir die Bücher von Friedemann Schulz von Thun auf den Bestsellertischen jeder guten Buchhandlung. Wen wir den Band „Miteinander reden 2“ zur Hand nehmen, so lesen wir als Untertitel „Stile, Werte und Persönlichkeitsentwicklung“ und entdecken schon im Inhaltsverzeichnis, dass der Autor sich im weit überwiegenden Teil des Buches mit 8 „Kommunikationsstilen zwischen Persönlichkeits- und Beziehungsdynamik“ befasst.

Schon in diesem Augenblick wird es spannend für den Leser, der das Enneagramm kennt. Hat Schulz von Thun ein Buch mit inhaltlichen Bezügen zum Enneagramm verfasst?
Soweit ersichtlich war dem Verfasser das Enneagramm nicht bekannt. Gleichwohl vermag der Leser eine Fülle gedanklicher Beziehungen zwischen den 8 Kommunikationsstilen, die der Autor vorstellt und mit denen er sich detailliert auseinander setzt, und den 9 Enneagramm-Mustern zu entdecken. Allerdings sollte niemand der Versuchung unterliegen, die von Schulz von Thun formulierten 8 Stile mit den 9 Enneagramm-Typen etwa im Maßstab 1:1 ins Verhältnis setzen zu wollen – das geht so sicherlich nicht.

Hingegen wird der interessierte Leser die Ausführungen des Autors als wertvolle Bereicherung und Abrundung des Wissens zum Enneagramm empfinden. Eine Vielzahl von „Aha-Erlebnissen“ bei der Lektüre ist garantiert und wird die Erkenntnis verstärken, dass unser Gedankengut zum Enneagramm sich natürlich auch aus Quellen speist, die anders lautende Bezeichnungen tragen.

Von beachtlichem Interesse für Leser mit Enneagramm-Wissen sind auch die Darlegungen des Verfassers im Kapitel zum so bezeichneten „Werte- und Entwicklungsquadrat“. Damit rückt Schulz von Thun ein Werkzug ins Bewusstsein, dessen Struktur er bereits Aristoteles zuschreibt und das er aufs heutige Umfeld zugeschnitten einbringt. Im Kern geht es darum, dass eine Tugend sich nur in ausgewogener, stimmiger Balance zu ihrer Schwestertugend heilsam zu entfalten vermag, anderenfalls die Gefahr besteht, dass sie zu einer entwertenden Übertreibung abgleitet, die im schlimmsten Falle auch noch in ihren gegensätzlichen Unwert umzuschlagen vermag. Aus diesen Prozessbeschreibungen können wir konkrete Ansätze ersehen, die uns helfen, den Umgang mit uns selbst, mit unseren Mitmenschen, mit den Leidenschaften und Entfaltungsmöglichkeiten unseres jeweiligen Enneagramm-Musters im Alltagsgeschehen systematisch und praxisgerecht zu gestalten. – Bezüglich des vom Autor zudem präsentierten „Nachrichten-Quadrats“ ist auf den Band „Miteinander reden 1“ zu verweisen.

Es erscheint immer wieder angebracht, über den Tellerrand der Enneagramm-Literatur im eigentlichen Sinne hinweg zu schauen und zu sehen, „welche anderen Mütter auch noch schöne Töchter haben“. Hierzu bietet das Buch von Schulz von Thun ausgesprochen erfreuliche Gelegenheit mit empfehlenswerten Einsichten.

Wolfram Göpfert

[aus: EnneaForum 27, Mai 2005, S. 25

Aus EnneaForum 27 (), S. © Ökumenischer Arbeitskreis Enneagramm e.V., Celle. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Ökumenischen Arbeitskreises Enneagramm.

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Aus EnneaForum 27 (), S. © Ökumenischer Arbeitskreis Enneagramm e.V., Celle. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Ökumenischen Arbeitskreises Enneagramm.

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