Nachwort zu Saki Santorelli

Nachwort zu Saki Santorelli von Gerhard Heck

Vorwort zur Meditation

Nach Jahren intensiver Beschäftigung mit dem Enneagramm weiß ich zwar, welcher Typ ich bin, aber ich stolpere immer noch über mich selbst. Die Entwicklung „vom Typ zum Original“ scheint wie die Echternacher Spring-Prozession zu verlaufen: drei Schritte vor und zwei zurück. In der Stimmung einer solchen Bestandsaufnahme las ich in Saki Santorellis Buch „Zerbrochen und doch ganz“ (Freiamt im Schwarzwald, 2000). Ich las die Weisheit der „Frau neben dem Brunnen“, das Herz ging mir auf, mein Geist fühlte sich beruhigt und liebevoll geleitet . Am Tage darauf habe ich „das Ungewollte zu umarmen“ geübt, die vollkommene Gegenstrategie zu derjenigen, die meine Automatik vorgab. Statt ungeduldig, wütend und verletzt zu reagieren habe ich den Anlass meines Ärgers , „das Ungewollte“ angesehen , es akzeptiert wie es jetzt so ist. Die Reaktion erstaunte mich:

in dem Moment trat in meinem Bewusstsein eine Entkrampfung ein, ein neuer Gedanke trat ein, ich wusste: „so geht es richtig.“

Die Sackgasse der Selbstisolation und Melancholie lag hinter mir und anstatt meine Energie zu vergeuden und mir selbst zu schaden, richtete ich sie wieder auf ein klares Ziel, sicher es auch zu erreichen.

Eine Zeitlang auf Wolke Sieben genoss ich das Gefühl, in Kontakt mit meiner Energie und obenauf zu sein. Ich wurde unaufmerksam, die Automatik schaltete sich wieder ein und bei der nächsten Gelegenheit saß ich wieder auf meinem Riff. Dies Schaukeln zwischen den Extremwerten von „King-Louis-Obenauf“ und „es war nichts Gut’s am Leben mein“

kennt jede Vier, in anderer Form auch die Mit-Typen. Wie also lässt sich die Linie der Stetigkeit zwischen den typspezifischen Extremwerten finden?

Es spricht vieles dafür, Meditation als den Weg zu beschreiten, der diese Linie entlang führt ohne je langweilig zu werden. Ein Weg der Disziplin, der jedem Typ eine kontinuierliche Annäherung an die spezifischen Ziele der Reifung in Richtung auf Erlösung eröffnet (Transformation). Nicht als ob die Erlösung je unser Werk sein könnte. Dennoch gilt:

„müht euch … um euer Heil … Denn Gott ist es, der in Euch sowohl das Wollen als das Vollbringen wirkt“ (Phil 2, 12 f).

Vom Enneagramm her könnte die Einsicht leicht fallen, dass Meditation wenn sie praktikabel sein soll, die Zentren Bauch, Kopf und Herz berücksichtigen muss. So dass verschiedene Zugänge zu Stille und innerer Begegnung gehbar werden. Diesbezüglich werde ich bei Sr. Anneliese Heine in die Schule gehen.

Von Saki Santorelli ist „die heilende Kraft der Achtsamkeit“ zu lernen. Santorelli ist Leiter der von Jon Kabat-Zinn gegründeten Stress-Reduction-Clinic an der Universität Worcester, Massachusetts. Die Klinik experimentiert seit über 20 Jahren wissenschaftlich medizinisch mit Meditation als Weg der Stress-Reduktion und Linderung psychosomatischer Störungen. Die Erfahrungen mit guten Praxisanweisungen sind dargestellt in:

Jon Kabat-Zinn, Gesund durch Meditation, 5.A.1998.

Wie unser Glauben heilende Kraft entfalten kann, darauf hat zuletzt Andreas Ebert hingewiesen (Vgl. „Ansteckende Gesundheit/Heil und Heilung“ in:

A. Ebert, Auf Schatzsuche, 12 Expeditionen ins Innere des Christentums, München 3.A.1998.

Ich rege an, Meditation zum Thema eines der nächsten Enneaforums zu machen und darin über Erfahrungen mit Meditation sowie unterschiedliche Auffassungen von Meditation zu berichten. Mir ist dabei wichtig, einen Weg beschrieben zu finden, der täglich konkret beschritten werden kann.

[aus: EnneaForum 22, November 2002, S. 30

Aus EnneaForum (), S. © Ökumenischer Arbeitskreis Enneagramm e.V., Celle. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Ökumenischen Arbeitskreises Enneagramm.

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