Editorial - EnneaForum 22 (November 2002)

Was ist der Mensch?
Öl im Getriebe der Welt?
Sand im Getriebe der Welt?
Oder gar Teil des Getriebes?

Bei wem läuft schon alles „wie geschmiert“? Und wer erlebt sich nicht allzu oft als „kleines Rädchen“ eines Systems, das erbarmungslos zu funktionieren hat? Und wenn Körper und Seele sich zu Wort melden, steht auf manchem Diagnoseschein bereits „dysfunktional“.

Titelbild EnneaForum 22Charlie Chaplin im Räderwerk in “Moderne Zeiten”Charlie Chaplin (das Bild auf der Titelseite) – ist er „unter die Räder gekommen“ bei seinen Bemühungen, die Maschine am Laufen zu halten?Nicht ungefährlich, sich selbst mit dem passenden Werkzeug ins Getriebe hineinzubegeben, um Reparaturen und Wartungen durchzuführen. Im Film „Moderne Zeiten“ – den wir Ihnen und Euch sehr empfehlen – gelingt es Charlie: Die Maschine spuckt ihn wieder aus: unversehrt!

Ist es Ihnen auch bekannt, dass man die Enneagramm-Maschinerie, das eigene Muster, pflegt und aufpoliert, damit man sich im persönlichen Typ zunächst einmal „sicher fühlt“? Und dass gerade dadurch ein schales Gefühl zurückbleibt, weil man ja eigentlich etwas anderes sucht, lieber anders leben würde. Weniger perfektionistisch vielleicht, weniger abhängig von Menschen, weniger auf Erfolg oder Harmonie usw. aus. Doch unsere Maschine lässt uns nicht unversehrt zurück. Im Gegenteil: Wir verletzen einander und uns selbst oft genug am meisten.Heil werden, heil bleiben wir gerade nicht durch das Instandhalten des Getriebes. Sondern durch Innehalten, durch Wahrnehmen des Menschen neben uns, durch stilles Betrachten unseres Werkzeugs, vielleicht auch durch zunächst ratloses Sich-am-Kopf-Kratzen, durch Aussteigen aus dem Automatismus.Vielleicht gelingt es uns auf diese Weise mehr und mehr, statt Sand, Öl oder Rad im Getriebe einfach Mensch zu sein: Ein Teil der Natur, geschaffen und geformt, blühend und vergänglich, dem Leben ausgesetzt. Im Rhythmus lebend wie das Meer, einzigartig wie ein Fels, Halt suchend wie ein Baum, ins Spiel verliebt wie ein Kind.

Es lohnt sich (in doppeltem Sinn), auf die Rückseite (des EnneaForum-Heftes) zu schauen.

Dieses Mensch-Sein zu fördern, hat sich der ÖAE als Ziel gesetzt – z.B. durch die Entwicklung einer vereinseigenen Weiterbildung, deren Konzeption ab S. 4 vorgestellt wird.

Lassen Sie sich herzlich grüßen und einladen zum Lesen

Claudia Montanus

[aus: EnneaForum 22, November 2002, S. 2

Aus EnneaForum (), S. © Ökumenischer Arbeitskreis Enneagramm e.V., Celle. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Ökumenischen Arbeitskreises Enneagramm.

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