15 Jahre ÖAE – Rückblick auf die Jahrestagungen

Fast alle Jahrestagungen hat sie besucht und für uns kurz zusammengefaßt:
13.10.1990: Erste Jahres-Vollversammlung
in Wiesbaden-Naurod, 25 TeilnehmerInnen
8.–10.11.1991 : Focusing und Enneagramm
mit Hans Neidhardt, Exerzitienhaus St. Josef in Hofheim
16.–17.1.1992 :
Transformative Arbeit mit dem Enneagramm
mit Dietrich Koller, Andreas Ebert, Marion Küstenmacher. Erbacher Hof Mainz, 69 TeilnehmerInnen. Ein fantastisches Erlebnis: Diese Offenheit, zu sich selbst und den eigenen „Macken“ zu stehen – wie befreiend. Besonders eindrücklich die Enneagramm-Begehung mit Marion und Andreas: Mein Stresspunkt fühlt sich tatsächlich bedrohlich an; hier wartet die „dunkle Nacht der Seele“ auf mich. Am Trostpunkt Sieben fange ich an, leicht hin und her zu tänzeln – ein völlig neues Lebensgefühl. Beim Abschluss-Gottesdienst nehme ich die ökumenische Gemeinschaft wahr: Es ist gut, hier zu sein!
13.–14.11.1993:
Mündliche Tradition und die Arbeit mit Panels
mit Helen Palmer. Wilhelm-Kempf-Haus Wiesbaden-Naurod, 105 TeilnehmerInnen
9.–11.12.1994: Enneagrammatisches Bibliodrama
mit Andreas Ebert, Hans Neidhardt, Ludwig Zink. Wilhelm-Kempf-Haus Wiesbaden-Naurod. Wir werden direktiv in vier Arbeitsgruppen eingeteilt. „Unser“ Bibliodrama mit Pater Ludwig Zink ist eine sehr freie Vorstellung; ich warte auf nähere Erklärungen oder Anweisungen, die es aber nicht gibt. „Die große Freiheit“ macht mir Angst, bis ich schließlich meine Rolle als blinde Bettlerin finde. Eine Gelähmte nimmt sich meiner an. Ich stütze sie und sie zeigt mir den Weg zum großen Festmahl. Das ist so gut, einfach da sein zu dürfen, ohne vorher etwas Entsprechendes geleistet zu haben: Ich bin eingeladen, einfach nur, weil ich bin! Freundschaften, die in diesem intensiven Zusammen-Spiel geboren wurden, existieren heute noch.
18.–19.11.1995: Neun Wege zur Erlösung
mit Richard Rohr. Exerzitienhaus St. Josef, Hofheim, 106 TeilnehmerInnen. In Richard Rohrs Vortrag fasziniert mich besonders das Thema „Krise in der Lebensmitte“: Ich kann wählen, ob ich eine glückliche oder eine törichte Närrin sein werde; der „Lebensknick“ lässt sich nicht vermeiden. Meine Entscheidung: Ich möchte eine glückliche Närrin werden und die Weisheit Gottes durch mich fließen lassen! Ich will nicht mehr so viel und so angestrengt daran arbeiten, mich und andere und die ganze Welt zu vervollkommnen; ich darf einfach leben – und das Gute wird geschehen!
7.–9.2.1997:
Die Energien der Enneagramm-Muster erfahrbar machen
mit Hans Neidhardt. Haus Hainstein, Eisenach, 106 TeilnehmerInnen. Ich darf pure Bauch-Energie spüren: Indem ich meine Füße massiere und mich auf meinen Bauch konzentriere, erlebe ich ein Feuerwerk. Ein dazu gemaltes Bild erschreckt mich zunächst: So viel Power steckt in mir drin! Daneben beeindruckt mich am meisten das Pantomimen-Spiel des Gauklers (Benedikt Anzeneder): Er geht nach einem Leben auf der Bühne des Lebens ins Kloster und will dort bei den Brüdern lernen, wie das Leben mit Gott funktioniert. Vieles ist ihm fremd, einiges macht er falsch – schließlich empfindet er, dass er nicht dazu gehört. Erst als er im „Stillen Kämmerlein“ vor Gott tanzt (und sich zunächst schuldig deswegen fühlt), findet er seine Berufung: Er darf auf seine ganz eigene Art und Weise vor Gott sein und muss nicht die anderen nachahmen.
Die spontanen Taize-Gesänge beim Abendmahls-Gottesdienst sind getragen von einer Welle der Anbetung – eine Gemeinschaft von Individuen lobt ihren Schöpfer!
9.–11.1.1998: Wie das Enneagramm für einen spirituellen Weg nutzbar gemacht werden kann
mit Suzanne Zuercher. Erbacher Hof, Mainz, 102 TeilnehmerInnen. Ich finde die Darstellung der Zentren mit dem dazugehörigen Körpergefühl klasse: Herz-Typen, die mit ihren Armen und Beinen immer schon beim anderen sind; Kopf-Typen, die in ihrem riesengroßen Kopf mit kleinem Anhängsel-Körper erst mal alles durchdenken müssen; Bauch-Typen, die mit ihren festen, starken Beinen oft so un-verrückbar auf ihrer Position verharren: Da gab es jede Menge Aha-Erlebnisse! Und die großartige Freiheit, dass jedes Zentrum einen eigenen Zugang zum Gebet, zur Meditation, zu Gott hat – und haben darf!
5.–7.2.1999: Der Rat der Weisen
mit Marion Küstenmacher und Andreas Ebert. Wilhelm-Kempf-Haus, Wiesbaden-Naurod. Ein spannendes Experiment, in das Marion Küstenmacher und Andreas Ebert uns einführen: Um den Enneagramm-Kreis nehmen neun „Stellvertreter“ zum jeweiligen Typ Platz. Nacheinander nutzen drei Teilnehmer dieses besondere Forum für ihre Konfliktlösungs-Versuche. Nach einer kurzen Schilderung des Problems geben die „neun Weisen“ eine Befindlichkeits-Rückmeldung und nennen in einer zweiten Runde Assoziationen zum Fall. Im dritten Durchgang werden Ideen zur Konfliktbewältigung entwickelt: oft völlig unterschiedlich und überraschend.
11.–13.2.2000: Eingänge, Hergänge, Zugänge, Untergänge, Ausgänge – und die Panel-Arbeit nach Helen Palmer
mit Jürgen Gündel. Christliche Gästehäuser Hohe Rhön, Bischofsheim, 77 TeilnehmerInnen. Unser Einser-Panel ist beeindruckend. Ich verstehe so manche Aussagen meiner „Leidensgenossen“ auf einer tiefen emotionalen Ebene ganz neu. Auch die anderen Panels geben Aufschluss über die ganz eigenen Denkmuster und Strukturen. – Tiefgehend die Darstellung der Kindheits-Traumata mit Inke Barysch und Christine Heideklang; zum herzhaften Mitgehen und Ablachen dann Regula Pavelka: einmal als Putzfrau und dann mit ihrer „Rotkäppchen und der Wolf“-Erzählung von neun Typen.
9.–11.2.2001: Von der Arbeit am Typ zur Arbeit am Sein – Theorie und Praxis der Meditation in der Enneagrammarbeit
mit Dietrich Koller. Evang. Tagungsstätte Wildbad, Rothenburg ob der Tauber, 110 TeilnehmerInnen. Bei einer meditativen Übung von Dietrich Koller spüre ich, wie ich Sauerstoff „trinke“ und wie ein winziges Heben der Mundwinkel meine Stimmung verbessert: Ich kann über mich selbst lachen!
Wanderung zum Riemenschneider-Altar mit einer Meditation von Claudia Montanus: Erstaunlich, mit welchem Scharfblick (und verstecktem Humor) sie die einzelnen Typen beschreibt, die sich da um Jesus scharen; es ergeben sich ganz neue Perspektiven, Altäre anzuschauen.
8.–10.2.2002: Talente, Gaben und Charismen – Von der Fixierung zum Charisma
mit Andreas Ebert und Marion Küstenmacher. CVJM-Familienferienstätte, Wernigerode, 110 TeilnehmerInnen. Besonders beeindruckt mich der „warme Regen an Gaben“ mit den Komplimenten, die wir als unterschiedliche Typen gegenseitig füreinander gefunden haben. Die Auslegung der Christophorus-Legende und die Vorträge über die Charismen von Andreas und Marion bringen interessante Gedankenanstöße.
Über das Ausbildungskonzept muss entschieden werden. Und dann zum Ausklang die Thomasmesse mit dem Gebet des Jabez : ein echter Höhepunkt zum Auftanken!
31.1.–2.2.2003: Grundvertrauen und die Rückgewinnung der Ganzheit
mit Suzanne Zuercher. Jugendgästehaus, Oberwesel, 113 TeilnehmerInnen. Eine spirituelle Reise mit den „Holy ideas“.
6.–8.2.2004: Focusing – Das „innere System“ und das Enneagramm
mit Hans Neidhardt, Erbacher Hof Mainz, 131 TeilnehmerInnen. Bei einer Achtsamkeitsübung kann ich meinen Platz im Raum einnehmen – das fühlt sich gut an. Der Stresspunkt kommt mir allerdings sehr schnell sehr nahe; ich muss noch mehr lernen, mich zu schützen. Oldieschwof: Gehenlassen, abtanzen, locker sein – das macht Spaß! Ich muss nicht zu allen einmal eingegangenen Verpflichtungen stehen, sondern darf mich verabschieden, wenn es für mich dran ist!
18.–20.2.2005: Abbildungen des Enneagramms im Unbewußten
mit Prof. Uwe Böschemeyer, Wilhelm-Kempf-Haus Wiesbaden-Naurod, 125 TeilnehmerInnen. Die Arbeit mit wertorientierten Imaginationen fasziniert mich. Uwe Böschemeyer berichtet anhand vieler Beispiele von Klienten über die inneren Bilder der „Lebens-Verhinderer“ und „Lebens-Ermutiger“. Ich kann mich entscheiden, wem ich mehr Raum in meinem Denken gebe. Am meisten begeistert mich die Umsetzung des Gehörten in unserer Einser-Gruppe: Zuerst die Worte, dann die Bilder dazu kommen lassen. Fazit: „Wenn ich geduldiger wäre, dann könnte ich mir und anderen weniger Druck machen. Ich könnte mir und meinen Mit-Geschöpfen den Raum und die Zeit geben, die sie brauchen, um in ihrem eigenen Rhythmus zu leben und zu wachsen.“ Das Bild dazu: eine Segeljolle auf tiefblauem Meer, sanft bewegt. Ich liege an Deck, lasse mich treiben und gebe mich dem Fluss des Lebens hin im Vertrauen, dass alles gut wird.

Zusammenfassend:
Es ist schön, dass es den ÖAE gibt – einen liebenswerten, verrückten, begabten, phantasievollen, chaotischen Haufen Enneagramm-Freaks?!!! Margit

[aus: EnneaForum 27, Mai 2005, S. 10

Aus EnneaForum 27 (), S. © Ökumenischer Arbeitskreis Enneagramm e.V., Celle. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Ökumenischen Arbeitskreises Enneagramm.

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