Auswertung der großen Fragebogenaktion

Marion und Werner Küstenmachers Mitglieder-Befragung per Fragebogen, der dem Rundbrief Nr.15 beigefügt war, ging am 1. Februar 99 erfolgreich zu Ende. Es beteiligten sich etwa 20 Prozent unserer Mitglieder, ein ausgezeichnetes Rückmeldeergebnis, für das sich Marion herzlich bei allen Leserinnen und Lesern bedankt: Die Auskunftsbereitschaft war hoch und die teilweise sehr detaillierten Angaben verlangten nach sorgfältiger Auswertung. Den ersten Teil derselben geben wir in diesem Rundbrief redaktionell gestrafft wieder. In einem der nächsten Rundbriefe dürfen wir gespannt sein auf die Ergebnisse, die Marion und Werner den Antworten zu den Themen Beziehungserfahrungen und Familienkonstellationen (Herkunftsfamilien und Gegenwartsfamilie) entnehmen konnten. Doch nun zum ersten Teil:

Typenbeteiligung

Zuerst aufgeschlüsselte Informationen über die Typenbeteiligung:

Insgesamt waren es 109 Fragebögen, die ausgewertet wurden, 66 von Frauen, 43 von Männern.

Die Verteilung nach Typen sah wie folgt aus:

Eins 20 Sechs 10

Zwei 16 Sieben 4

Drei 2 Acht 8

Vier 11 Neun 10

Fünf 23 Typ unklar 5

Auf die 3 Zentren verteilt schaut die Beteiligung so aus:

Herz gesamt: 29

Kopf gesamt: 37

Bauch gesamt: 38

Religion

Bei der Frage nach der Religionszugehörigkeit ergab sich folgendes:

katholisch: 47

evangelisch: 47

freikirchlich: 6

sonstige: 0

keine: 8 ohne Angaben: 1

Das Verhältnis der beiden großen christlichen Kirchen ist demnach sehr ausgewogen unter unseren Mitgliedern. Die Wertschätzung der ökumenischen Gottesdienste bei unseren Jahrestagungen zeigt auch, wie berechtigt und spirituell verwurzelt unser Vereinsanliegen der Ökumene ist und von den meisten „Nicht-Kirchlern“ auch befürwortet wird.

Alter

Auch nach Altersgruppen haben wir gefragt:

Alter Anzahl (m/w)

20–29: 3 (2/1)

30–39: 26 (9/17)

40–49: 33 (11/22)

50–59: 29 (13/16)

60–69: 15 (7/8)

70+: 3 (1/2)

Die Hauptmitgliedergruppe unseres Arbeitskreises stellen also die Dreißig- bis Sechzigjährigen dar, wobei der zahlenmäßige Schwerpunkt etwa zwischen 40 bis 55 Jahren liegt. Damit bestätigt sich der besondere Nutzen des Enneagramms als ein spirituelles Modell für die zweite Lebenshälfte.

Bekanntschaft

Seit wann/wodurch kennen unsere Mitglieder das Enneagramm?

Von insgesamt 109:

nur wenige vor 1989

seit 1989: 13

seit 1990: 27

seit 1991: 13

danach jährlich etwa 10

seit 1996: 7

seit 1997: 2

seit 1998: 1

(Zur Information: 1989 erschienen fast gleichzeitig die Bücher von Rohr/Ebert, Riso und Jaxon-Bear in Deutschland. Seit 1990 wurden verstärkt Seminare und Kurse angeboten und der ÖAE gegründet.)

Wie haben Sie das Enneagramm kennengelernt? (Mehrfachnennungen waren möglich!)

Buch: 75, Seminar: 31, Familie: 10, Freunde: 34, Therapeut/in: 1, Seelsorger/in: 4, Bildungshaus: 5, Buchhändler: 2, Presse: 3, Sonstige: etwa 9

Häufig genannte Kombinationen: Buch und Seminar – gern mit persönlichen Kontakten verbunden. Das Enneagramm ist offensichtlich ein Modell, das man gern seinen Freunden weiterempfiehlt, weil man persönlich von seiner Effizienz überzeugt ist.

Wie viele Enneagramm-Seminare haben Sie besucht?

Keines: 10

1–5 Seminare: 59

6–10 Seminare: 20

über 10 Seminare: 14

Interessant: Es gibt sowohl Leute, die nie ein Seminar besucht haben, aber selbst Kurse geben als auch solche, die ganze Ausbildungsblöcke absolvierten, das Enneagramm aber trotzdem „nur“ als persönliches Entwicklungsmodell nutzen.

Wie haben Sie von den Kursen profitiert?

Aus Platzgründen ist es unmöglich, alle einzelnen Erfahrungen aufzulisten. Einige oft genannte Schwerpunkte: besseres Verständnis für mich und andere, Beziehungsklärung, vertiefte Gotteserfahrung; Toleranz, lernte Gebetszugänge, Selbsterkenntnis, starker spiritueller Impuls…

Bücher

Wer liest was und wieviel?

Welches Enneagramm-Buch/welche Bücher besitzen Sie?

kein Buch: 1

1–2 Bücher: 9

3–4 Bücher: 16

5–9 Bücher: 39

10–14 Bücher: 18

15–20 Bücher: 5

über 20 Bücher: 10

(fast) alle Bücher: 9

Fast alle erschienenen Bücher wurden mehrfach genannt. Die meisten ÖAE-Mitglieder (88 %) haben mindestens 5 Enneagramm-Titel im Regal stehen, eine stolze Anzahl!

Welches Enneagrammbuch schätzen Sie am meisten und warum?

Die beliebtesten Enneagrammbücher unter den an der Fragebogenaktion beteiligten Lesern sind: Rohr/Ebert (56× genannt), Palmer (16), Gallen/Neidhardt (10),

Zuercher (8). An diesen vier „Bestsellern“ wird u.a. folgendes besonders geschätzt:

An Rohr/Ebert: solides Grundwissen, spirituell-theologischen Ansatz, eigene Erlebnisse der Autoren, einfache Einführung, klare, liebevolle, eindrückliche Schreibweise, Nachschlagemöglichkeit, ansprechende und einfache Schreibweise, übersichtlichen Stil, Lebendigkeit, Verständlichkeit als „Klassiker“.

An Palmer: fundiertes Wissen, Übersichtlichkeit, Differenziertheit, Tiefgang, Übersichtlichkeit, Detailgenauigkeit, Wissenschaftlichkeit, Interaktionen, stimmige Psychologie, Sachlichkeit, kein religiöser Wortschatz.

An Gallen/Neidhardt: treffende Beschreibungen, Praxisbezug, Übersichtlichkeit, Ausführlichkeit, amüsanter Szenen, Kurzweiligkeit, Preis-Leistungsverhältnis, Klarheit, Lebensbezug, Darstellung der Beziehungsdynamik, Sprache und Darstellung, Nachvollziehbarkeit.

An Zuercher: spirituelle Tiefe, Darstellung der 1. und 2. Lebensaufgabe, Beschreibung der 3 Zentren und der Ganzheit, Zuschnitt auf Bibel/Exerzitien.

Außerdem werden genannt: Beesing/Nogosek/O’Leary, Böschemeyer, Naranjo, Jaxon-Bear, Reiffarth, Riso, Metz/Burchill, Baron/Wagele, Gündel, Vollmar, Hurley-Dobson, Küstenmacher.

Anmerkung: Es scheint Anzeichen zu geben für gewisse typbedingte Vorlieben für bestimmte Autoren: Riso taucht nur bei den Typen Drei, Vier und Fünf auf; Zuercher wird von den Zweiern besonders geschätzt, Rohr/Ebert von Einsern und Fünfern.

Nutzung

Wie nutzen Sie das Enneagramm? (Mehrfachnennungen möglich)

privat als ganz persönliche Hilfe: 98

kann beruflich von meinen Kenntnissen profitieren: 63

gebe selbst Seminare bzw. arbeite seelsorgerlich / therapeutisch damit: 34

Zu den Einrichtungsarten zählen vor allem kirchliche Bildungshäuser und Gemeinden (21) und Volkshochschulen (9). Daneben werden genannt: Lehrer/innen- bzw. theol.pastorale Fortbildung, GCL, Exerzitien, geistliche Begleitung, psychologische, Kg und Heilpraktiker-Praxis, (Sucht-) Klinik, Seniorenwohnheim, Leitung der Kindertagesstätte, Männer- /Frauenwerk der evang. Kirche, Haus- und Gesprächskreis, Familienbildungsstätte, eigene/spontane Gruppen und sonstiges Engagement.

Begabungen

Spannend: die Frage nach den besonderen Gaben und Stärken der neun Muster …

Von den Antworten her kann man mit gesundem Stolz sagen: Unsere Mitglieder stellen ein unglaublich kreatives Potential dar. Im folgenden die Fähigkeiten unserer „Basis“, nach Mustern geordnet (in Klammern stehen Mehrfachnennungen), der Freude halber in der gesamten Ausführlichkeit!

Eins: Musik (5), Singen/Chor (5), Werken (5), Malen (3), Tanzen (3), Schreiben (3), Klavier (2), Zeichnen (2), Bewegung in freier Natur (2), Schneidern, Dekorieren, Blumen stecken, Tonarbeiten, Lehren, treffende Formulierungen finden, Zuhören können, Bergwandern, Schwimmen, Laufen (aus Vernunft), Tennis, Ballspielarten, Schilaufen, Langlaufen, Langstreckenlauf, Reiten, Fußball. 3× keine Angaben.

Zwei: Musik(6), Querflöte/Flöte(2), Singen/Chor (6), Klavier, Malen (2), Radfahren(2), Schwimmen (2), Werken (2), Meditatives Tanzen (2), Zeichnen, Schreiben, Lesen, Blumenarrangieren, kreatives Gestalten, Vorträge mit Symbol-Bildern, Improvisation, Spontaneität, Theaterspielen, Geschichten erzählen, Gastfreundlichkeit, Integrationsfähigkeit, gemeinsame Zielorientierung in Teams herstellen, Führungsqualitäten, Tennis, Surfen, Volleyball, Yoga. 2× keine Angaben.

Drei: Tanz, Gymnastik, Yoga, Musik, Querflöte

Vier: Musik(5), Malen (5), Geschichten schreiben (4), Gedichte schreiben (3), Klavier(3), Zeichnen (3), Radfahren (3), gestalterische Fähigkeiten (3), Schwimmen (3), Orgel (2), Theaterspielen (2), (Berg-)Wandern (2), Zugposaune, Flöte, Gitarre, Briefe schreiben, Tanzen, Basteln, Specksteinarbeiten, Holzschnitzen, Fotografieren, Schilaufen, Leichtathletik, Kanu, Yoga, heilerische Fähigkeiten, Hellfühlen.

Fünf: Musik (5), Wandern (5), Singen(3), Laufen (3), Werken (3), sportlich-aktiv (3), Malen (3), Bergsteigen (2), Volleyball und Handball (2), Klavier, Gitarre, Theaterspielen (Kabarett), Tanzen und Tänze anleiten, Zeichnen als exaktes Abzeichnen der Realität, analytisch-mathematische Stärke, Schreiben, Dekorieren, Holzarbeiten, Handarbeit, meditative Gartenarbeit, Kochen, kreativen Unterricht halten, Sammeln, Elektronik, Tischtennis, Federball, Radfahren, Schwimmen. 3× keine Angaben.

Sechs: Musik (3),Malen (2),Werken, Sinn für Farben, Seidenmalerei, Einrichten, kreativ im Lösen von Alltagsproblemen, Meditation, östliche Weisheiten, Tennis, Handball, Schwimmen, Volleyball, aktiv Tischtennis. 3× keine Angaben.

Sieben: Schwimmen (3), Radfahren (2), vernetztes Denken, sehr vielseitige soziale wie Leitungskompetenz, organisiere sehr gut Feste, Kunsthandwerk, Töpfern, Theaterspielen, Rhetorik, Photographieren, Sprachen, Schreiben, gut in Ausdauersportarten, Laufen.

Acht: Basteln und Werken (2), Malen, Graphiken (eigene Druckwerkstatt), Singen, Klavier und Gitarre, Musik, starke Beziehung zu Farben, Ausdauer, Schwimmen, Mountainbike, Tanzen, Flammenco-Tanz, Geräteturnen, Joggen, Langlauf, Bergwandern, Yoga. 1× keine Angaben.

Neun: Kurzgeschichten schreiben (2), Zeichnen, Joggen, Gestalten mit Papier und Wachs, Musik, Werken, Handarbeit, Gitarre spielen, Holzarbeiten (Möbel), Mandala-Malen, sportlich, Tischtennis. 2× keine Angaben.

Mitgliedschaft

Ein weiterer Fragenblock: die Mitgliedschaft im ÖAE und die Erfahrungen mit unseren Jahrestagungen (Hauptversammlung).

Gesamt 94 Mitglieder; 15 Bögen waren von Nicht-Mitgliedern ausgefüllt worden.

Dauer der Mitgliedschaft im ÖAE seit:

1990: 11 1994: 7 1998: 9

1991: 8 1995: 11 1999: 5

1992: 11 1996: 9 weiß Jahr nicht: 5

1993: 13 1997: 5

An wie vielen Jahrestagungen haben Sie teilgenommen?

1: 24 4: 8 7: 1

2: 8 5: 6 8: 2

3: 8 6: 5

an keiner: 30 weiß nicht: 1

Wie haben Sie diese Tagungen erlebt?

Gewinnbringend, bereichernd (10); anregend (8); interessant (6); sehr positiv (4); sehr intensiv; jedesmal neu; gut (4); sehr belebend (3); sonst (gekürzt): offen, hat mich oft aufgewühlt, sehr erbaulich; abwechslungsreich; befreiend; humorvoll; kreativ; anstrengend; informativ; sehr nobel, kaum Chance, Leute kennen zu lernen; erfreulich wenig sektenhaft; gute Stimmung, echt ökumenisches Miteinander; gute kulturelle Angebote; inspirierend; toll.

Was hat Ihnen gut gefallen? Gottesdienste (11); gute Vorträge und Referenten (11); gute Themen (7), Rohr (5), Zuercher (5); die Gemeinschaft mit den anderen Teilnehmern (4); Austausch untereinander (4), Sonstiges (gekürzt): Gottesdienst, Gruppenarbeit im eigenen Muster; Büchertisch; praktische Übungen; angenehme, echte Atmosphäre; Begegnungen, ganzheitliches Angebot; Abwechslungsreichtum; gute Vorbereitung; Parties; Lehrreichtum, gute Basisdemokratie; Referate von „Größen“ und auch von Leuten aus den eigenen Reihen.

Der Konsens, auch in Bezug auf Wünsche: viel Lob, viel Ermutigung, wenig Kritik, manche Wünsche, die in die nächsten Planungen einfließen werden.

Rundbrief

Um unsere Mitgliederzeitschrift noch mehr den Bedürfnissen der Leser und Leserinnen anzupassen, wurde nach Euren/Ihren inhaltlichen Wünschen gefragt. Die vielen wertvollen und hilfreichen Anmerkungen, Tips, Kritiken und Wünsche bezüglich der Gestaltung und des Inhalts der künftigen Rundbriefe können wir hier nicht im einzelnen abdrucken. Wir werden sie vielmehr in den Redaktionsbesprechungen ordentlich „durchkauen“, um Schwerpunkte herauszufiltern und zu sondieren, was von den Wünschen sich wie umsetzen läßt. Einiges ist schon im Werden. Anderes braucht Zeit. Was sich jedoch bereits eindeutig feststellen läßt, ist das Ergebnis der Wahl der genannten 20 Themenschwerpunkte, von denen man beliebig viele ankreuzen konnte. Und dies ist die Hitliste der gewünschten Themengebiete (Die Zahlen hinter den Themen geben die Anzahl der Stimmen an):

Spirituelle Dimension des Enneagramms (79)

Psychologische und therapeutische Ansätze (64)

Besprechung von Enneagrammbüchern (64)

Partnerschafts- und Beziehungsfragen (60)

Veranstaltungstermine und Weiterbildungsangebote (58)

Biblische Arbeit mit dem Enneagramm (48)

Individuationsprozess mit dem Enneagramm (48)

Leserforum (Gruppen, Erfahrungen, Kontakte) (48)

Berichte über internationale Enneagrammarbeit (46)

Psychosomatik und Gesundheitsthemen (43)

Interviews mit Enneagramm-Autoren/innen (40)

Enneatainment (Humor, Unterhaltung) (37)

„Offene“ Briefseelsorge zu bestimmten Leserfragen (29)

Pädagogik und Kindererziehung (29)

Seelsorge und Exerzitien (28)

Coaching und Managementfragen (23)

Film- und Videoguide mit Enneagramm (23)

Geschichte und Herkunft des Enneagramms (21)

[aus: EnneaForum 16, Oktober 1999, S. 21-24

Aus EnneaForum 16 (), S. © Ökumenischer Arbeitskreis Enneagramm e.V., Celle. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Ökumenischen Arbeitskreises Enneagramm.

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Aus EnneaForum 16 (), S. © Ökumenischer Arbeitskreis Enneagramm e.V., Celle. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Ökumenischen Arbeitskreises Enneagramm.

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