Erfahrungsgruppe: Gott will Einheit!

Sr. Marie-Helene Hübben MSC, Steinerskirchen, berichtet von einer Idee und ihrer Umsetzung, die sie mit ihrer Enneagramm-Erfahrungsgruppe Steinerskirchen durchführte:

Zur Gruppe: Diese Gruppe besteht seit ungefähr 3 Jahren und setzt sich zusammen aus zehn Leuten (9 Frauen, 1 Mann) mit Enneagramm-Vorkenntnissen. Die Gruppe ist offen, so daß Interessierte auch in Zukunft hineinkommen können. Die TeilnehmerInnen verstehen sich untereinander gut, Neue werden schnell integriert und scheuen sich nicht, sich zu Wort zu melden. Ich bin Leiterin der Gruppe und höre auf das, was zur Zeit ansteht. Mir scheint, daß ein großes Interesse an geistlichem Wachstum besteht, so formulieren die TeilnehmerInnen thematische Wünsche. Viele Fragen und Erfahrungen werden miteinander geteilt. Manchmal ist ein Märchen sehr hilfreich, den Prozeß zu deuten. Oder ich darf das, wovon ich selbst angesprochen bin, anbieten.

Von der Idee und ihrer Umsetzung:

Eines Tages war ich sehr angetan von der Erkenntnis, daß Gott ursprünglich Einheit gewollt hat.

(„Daß alle eins seien, wie der Vater und ich eins sind“; vgl. Joh 17,21). Dabei hatte ich mein Enneagrammbodenbild vor Augen, in dem ich die einzelnen Zentren in verschiedenen Farben darstelle. Wenn man sie „auseinandernimmt“, wird klar, wie wenig wir in uns selbst eins sind, weil wir alle eines dieser Zentren bevorzugen und eins vernachlässigen (vgl. Hurley/Dobson ab S. 94).

So entstand folgende Einheit mit Bodenbild: Gott will Einheit!

Mit einem leuchtend gelben Tuch wird symbolisiert, daß Gott der Grund von allem ist.

Auf diesen „Urgrund“ werden die Symbolscheiben der einzelnen „Intelligenzzentren“ gelegt:

Bauch, Kopf, Herz.

Gott will auch die Einheit dieser Zentren, denn Er will, daß wir aus Glaube,

Hoffnung und Liebe gleichermaßen leben (vgl. Rohr/Ebert S.42/43 und Hurley/Dobson ab S. 94).

Da jeder Mensch aber seit seiner Kindheit lernt, ein Zentrum zu „überziehen“, wird die von Gott gedachte Einheit auseinandergerissen und das Wesen Gottes, das Licht (Kopf),

Liebe (Herz) und Kraft (Bauch) ist, wird kraftlos.

Das Licht wird von der Angst überlagert, die Liebe von der Schuld „durchkreuzt“ und die Kraft durch Vergeltung ersetzt.

Der göttliche Ursprung ist nicht mehr zu erkennen, er ist gleichsam verdunkelt (dunkle Tücher verdecken den Goldboden). Getrennt von der Einheit entstehen dann die Hauptschwierigkeiten der Zentren:

Kopf–Angst, Herz–Image, Bauch–Zorn.

Instinktiv fühlt der Mensch, daß er nicht „ganz“ ist und sucht „sehnsüchtig“ nach der Einheit.

Jeder einzelne Typ des Enneagramms hat jetzt seine spezifische Art entwickelt, den „Graben“ zu überwinden oder die Trennung behelfsweise zu überbrücken.

Der Perfektionist meint: „Ich schaffe es mit Ordnung“. Der Helfer: „Ich verbinde Wunden“. Der Erfolgsmensch:

„Ich bin effektiv und erfolgreich“. Der Romantiker meint: „Es muß schön sein, alles muß schön sein“ usw.

Unter diesen Selbstaussagen liegen zusätzlich noch die Wortstreifen der jeweiligen Falle (s. Rohr/Ebert S.19, z.B. Eins-Empfindlichkeit, Zwei-Gefälligkeit usw.).

Der zugedeckte Goldstreifen erinnert mich an die Kreuzesform. Der Graben, der dadurch sichtbar wird, reißt die Einheit auseinander. Darin entdeckte ich die Wahrheit, daß nur Jesus die Spaltung heilen kann. Gemäß Eph. 2,16: „Er stiftete Frieden und versöhnte die beiden (Juden und Heiden) durch das Kreuz mit Gott in einem einzigen Leib.“

Das „Mitwirken mit Gott“, Umkehr und Erlösung (vgl. Rohr/Ebert ab S.78)

(z.B. Eins: Einladung = Wachstum, Gabe = Geduld; Zwei: Einladung = Freiheit, Gabe = Demut), kann nur in der Nachahmung Jesu geschehen. Im Vertrauen auf die Gnade, daß Er durch sein Kreuz die Dunkelheit der Schuld getragen und durch seinen Tod unsere „Entzweiungen“ aufgehoben hat, kann das Licht des göttlichen Ursprungs wieder erkannt werden. So kann etwa die Angst der Schuldgefühle durch die Liebe geheilt werden; und Gottes Kraft heißt nicht Vergeltung, sondern Erbarmen (vgl.K. Wapnick; Die Vergebung und Jesus).

Sr. Marie-Helene, MSC

[aus: EnneaForum 16, Oktober 1999, S. 20

Aus EnneaForum 16 (), S. © Ökumenischer Arbeitskreis Enneagramm e.V., Celle. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Ökumenischen Arbeitskreises Enneagramm.

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