Maria-Anne Gallen und Hans Neidhardt

Maria-Anne Gallen, geb. 1958, Diplompsychologin, Klinische Psychologin BDP/Psychotherapeutin. Ausbildungen in Verhaltenstherapie, personzentrierter Psychotherapie, Focusing-Körpertherapie. Projektarbeit am Institut für Therapieforschung, München, dann CoLeitung in den Ausbildungs-Seminaren des Deutschen Instituts für Focusing-Therapie (Charakter- und Beziehungsstrukturen).

Hans Neidhardt, geb. 1952, Diplompsychologe, Klinischer Psychologe BDP/Psychotherapeut. Ausbildungen in personzentrierter Psychotherapie, Focusing, Psychodrama, Gruppendynamik. Neun Jahre Leitung einer Telefonseelsorge, seit 1987 freiberuflich tätig (Psychotherapie, Supervision, Gruppen: Enneagramm – Focusing – Bibliodrama). Ausbilder, Lehrtherapeut und -supervisor am Deutschen Ausbildungsinstitut für Focusingtherapie. ÖAE-Gründungs- und Vorstandsmitglied. .

Unsere Grundhaltung in der Arbeit mit den EnneagrammMustern stammt aus unserem gemeinsamen psychotherapeutischen Hintergrund: Wir begreifen das Enneagramm weniger als ein Modell von Persönlichkeits-”Typen”, sondern vielmehr als ein Instrument, das uns hilft, aufmerksam zu werden für unsere „normalerweise” nichtbewußten (Über-) Lebensstrategien. Das Enneagramm beschreibt neun solcher Muster („Strategien”), d.h. Wahrnehmungs-, Denk-, Fühl- und Verhaltensstile. Und gibt der Selbstwahrnehmung präzise Auskunft darüber, wie ich gewohnheitsmäßig innerlich und äußerlich reagiere, mich vor (vermuteten oder tatsächlichen ) Verletzungen schütze, wie meine normalerweise nicht-bewußte innere Beziehung zu den existentiellen Grundthemen ist, die sich um die Fragen der Sicherheit (vs. Angst), Autonomie (und Wut), Beziehungen zu anderen (Liebe) drehen.

Das Enneagramm-Muster beschreibt niemals die Person als ganze (Motto: Ich bin „mehr” als das Charaktermuster; ich „habe” das Muster, aber ich „bin” nicht das Muster!). Unsere Gruppen sind selbsterfahrungsorientiert. Das heißt: Wir setzen Grundkenntnisse über das Enneagramm voraus (Lektüre, möglichst auch Einführungskurs) und möchten mit Menschen arbeiten, die auf einer persönlichen Ebene an Selbstentwicklung und befriedigenden zwischenmenschlichen Beziehungen interessiert sind. Methodisch arbeiten wir mit Focusing (Stärkung des „inneren Beobachters”) und verwandeten Methoden, in Enneagramm II auch mit Skulpturenarbeit aus der systemischen Therapie.

Unser Kursangebot:

Enneagramm I: Klärung der Charaktermuster: Wir untersuchen achtsam unsere automatisierten Wahrnehmungs-, Denk-, Fühl- und Verhaltensstile, indem wir uns mit Hilfe von Focusing-Experimenten in die „neun inneren Welten” der Enneagramm-Muster hineinversetzen. Die probeweise Identifikation mit jedem der Muster läßt auf dem Weg des inneren Erlebens und der Selbstwahrnehmung die entscheidenden Aspekte der inneren Dynamik in den Mustern erfahrbar werden. Es kann deutlich werden, aus welcher spezifischen Kindheits-Not das Muster als Not-Lösung „erfunden” wurde, auf welche Weise das Muster dabei hilft, schmerzliehe und ängstigende Erfahrungen zu vermeiden, worin die speziellen Einschränkungen und Behinderungen des Musters liegen (die paradoxe Doppelgesichtigkeit der Charaktermuster: Schmerzvermeidung und Vereitelung der Erfüllung der eigentlichen Sehnsucht). Wir bieten Tiefen-Interviews an für alle diejenigen Gruppenteilnehmer, die daran interessiert sind, ihren „Enneagramm-Punkt”, d.h. ihr eigenes Charaktermuster zu klären. Ziel unserer Arbeit: einen versöhnlicheren Zugang zu dem eigenen „inneren Kind” eröffnen helfen, dem „kleinen Erfinder des Charaktermusters” liebevoller begegnen können. Dauer: 4-5 Tage, Teilnehmer max. 14 Personen.

Enneagramm II: Klärung von Beziehungsmustern: Streng genommen existieren die neun Charaktermuster niemals „für sich”, sondern immer nur in Beziehung (zu jemandem, zu etwas). In diesem Kurs verlassen wir die individualistische Sichtweise des Enneagramms und fragen nach den Beziehungsaspekten der neun Muster, fragen nach „typischen” (!) Re-Aktionen auf die Muster, nach den spezifischen Mißverständnissen, potentiellen Verletzungen, aber auch nach den bereichernden und befriedigenden Erfahrungen, die sich einstellen, wenn sich die neun Muster aufeinander beziehen und sich ineinander „verwickeln”.

Ein Beziehungsmuster ist nach unserer Überzeugung „mehr” als die Summe von zwei Charaktermustern (Motto: Eins plus eins ist mehr als zwei).

In Enneagramm II bieten wir die Möglichkeit an, konkrete Beziehungsprobleme aus dem privaten und/oder beruflichen Alltag der TeilnehmerInnen zu bearbeiten und zu klären. Methoden: Focusing, Skulptur-Arbeit, Reflexion von kommunikativen „Teufelskreisen” in Beziehungsmustern. Dauer: 4-5 Tage, max. 14 Personen. Voraussetzung: Enneagramm I bei uns oder anderer IntensivWorskshop; Klarheit über das eigene Charaktermuster.

[aus: Enneagramm-Rundbrief 4, Januar 1993, S. 23

Aus EnneaForum 04 (), S. © Ökumenischer Arbeitskreis Enneagramm e.V., Celle. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Ökumenischen Arbeitskreises Enneagramm.

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