Teilnehmerbericht zu den Enneagramm-Exerzitien „Von der Fixierung zur Geistesfrucht“

„Von der Fixierung zur Geistesfrucht“, so lautete der Untertitel von „Enneagramm und Kurzexerzitien“, die vom 19. bis 24. August im franziskanischen Exerzitienhaus in Hofheim im Taunus stattfanden. Eine knappe Woche lang begaben sich acht Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf einen inneren Übungsweg nach dem Beispiel des Ignatius von Loyola. Unser Ziel: eine möglichst persönliche Begegnung mit Jesus Christus. Unser Lehrer: der Heilige Geist. Unsere Mentorin: Ruth Maria Michel. Der Bibeltext, der diese Begegnung Schritt für Schritt einleitete und begleitete, war die Erzählung aus Mt 14,22-33, in der Jesus über das stürmische galiläische Meer wandelt, Petrus ihm entgegengeht, zu sinken beginnt und schließlich Jesu ausgestreckte Hand ihn erfasst. – Die einfühlsame Art Ruth Marias, ihr großes Hintergrundwissen, der liebevoll gestaltete Raum, die ausgezeichneten Materialien und Methoden, die gut gewählten Impulse und Sentenzen („Leben heißt wählen“) und nicht zuletzt ihre herzerfrischenden Formulierungen waren ideale Rahmenbedingungen für unsere Gottes- und Innenschau. Als EINS muss ich von Schwester zu Schwester neidlos anerkennen: Ich hätte es nicht besser machen können J. – Eine der Früchte, die ich auf meinem Weg „von der Fixierung zur Geistesfrucht“ unmittelbar ernten konnte, ist ein Gebet, das ich am Ende unserer für alle sehr eindrücklichen und trostreichen Exerzitienzeit formuliert habe.
Gebet einer EINS:
Christus in mir,
wandle
meine starren Prinzipien in Gewissenhaftigkeit,
meine Sturheit in liebende Aufmerksamkeit,
meine Pedanterie in gütige Bestimmtheit,
meine Überempfindlichkeit in freundliche Eigenständigkeit,
meine Kritiksucht in Ehrlichkeit,
meine Nörgeleien in Klarsicht,
meinen versteckte Wut in heitere Gelassenheit,
meine Verbissenheit in Durchhaltevermögen,
meine Überdiszipliniertheit in Vorbildlichkeit und
meine Zwanghaftigkeit in er-löste Zuverlässigkeit.
Und wenn ich einmal wieder nicht loslassen kann, dann klopfe bitte so impertinent von innen an meine Herzenstür wie der Grünspecht gestern auf meinem Spaziergang den armen Baum bearbeitet hat. Lass mich mein Boot loslassen und erfasse du mich mit der ausgestreckten Hand, die du mir entgegenhältst. Du bist schon da.
Amen.
K.M. 47, Muster EINS

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