JHV Teilnehmerberichte (4)

Meine Erfahrungen mit den Panels

Nun muss ich in echter EINSermanier mich natürlich erst mal entschuldigen, dass ich meine Zusage so spät einlöse und auch so unvollkommen. Denn wenn man sich erst so viele Wochen nach einer Tagung hinsetzt und die Eindrücke zu Papier bringen will, dann kann daraus nur etwas nicht wirklich Befriedigendes werden. Und natürlich würde ich am liebsten noch eine Menge anderer nachvollziehbarer Gründe anführen, warum … erst jetzt … und so wenig … und so weiter … Nun ich bin eben eine Eins.

Welch ein Trost, dass meine Zeilen direkt an eine Eins gefaxt werden. Das lässt mich ein wenig entspannter auf die noch weißen Zeilen meines pc-Bildschirmes schauen.

Meine Erfahrungen mit den Panels??

Nun da hatte ich als Eins wirklich grosses Glück.

Denn das Panel der Einser wurde am besten und ausführlichsten dargestellt. Sehr befriedigend (nicht nur) für eine Eins. Zu allererst wusste ich mein Glück überhaupt nicht zu schätzen. Etwas zu spät in die Tagung platzend zwängte ich mich leise und unauffällig auf einen der noch freien Sitzplätze am Rande des Geschehens. Ein freundlich lächelndes Gesicht, das irgendwie Verantwortung für die Veranstaltung ahnen liess und mich sogleich mit meiner zu späten Ankunft ein wenig versöhnte, half mir rasch zu konzentrierter Aufmerksamkeit.

Da sassen vier Gestalten auf dem Podium. Rechtwinklig versetzt. War das so ’ne Art psychotherapeutischer Sitzung, oder so … ?

In Unkenntnis einer erklärenden Einleitung grübelte ich noch ein wenig, was das zu bedeuten hatte. Aber was ich sah und mehr noch was ich hörte, bereitete mir zunehmend Vergnügen und grösste Wiederhörensfreude. Alles oder zumindest das meiste was ich zu hören bekam, erschien mir vertraut. Eben die klassischen Problemlagen und Charakteristika einer Eins.

Mir hat ausgesprochen gut gefallen, wie Jürgen Gündel einfühlsam und treffsicher den „Abgründen“ der Einser nachspürte und ihre Schätze und Marotten ans Licht der Enneagrammgemeinde hob. So überaus sympathisch, was da alles zu Tage gefördert wurde.

Was mich am meisten beeindruckt hat? Das war die Erkenntnis, dass Einser ihre wahren Bedürfnisse hinter zornigen, unwirschen Reaktionen verbergen. In dieser Klarheit war das für mich neu und sehr hilfreich. Dass ich gelernt hatte, meine Bedürfnisse zu sublimieren, sie nicht wirklich zu äußern. Das wusste ich.

Aber dieser Faschingsaufzug meiner wahren Bedürfnisse verkleidet hinter der Maskerade scheinbar berechtigten Zornes angesichts so vieler vollkommen unnötiger Unzulänglichkeiten meiner Mitwelt … das war mir bisher so nicht bewusst gewesen.

Danke für diese erheiternd dargebotene und erleichternde Bewusstseinserweiterung! Danke an alle Einser auf dem Podium Ulli, Margit, Andreas, Claudia! Danke an den Goldgräber, Jürgen!

Wie es Euch, dem lieben „Rest“ vom Enneagramm, an dieser Tagung ergangen sein mag, weiss ich nicht. Ich kann mich allerdings noch gut an eine Achter Reaktion ob der ungerecht kurzen Panels am nächsten Vormittag erinnern. Irgendwie konnte ich sie verstehen … Aber ich fand das schon ausgezeichnet, dass angesichts der knappen Zeit die Einser vollkommen ausführlich behandelt wurden.

Ludger Temme

[aus: EnneaForum 17, Mai 2000, S. 25

Aus EnneaForum 17 (), S. © Ökumenischer Arbeitskreis Enneagramm e.V., Celle. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Ökumenischen Arbeitskreises Enneagramm.

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Aus EnneaForum 17 (), S. © Ökumenischer Arbeitskreis Enneagramm e.V., Celle. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Ökumenischen Arbeitskreises Enneagramm.

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