Die Thomasmesse - Jahreshauptversammlung

… aus der Sicht einer Neun

„Die panels gehören zum EMT, die Thomasmesse gehört zum ÖAE“ – so schrieb ein Teilnehmer der Jahreshauptversammlung, der zum ersten Mal dabei war. Und es stimmt, die ökumenische Messe am Sonntagmorgen ist ein unverzichtbarer Bestandteil beim jährlichen Treffen des Vereins.

Das Typische dieses Gottesdienstes:
Die zwanglose Beteiligung vieler TeilnehmerInnen, die teilweise schon zu Hause ihren Beitrag vorbereiten oder auch spontan mitmachen.
Der konsequent ökumenische Charakter, der in der gemeinsamen Eucharistiefeier seinen Höhepunkt findet.
Bei der diesjährigen Thomasmesse in Bischofsheim gab es allerlei Beiträge zum Thema „Gänge“, „Übergänge“, „Untergänge“, „Aufgänge“, die einluden zu einem eigenen inneren und äußeren Gang. In persönlichen Zeugnissen und biblischen Texten wurde deutlich, wie viele oft auch schwere Gänge wir zu bewältigen haben. Ulrich Krämer machte in seiner Predigt über die Geschichte von Bileams Eselin zum einen deutlich, wie unmöglich es ist, manche dunklen Erfahrungen zu vermeiden, zu verstehen oder gegen sie anzukämpfen. Zum anderen zeigte er auf, wie schwer, aber nicht unmöglich es ist, solche Erfahrungen zu akzeptieren und dadurch umzuwandeln. In dieser „Umwandlung“, die zu einer „Umkehr“ und so zu einem Neuanfang werden kann, liegt das Geheimnis des Glaubens. Es ist im Enneagramm der Punkt, der uns auf die Richtung unseres Trostpunktes führt, auf den Weg der Erlösung. Den eigenen „Umkehrpunkt“ zu finden, ist eine der schwierigsten Aufgaben in unserem Leben, die wir nur ganz persönlich lösen können.

Deshalb ist die „offene Phase“ in der Thomasmesse ein ganz wichtiger Bestandteil. Hier kann sich jede® BesucherIn auf einen ganz persönlichen Weg machen. Dazu findet er verschiedene Angebote zur Meditation vor, zum Nachdenken, zum Gebet. So gab es in Bischofsheim im Gottesdienstraum u.a. eine Gebetswand, Gebetssteine, ein Sandlabyrinth und Orte der persönlichen Segnung.

Viele TeilnehmerInnen gingen während der offenen Phase auch nach draußen in die Umgebung des Tagungshauses, wo es viele kleine Bäche und Brücken gab, die zu Gangmeditationen einluden, oder saßen in ihrem Zimmer und tranken Kaffee.

Schließlich endete die offene Phase in einem intensiven Trommeljam und mündete in die anschließende Eucharistiefeier.

In der Selbstverständlichkeit des ökumenischen Miteinanders und in der Intensität und Ernsthaftigkeit der spirituellen Gemeinschaft liegt die Bedeutung dieses Gottesdienstes, dessen Wirkung weit über die Jahreshauptversammlung hinaus reicht. Im Alltag der Gemeinden, aus denen wir kommen, gibt es solche intensiven ökumenischen Erfahrungen kaum. Die Ökumene ist in den letzten Jahren zumindest im offiziellen evangelisch-katholischen Dialog eher schwieriger geworden. Umso wichtiger sind solche Impulse wie bei der Jahreshauptversammlung, um mit neuem Elan und innerer Gewissheit den „Wesenskern“ unseres Glaubens auch im profanen Alltag als verbindende und befreiende Kraft immer wieder neu zu entdecken: dass wir von Gott voraussetzungslos geliebt sind und diese Liebe weitergeben können.

Rainer Fincke

[aus: EnneaForum 17, Mai 2000, S. 23

Aus EnneaForum 17 (), S. © Ökumenischer Arbeitskreis Enneagramm e.V., Celle. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Ökumenischen Arbeitskreises Enneagramm.

]

Aus EnneaForum 17 (), S. © Ökumenischer Arbeitskreis Enneagramm e.V., Celle. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Ökumenischen Arbeitskreises Enneagramm.

Kommentare




Hier können Sie einen Beitrag dazu verfassen:

  Textile-Hilfe

Impressum: Ökumenischer Arbeitskreis Enneagramm e.V. | Vereinsregister-Nr. 100528 Amtsgericht Lüneburg
Geschäftsstelle: Eveline Schmidt | Wehlstr. 23 | 29221 Celle | Tel. (05141) 42234 | info@enneagramm.eu
Web-CMS Textpattern || 2010 eingerichtet von Michael Schlierbach | Marktplatz 32a | 83115 Neubeuern | Tel. 08035 - 875930