ENNEAGRAMM MADE IN ... Psychologie, Spiritualität und die somatische Komponente von Transformation

Workshop/Vortrag von Pamela Michaelis
Welche Rolle spielen die drei Zentren – Kopf, Herz und Bauch – für unsere psychospirituelle Entwicklung? Mit dieser Frage hat sich Pamela Michaelis auseinandergesetzt. Aus eigenen tiefgreifenden Erfahrungen, die sich immer auch im Körper manifestierten, entdeckte sie die Wichtigkeit des Körpers für den Transformationsprozess. Unser Körper ist der Ort, wo Transformation stattfinden kann, er kennt unseren Weg.

In der Folge versuche ich die zentralen Aussagen von Pamela Michaelis wiederzugeben. Da mich die Thematik als Körpertherapeutin auch persönlich beschäftigt, fliessen eigene Überlegungen mit ein.

Oft bringt uns akutes Leiden auf den spirituellen Pfad. Dann sind wir motiviert, Wege zur Heilung zu suchen, weil wir die unangenehmen Gefühle los sein möchten, Gefühle, die entstehen, weil wir unsere Realität nicht akzeptieren können. Wenn wir Glück haben, begegnen wir dem Enneagramm und erkennen unseren Wahrnehmungsstil, welcher durch das Zusammenwirken der mentalen Fixierung und der Leidenschaft massgeblich geprägt wird und unsere Reaktionsweise bestimmt. Je nach Primärzentrum reagieren wir zuerst mit Wut (Bauchtypen), mit Schmerz und Trauer (Herztypen) oder mit Angst (Kopftypen). Wut z.B. ist eine intelligente Information, sie hilft Klarheit zu gewinnen. Wenn wir sie jedoch verdrängen, oder nicht akzeptieren, atmen wir gegen die Energie, im Sonnengeflecht und in der Kehle entsteht Kontraktion, das bedeutet Verlust von Energie. All dieses Enneagrammwissen verändert uns jedoch nicht, wenn es nur im Kopf bleibt. Unser innerer Beobachter ist oft genug ein innerer Kritiker.

„Erst wenn ich mich akzeptiere, so wie ich bin, kann ich mich ändern“, sagt Carl R. Rogers, Vater der personenzentrierten Psychotherapie. Sein Schüler Eugene T. Gendlin – Begründer der Focusing-Therapie – hat festgestellt, dass die Art des Umgangs mit dem inneren Erleben (achtsam, einfühlend) verantwortlich ist für eine erfolgreiche Psychotherapie mit Veränderungsprozessen. Unser Weg von der Leidenschaft zur Tugend, von der mentalen Fixierung zur heiligen Idee, geht also nur über Akzeptanz.

Pamelas Vorschlag: Meditationen, die das Herz öffnen, um herzzentrierter zu leben.
Wir machen eine Übung: Wir erden uns (Boden, Sitzfläche spüren usw.), und lenken unsere Aufmerksamkeit auf das unmittelbare körperliche Erleben, die Energie folgt. „Unsere wahre Heimat ist der gegenwärtige Augenblick“ sagt Thich Nhat Hanh, ein buddhistischer Mönch. Körpererfahrungen sind immer im Moment. Wirklich da sein, wo wir sind, am Punkt, wo alles immer jetzt ist. Durch Wahrnehmen verbinden wir uns, beziehen wir uns. Akzeptanz und Liebe für alles, was kommt an Gefühlen und Gedanken, ohne zu urteilen. Jetzt sind wir verbunden mit den drei Zentren. Es ist so, wie es ist: Das ist die Antwort auf die Realität, Energie wird befreit.
Mit dem Atem Liebe, Wohlwollen in jede Zelle des Körpers bringen, durch das Leiden hindurch entspannen, uns mit offenem Herzen auf die Realität einlassen. Damit lösen wir Kontraktionen und überlassen uns dem Fluss des Lebens. Dankbarkeit und Versöhnlichkeit sind kraftvolle Hilfen für Transformation.

Leiden kommt immer wieder – eine Chance für Veränderung? Liebende Achtsamkeit befreit Energie und schafft Raum für Freude, wir werden kreativ und wissen, was im Moment zu tun ist.

Renate Jäggli-Baumann, Vorstand EFch
Mit freundlicher Genehmigung entnommen aus dem Rundbrief 02/2014 des Enneagramm Forum Schweiz (EFch)

Kommentare




Hier können Sie einen Beitrag dazu verfassen:

  Textile-Hilfe

Impressum: Ökumenischer Arbeitskreis Enneagramm e.V. | Vereinsregister-Nr. 100528 Amtsgericht Lüneburg
Geschäftsstelle: Eveline Schmidt | Wehlstr. 23 | 29221 Celle | Tel. (05141) 42234 | info@enneagramm.eu
Web-CMS Textpattern || 2010 eingerichtet von Michael Schlierbach | Marktplatz 32a | 83115 Neubeuern | Tel. 08035 - 875930