Rückschau zur Enneagrammtrainer-Ausbildung 2012/2013

Enneagrammtrainer-Ausbildung 2012/2013
Würde es sich bei der Enneagrammtrainer-Ausbildung nur um eine klassische Bewertung handeln, dann könnte ich gewiss Folgendes sagen: Die Organisation sowie die Inhalte waren durchdacht und gut aufeinander abgestimmt. Einem fundierten Theorieteil folgte immer eine passende praktische Erprobung. Ich konnte die gelernten Inhalte in meinen Alltag gut integrieren. Die Seminarleitung war kompetent, gut organisiert und ging stets auf die Teilnehmer ein. Die Ausbildung fand in geeigneten und schönen Räumlichkeiten statt. Die Qualität der Verpflegung war sehr gut. Die Gesamtbeurteilung liegt demnach bei „sehr gut“.
Aber das „sehr gut“ ist doch irgendwie „seelenlos“ und wird als Beschreibung dieser Ausbildung nicht gerecht. Die Ausbildung bot für mich eine Auszeit um innezuhalten, sich der eigenen Seele zu stellen und der Seele anderer EN-Typen zu begegnen. Obwohl ich mich vor der Ausbildung schon über zwei Jahrzehnte persönlich mit dem Enneagramm beschäftigt hatte, trug die Ausbildung wesentlich zur einer vertieften eigenen und auch zur Annahme anderer Menschen bei. Ausschlaggebend waren für mich die Menschen, die ich in der Ausbildung traf, die Ausbilder und die Gruppe.
An den Ausbildern, Johanna Jesse-Goebel und Friedrich Karl Völkner, schätzte ich, dass sie den Gruppenzusammenhalt von Anfang an durch aufmerksame Beobachtung und unterschiedliche Gesprächsangebote bewusst förderten. Johanna Jesse-Goebel als fachliche Leitung war neben ihrer EN-Expertise für mich eine Virtuosin in der Wahrnehmung und Interpretation der Vielschichtigkeit menschlicher Äußerungen und Gefühlsregungen. Für sie war keine Tiefe zu tief ist und das Wort „Wertschätzung“ keine leere Worthülse. Friedrich Karl Völkner als geistlicher Leiter beeindruckte mich durch seine herzhafte und herzliche Art. Noch in Ohren klingt mir das Lied „Wach auf mein Herz und singe“ und ruft bleibend schöne Erinnerungen auf. Er schöpfte aus dem Vollen, wenn er uns die spirituellen Impulse durch Bibliodrama und zahlreiche Gebete, Lieder und Andachten gab.
Die Gruppe wuchs nach anfänglichem „Fremdeln“ und vorsichtiger Annäherung schon nach dem ersten Treffen so stark zusammen, dass mit jedem Treffen eine größere Euphorie untereinander spürbar war. Für mich besonders wohltuend war das Gefühl „Ich darf ich sein und werde so wie ich bin wahr- und angenommen“. In Gesprächen und Begegnungen war für mich sichtbar, dass die Menschen in der Gruppe neugierig auf sich selbst und auf die anderen waren. Auf der gemeinsamen „Entdeckungstour“ lernten wir uns als Enneagrammtypen selbst besser kennen und bekamen wertvolle Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelt der anderen Typen. Dabei wuchs nicht nur das gegenseitige Verständnis füreinander, sondern vor allem die gegenseitige Wertschätzung. Es war wundervoll und grenzte an ein Wunder wie sich die persönlichen Entwicklungswege so sichtbar vor einem vollzogen. Ich teilte meine Eindrücke intensiv mit meiner guten Freundin, die auch dabei war und wir beide staunten darüber was „sich so bei uns alles tat“ und was man bei anderen Gruppenmitgliedern sah. Man freute sich über diese Vielfalt und fühlte sich bereichert. Es war klar „ jeder kann etwas besonders gut“ und man war erleichtet, dass man nicht alles selbst sein und tun sollte. Man verstand auch die eigenen und die „Macken“ anderer Enneagrammtypen besser und nahm sie zunehmend als einen Teil der Persönlichkeit an. Hier und da sorgten gerade diese Eigenschaften für eine Erheiterung, wenn zum Beispiel eine EINS treffsicher einen Fehler feststellte und dann unvermittelt sagte: „Du bist da falsch.“ Man tauschte die Einsichten, Vorgehensweisen und die persönlichen Geschichten in einer großen Offenheit aus und sammelte so einen Erfahrungsschatz, der so in keinem Buch beschrieben ist und beschrieben werden kann. Vom unschätzbaren Wert ist es für mich, dass wir uns gegenseitig Berater und Vermittler geworden sind. Wenn ich verstehen will, warum ein Enneagrammtyp aus meinem Umfeld so denkt oder handelt, dann kann ich mich mit jemanden aus dem Kurs, der das gleiche Enneagramm-Muster hat, austauschen und sicher gehen, dass ich eine erhellende und fundierte Antwort erhalte.
Ich habe im Kurs bedeutende Impulse für meine persönliche Entwicklung erhalten und werde ihnen mit Sicherheit auf die Spur gehen. Die Atmosphäre des Vertrauens, die im Kurs so einmalig war, hat dazu geführt, dass wir uns als Gruppe auch nach der Ausbildung wieder sehen wollen. Ein Termin steht schon fest und ich freue mich.
Mein Fazit für diesen Kurs: Wenn man sich ernsthaft auf den Weg der Selbsterkenntnis macht, dann tut Gott das Seine dazu. Man wird am Ende beschenkt!
Sanja Steinbrückner
Jahrgang 1972
Enneagramm-Muster: 8

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