Von EINS wie Biene und Erdmännchen bis NEUN wie Bär und Delphin

„Ich schlage noch die Gans für die EINS vor. Sie entscheidet (lautstark), wer auf den Hof herein oder vom Hof heraus darf und wer nicht.“
Seit drei Jahren beginnen wir unsere Enneagrammkurse mit einer abendlichen Runde um einen Tisch herum, auf dem das Enneagrammtuch ausgebreitet liegt. Und auf dieses Tuch werden Tiere platziert – die bei Kindern so beliebten Schleich-Tiere. Da finden sich die in der Enneagrammliteratur bekannten neben denen, die über die Jahre dazugekommen sind; von der Gruppe diskutiert, als Vorschlag einzelner Teilnehmer eingebracht. Und dann folgt der Teil, in dem jeder sich mit Hilfe eines der Tiere mit seiner momentanen Befindlichkeit und Enneagrammthematik vorstellt. Dieser Tisch bleibt das ganze Seminar über im Hintergrund stehen. Immer mal wieder tritt jemand heran, nimmt ein Tier in die Hand, setzt es um oder hält eine kleine Zwiesprache mit ihm.
Dass diese Tiere so wunderbar detailgetreu dargestellt sind, ist hilfreich, denn ein großer Teil der Teilnehmer ist blind oder sehbehindert. Seit ich 2003–2005 die Trainerausbildung beim ÖAE absolviert habe, ist mein besonderes Anliegen, Kurse anzubieten, bei denen auch Sehgeschädigte die nötigen Materialien in der ihnen zugänglichen Form (Großdruck, Blindenschrift, Hörmedium) erhalten können. Das gilt nicht für meine gesamte Enneagrammarbeit, nimmt aber einen entscheidenden Teil ein. Zwei Kurse hatte ich seither parallel laufen, die ich der Gruppengröße wegen vor ein paar Jahren zusammengelegt habe. In diesem Jahr trug das verlängerte Wochenende über den 1. Mai die Nummer XIV/VIII.

Das bedeutet für uns, wir sind inzwischen zu einer sehr speziellen Weggemeinschaft geworden, die viel voneinander weiß und in großer Offenheit miteinander trägt. Mein Part ist, immer wieder neue Impulse zu geben aus der aktuellen Literatur oder Themen aufzugreifen, die die Teilnehmer aus ihrem Alltag einbringen und „angeschaut“ haben möchten.

In diesem Jahr haben wir uns unter anderem intensiv mit Suzanne Zuerchers „Mein Leben verstehen“ befasst, das Buch Kapitel für Kapitel erarbeitet, in Einzelarbeit vertieft und im Austausch besprochen.

Nebeneffekt dieser Kursarbeit ist eine beachtliche Literaturliste mit Titeln zum Enneagramm, die von blinden und sehbehinderten Interessenten kostenlos ausgeliehen werden können – als Hörbuch oder in Blindenschrift; wie zum Beispiel „Mein Leben verstehen“, das in beide Medienformate umgesetzt wurde.

Sehgeschädigte aus dem gesamten deutschen Sprachraum können sich wenden an die Blindenbibliothek der CAB, Hinterdorfstr. 29,
CH-8597 Landschlacht/TG, Schweiz, T.: 0041-71-4141000,
E.: verleih (at) cab-org.ch, I.: www.cab-bbl.ch;
oder direkt an mich: M.Appelhans (at) t-online.de

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