Erlebnisbericht vom Enneagrammkongress in Mainz

Zusammen mit einer Vorstandskollegin bin ich am Freitag per Auto nach Mainz gereist. Nach einer Irrfahrt durch die autofreie Innenstadt von Mainz kamen wir dann wohlbehalten im Erbacherhof an. Der Empfang an der Rezeption war freundlich und vom ÖAE erhielten wir eine Mappe mit allen nötigen Unterlagen für die Teilnahme am Kongress. Bereits hier wurde mir bewusst, wie viel Aufwand die Organisation erforderte. Am Kongress nahmen über 200 Personen teil. Nach dem Zimmerbezug und einem Orientierungsgang durch das architektonisch verwinkelte Haus schafften wir es rechtzeitig zur Eröffnung im grossen Saal. Marion Küstenmacher begrüsste alle Teilnehmenden, hiess alle 1er, 2er, 3er, 4er, 5er, 6er, 7er, 8er und 9er herzlich willkommen und führte moderierend durch diese drei Tage. Gleich nach der Begrüssung und einigen geschichtlichen Hintergrundinformationen zum Erbacherhof stellten sich die drei „Schulen“ ÖAE, Enneagramm Germany und das Deutsches Enneagramm Zentrum DEZ vor. Nach einer persönlichen Vorstellungsrunde aller Leitenden konnten sich die „Schulen“ zu folgenden Fragen äussern:
Welches Profil habt ihr?
Was bezeichnet ihr als Qualität und was ist eure Essenz/Kernbotschaft?
Welches sind eure Aufgaben für die Zukunft?
Woran arbeitet ihr und wo setzt ihr Schwerpunkte?
Für mich war dieser Einstieg besonders wertvoll, da ich mir ein gutes Bild darüber verschaffen konnte, wo sich was wie bewegt mit dem Enneagramm.
Die Workshops vom Samstag wurden am Abend durch die Leiter auf gelungene Weise vorgestellt. Das Angebot zeigte sich sehr vielfältig. Eine Auswahl zu treffen war für mich nicht allzu schwierig, da Themen wie „Anwendungsbeispiele der Enneagramm-Idee in der Jugendhilfe“ und „Enneagrammatisch bewusster Umgang mit Demenz“, (beides Angebote aus dem DEZ) durch meine eigenen Tätigkeiten in diesen Bereichen bereits seit langer Zeit in meinem Fokus standen. Nun bot sich mir die Gelegenheit von den Erfahrungen anderer zu hören. Bei der Jugendhilfe lernte ich am Beispiel einer ziemlich aussichtslosen Konfliktsituation zwischen Eltern und Tochter, wie sich durch die methodisch gelungene Vorgehensweise enneagrammatisch so vieles aufschlüsseln liess zum Verständnis aller Betroffenen und so eine sehr schwierige Lebenssituation zur Bereicherung aller Beteiligten geworden ist.
Im Umgang mit „Demenz“ hörte ich den Bericht einer Altenheim-Pflegedienstleiterin, welche das Thema in ihrer Schlussarbeit zur E-Trainerin aufgenommen hat. Der interne Schulungsprozess beim Personal zeigte Wirkung auf deren Haltung gegenüber demenzbetroffenen Menschen. Sie lernten Musterverhalten erkennen auf beiden Seiten. Anstelle von überrollen, stigmatisieren, abweisen etc. ist Verständnis gewachsen. So wurde das Enneagramm im Kontext zur Biographie-Arbeit als sehr hilfreich erlebt und verbesserte den Umgang mit den Betroffenen. Im dritten Workshop liess ich mich auf das Thema „Psychologie, Spiritualität und somatische Komponenten von Transformation“ (Enneagramm Germany) ein. Als Erinnerung daran bleibt mir der „Transformer“, sinnbildlich als Umwandlung der Leidenschaften in Passion.
Der Samstagabend war geprägt von den Feierlichkeiten des 25-Jahre-Jubiläums des ÖAE. Nach einer Übersicht zur bewegten Geschichte ihrer Gemeinschaft und einer Stand-up Comedy im Saal, lockte das schöne Sommerwetter nach draussen in den Innenhof, wo es mit gemütlichem Austauschen und Plaudern weiter ging bis bald in die frühen Morgenstunden. Ich nutzte diese Gelegenheit, Bekanntes zu pflegen und Neues zu erfahren.
Für die Schlussrunde am Sonntag hatte ich die Wahl zwischen der Thomasmesse und einer Schlussrunde, wie sie das DEZ kennt. Ich hatte mich für letzteres entschieden. Nach dem Muster des Zwölf-Schritte-Programms der AA, bekam jeder die Möglichkeit, ein Erlebnis oder eine Erfahrung der vergangenen zwei Tage mit den anderen zu teilen. Für mich ein sehr stimmiger Abschluss dieses Kongresses.
Zu guter Letzt möchte ich mich, auch im Namen des Enneagramm-Forums Schweiz, ganz herzlich für die ganze Organisation bedanken, auch dafür, dass wir die Möglichkeit hatten, uns an einem Infostand zu zeigen.

Lydia Schaller, Vorstands-Präsidentin des Enneagramm-Forums Schweiz

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